als hätte er richtig benutzen?

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4 Antworten

Das "als" ist richtig, aber du müsstest dann ", als habe er" benutzen.
Die Konjunktivkonstruktion kommt einer indirekten Rede gleich.

Das fehlende "r" in beschrieben ist wohl ein Flüchtigkeitsfehler?

"im Voraus" hast du richtig geschrieben. Das ehrt dich sehr - gemessen an dem, was wir sonst so vorfinden.

Gegen den Stil habe ich nichts einzuwenden.

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Kommentar von Deponentiavogel
24.09.2016, 18:18

Was? Es wird auch noch zu irrwitzigen Konjunktiven angestiftet?

Wenn man einen irrealen Vergleich mit als oder als ob benutzt, dann ist der Vergleich – nun ja – irreal. 

Irrealität kann nur (und das tut er auch ausschließlich) der Konjunktiv 2 ausdrücken.

Konjunktiv 1 drückt nur innerliche Abhängigkeit aus. Wir haben hier aber kein verbum dicendi et sentiendi, von dem der Konjunktiv abhängen könnte.

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Klingt für mich nicht sonderlich schön. Ist aber möglich. Besser finde ich:

Der Dichter hat die schreckliche Fratze des Krieges beschrieben, um an die Toleranz der Menschheit zu appelieren.

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Kommentar von adabei
24.09.2016, 15:32

- appellieren

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In der gesprochenen Sprache wäre gegen diese Konstruktion nichts einzuwenden, weil man da auch Sachen sagt wie:

– Ich bräuchte ein Blatt bitte.

Damit meint man nicht, dass man in einem Paralleluniversum bitte ein Blatt bräuchte, man meint, dass man jetzt eines braucht.

Im Alltag verschwimmen Unmögliches, Mögliches und Tatsächliches, weshalb Konjunktiv 2 (in meinem Fall: bräuchte / in deinem Fall: hätte) oft vorkommen:

– Der Dichter hat die schreckliche Fratze des Krieges beschrieben, als hätte er die Menschheit zu mehr Toleranz aufrufen wollen.

In was du hier verfallen bist, ist die Zwangsläufigkeit des unmöglichen Vergleichs. Alles, was einem als Autor begegnet, wandelt man in einen unmöglichen Vergleich um. Denn der Konjunktiv 2 drückt immer Unmöglichkeit/Irrealität aus:

Richtig: Es schien, als wäre die ganze Welt gegen ihn.

(Aber natürlich ist nicht die ganze Welt gegen ihn).

Falsch: Der Dichter hat den Krieg beschrieben, als hätte er die Menschheit zu mehr Toleranz auffordern wollen.

Er will sie doch tatsächlich zu mehr Toleranz auffordern, oder? Du unterstellst dem Dichter, er würde die Menschheit gar nicht zu mehr Toleranz auffordern wollen, sondern tut nur so als ob.

Richtig: Der Dichter hat die schreckliche Fratze des Krieges beschrieben, weil er die Menschheit zu mehr Toleranz auffordern wollte.

Auch richtig: Es scheint, der Dichter hat die schreckliche Fratze des Krieges beschrieben, um die Menschheit zu mehr Toleranz aufzufordern.

Und alle Variationen davon.

________

Schriftsteller gehen oft einen anderen Weg. 

Sie denken gar nicht daran, dass ihre irrealen Vergleiche, die im Sekundentakt auftreten, nicht irreal sind und sie eigentlich gänzlich umformulieren müssen. 

Stattdessen ändern sie etwas auf formaler Ebene, um die üble Konstruktion irgendwie aufzupolieren. Es gilt immer: Wer zu Mitteln der Grammatik oder Interpunktion greifen muss, um inhaltlich etwas zu verbessern oder klarzustellen, bei dem liegt das Problem nicht bei Grammatik oder Interpunktion, sondern bei der Formulierung.

Das ist der Ausweg, den Schriftsteller sehr oft wählen, der aber noch weiter ins Verderben führt, weil er zudem grammatikalisch falsch ist:

– Der Dichter hat den Krieg beschrieben, als habe er die Menschheit zu mehr Toleranz auffordern wollen.

Konjunktiv 1 ist ein anderes grammatisches Zeichen und zeigt keine Unmöglichkeit/Irrealität an!

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Für mich eine durchaus streitbare Frage:

EINERSEITS gilt das "Gesetz" der indirekten (oder auch wiedergegebenen) Rede im K 1 (als habe...).

ANDERERSEITS möchtest du möglicherweise ausdrücken, dass der Dichter  gern...aufgerufen HÄTTE, es ihm aber nicht gelang (unerfüllter Wunsch, ergo K 2, ergo HÄTTE).

pk



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