Als Ehepaar alles gemeinsam haben?

17 Antworten

In meinem Umfeld habe ich festgestellt, dass etliche Ehepaare alles gemeinsam haben: ein Girokonto, ein Sparkonto, ein E-Mail-Konto, ein Ebay-Account, ein Amazon-Account usw.

Ich bin seit 9 Jahren verheiratet und für uns ist dieses Zusammenleben Marke siamesischer Zwilling nichts. Ich finde es für ein Eheleben nicht gesund noch bleibt der Partner langfristig interessant und es gibt viel eher nichts Neues mehr am Gegenüber zu entdecken. Bei uns hat trotz Ehe noch jeder seine Privatsphäre und Privatsphäre heißt bei uns, es werden persönlich adressierte Briefe nicht geöffnet, keiner hat etwas auf dem Girokonto des anderen zu suchen (obwohl es für den Notfall eine gegenseitige eingeschränkte Vollmacht gibt), es werden E-Mails nicht gelesen oder Whatsapp-Nachrichten. Ich muss mit meinem Mann auch nicht meinen Klogang teilen und es hat auch jeder seine Sexualität mit sich selbst.

Ich denke nicht, dass das etwas mit dem Kulturkreis zu tun hat sondern das viele Menschen sehr unsicher sind und scheinbar glauben sie erlangen mehr Kontrolle und Beziehungssicherheit in dem sie sich am jeweils anderen festkrallen wie ein Klammeräffchen.

Gemeinsames Giro- und Sparkonto finde ich normal bei langjährigen Ehepartnern. Man vertraut sich eben und wirtschaftet gemeinsam mit dem Geld. Wenn beide mit Geld umgehen können, finde ich das okay.

Blöd finde ich, wenn ein Ehepartner ständig den anderen fragen muss, ob er dies oder jenes Kleidungsstück kaufen DARF, nur, weil er weniger Geld verdient. Das empfände ich als Abhängigkeit. Größere Dinge, wie z.B. neue Möbel, Fernseher oder Reisen sollten gemeinsam besprochen werden.

Persönliche E-mail oder WhatsApp sollte meiner Meinung nach der andere Ehepartner nicht lesen. Er hat das Handy des Anderen nicht anzufassen, auch die Anrufe nicht entgegenzunehmen, weil das wirklich Privatsphäre ist. Genauso sehe ich es mit persönlich adressierter Papierpost.

Aber die Generation, die ohne Handy/ Smartphone aufwuchs, die hatten einen Telefon-Festnetz Anschluss. Da wußte man nie, für wen und wer es war und ging eben dran. Aus dieser Gewohnheit rührt wahrscheinlich die Tatsache, dass Ältere einfach das Handy wie das Telefon damals sehen und drangehen.

Nö, ich habe die Einstellung, dass man trotz Heirat ein eigenständiger Mensch bleibt und auch eigene Freunde haben darf oder mal allein unterwegs sein kann. Dass man mit dem Partner Vieles abspricht, ist okay. Genauso kann man absprechen, dass man dann und dann nicht da ist.

Mich nervt es auch, wenn bei Gesprächen der Partner immer dabei ist. Trifft man sich persönlich, bemerkt man das wenigstens. Per WhatsApp oder E-Mail würde ich es echt doof finden, wenn der Partner mitliest.

Geheimnisse killen Vertrauen und mit zerstörtem Vertrauen geht jede Beziehung vor die Hunde, auch familiäre und geschäftliche. Und Geheimnisse sind grundsätzlich nur dort vorhanden, wo jemand auch krumme Touren dreht - nie grundlos.

Das lässt sich aber vermeiden: ist etwas so daneben, dass dein Partner es nicht wissen darf, mach es einfach gar nicht erst!

Natürlich kann meine Partnerin jederzeit an mein Handy, hat Vollmachten und Zweitkarten zu allen Konten, Passwörter zu allen Accounts und Post wird eh nach Eingangsdatum abgearbeitet, von demjenigen, der gerade mehr Zeit dafür hat. Das beruht alles auf Gegenseitigkeit. Das Haushaltsbuch über alle Ausgaben und Einnahmen wird natürlich zusammen geführt, sonst macht das gar keinen Sinn! Ich kann übrigens genauso ihrer besten Freundin antworten, wie sie meinem besten Freund. Wir kennen uns eh alle. Wo ist das Problem?

Privatsphäre? In einer Partnerschaft? Das ist aber eine ganz schwache Ausrede für "K*cke bauen"! Wer nicht bereit ist alle Karten offen auf den Tisch zu legen, ist gar nicht bereit für eine ernsthafte Beziehung.

Leg dir am besten noch eine geheime Wohnung zu, ein Postfach, ein Nummernkonto in der Schweiz, ein geheimes Zweittelefon und eine Alibiperson, die jederzeit behauptet, du seist bei ihr...dann hast du zwei Möglichkeiten für eine länger haltenden Beziehung:

1.) die andere Person deiner Partnerschaft ist wirklich strohdumm und bis zur Verblendung naiv

2.) die andere Person deiner Partnerschaft ist absichtlich ignorant, weil sie dich mindestens genauso sehr beschei*sst, wie du sie.

Partnerschaft kann man das in beiden Fällen aber nicht nennen, es ist dann bloß ein nebeneinander her leben. So etwas fliegt immer auf und es findet sich jederzeit etwas teamfähigeres.

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Wenn mir meine Busen-Freundin aus Grundschulzeiten ein Problem mit ihrer Periode anvertraut und um Rat fragt, möchte sie es sicher nicht, dass mein Mann das liest. Nur mal so als Beispiel.

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@merz484

a) Bist du Ärztin? Dann haben natürlich nur angestellte Zugang zu deinen beruflichen Unterlagen.

b) Wieso sollte das jemand schriftlich machen?

c) Ja, klingt nach Grundschule.

...nur mal so als Beispiel.

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@ Fraganti: Deinem ersten Satz stimme ich zu, deinem zweiten absolut nicht!

Vertrauen funktioniert ohne Kontrolle! Du glaubst wohl, der Partner baut auf jeden Fall Sch..., wenn er weiß, dass er vom Gatten/ Gattin nicht kontolliert wird. Das ist doch Blödsinn!

Wer seinen Partner auf Schritt und Tritt überwacht, der hat kein Vertrauen in ihn. Und wer Sch... bauen will, der tut es, so oder so, ob mit oder ohne Überwachung.

Was wichtig ist, erzählt man einander doch sowieso. Aber warum sollte ich meinem Partner erzählen, wenn meine Freundin Probleme mit der Figur hat oder einen Typen süß findet?

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@Shiranam

Dein Versuch es zu verdrehen, entbehrt leider der Logik.

Ein Gemeinschaftskonto/eine Vollmacht gibt es nur für Personen, denen man Vertraut und die man nicht kontrollieren muss, denn die eigene Existenz hängt davon ab!

Wenn ich dir dann aber verbiete den angeforderten Scan für den Versicherungswechsel an "meinem PC" fertig zu machen, oder an mein Handy zu gehen, während ich im Keller bin, weil mir angeblich Kumpels etwas über ihren Bierbauch oder ihre neue Liebe geschrieben haben könnten...du müsstest wirklich auf dem Baum schlafen, um so eine absurde Story zu fressen! Es würde dich objektiv betrachtet gar nicht interessieren, wenn solche irrelevanten Dinge auftauchen, während du dich um etwas wichtiges kümmerst. So ein Verbot bestünde logischerweise nur, wenn man zwar dir vertraut, selbst aber deinem Vertrauen nicht würdig ist und dort Sachen im Hintergrund abzieht, die einem wichtiger sind, als die eigene, finanzielle Existenz. Nur dann gibt es Geheimnisse auf die du auf Gedeiht und Verderb nicht stoßen darfst.

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