als Geschenk für meine Enkerl einen Golddukaten

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1 Antwort

**Eine Münze hat verschiedene Werte:

  • ihren Edelmetallwert
  • ihren Nominalwert
  • ihren Sammlerwert

Bei Goldmünzen steht meistens ersterer im Vordergrund; der (Tages-)Preis berechnet sich bei solchen Münzen daher nach dem "Feingewicht", also dem reinen Edelmetallanteil der Münze. Historisch bedingt werden die Feingewichte in (Fein-)Unzen angegeben, wobei eine Unze 31,1035g entspricht. Die meisten Anlagemünzen bestehen daher auch aus 1 oz, seltener auch 1/2 oz, 1/4 oz oder 1/10 oz.

Der Preis skaliert dabei aber nicht linear, aber das kennen wir ja auch aus dem Supermarkt: Zwei kleine Konservendosen Tomaten kosten ja auch mehr als eine doppelt so grosse Komservendose -das nennt man bei Anlagemünzen "Aufgeld" und meint also den Aufpreis gegenüber dem reinen (=theoretischen) Goldpreis, der an der Börse täglich neu bestimmt wird.

Dann wäre da der "Nominalwert": Das meint den aufgeprägten Wert, zu dem eine Zentralbank die Münze also immer entgegennehmen und gegen Papiergeld eintauschen müsste. Bei den meisten Münzen ist dieser Nominalwert eher theoretischer Natur. Beispiel: Die bekannte österreichische Goldmünze "Wiener Philharmoniker" als 1 oz Münze hat einen aufgeprägten Nominalwert von €100. Nun notiert der Goldpreis aktuell bei etwa €922 für 1 oz -es wäre also ein denkbar schlechtes Geschäft, diese Münze in €100 Papiergeld zu tauschen. Es gibt aber Goldmünzen (z.B. die schweizer 200 Franken-Gedenkmünze von 1991), die nicht ganz sooo extrem von ihrem Edelmetallwert entfernt sind: Dann wird der Nominalwert wieder interessant, weil er quasi eine "Versicherung" gegen fallende Goldkurse darstellt: Würde bspw. der Goldpreis einmal so stark einbrechen, dass der Edelmetallwert kleiner als jene 200 Franken Nominalwert würde, so wäre sie ja immer noch ihre aufgeprägten 200 Franken wert.

Schliesslich ist da noch der "Sammlerwert": Menschen sammeln alles mögliche schöne und seltene -und Münzen gehören auch in diese Kategorie. Auch hier gilt: Je seltener- und besser erhaltener eine Münze ist, desto wertvoller ist sie. Die "Numismatik" (so heisst das Münzsammeln) ist ein sehr schönes -und werthaltiges- Hobby.

Wenn Du Deine Enkel also in die Richtung Numismatik schubsen willst, würde ich ihnen eher kleine, aber "hübsche" Münzen schenken, so 1/10 oz oder ähnliches, denn dann spielt der Aufpreis ja auch keine so harte Rolle mehr. Wenn es dagegen hauptsächlich um die Geldanlage geht, dann schaue Dich eher nach Münzen um, deren Aufgeld klein ist; wenn die dabei dann auch noch einen hohen Nominalwert haben, dann umso besser. Preise und Aufgelder der klassischen Anlagemünzen findest Du zuhauf im Internet; die Seite http://bullionpage.de/ finde ich besonders übersichtlich.

Klassische Anlagenmünzen mit kleinen Aufgeldern sind solche in 1 oz wie Krügerrand, Wiener Philharmoniker, Maple Leaf, American Eagle, chinesischer Panda -aber das sind halt schnell mal so um die €1.000. Kleinere "typische" Anlagemünzen, die trotzdem ein vergleichsweise geringes Aufgeld haben, sind die schweizer "Vrenelis" zu 20 Franken Nominalwert. Oder -in DE aber im Gegensatz zu CH- schwer zu bekommen die o.g. 200 Franken Münze, die gleich noch mit hohem Nominalwert als Absicherung glänzt.

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