Als Christ: Ein anderes Glaubensbekenntnis aufsagen um das eigene Leben zu retten?

... komplette Frage anzeigen

15 Antworten

Das kommt ganz darauf an, was du selbst glaubst.

Im frühen Chrsitentum wurden Christen oft genau in diese Situation gebracht. Man zwang sie dazu, vor dem Abbild des römischen Kaisers zu knien, Fleisch von Opfertieren zu essen und auf das Kreuz zu urinieren. Täten sie das nicht, hätte man sie getötet.

Diejenigen, die sich weigerten und auf ihren Glauben beharrten, verehrt die katholische Kirche heute noch als Heilige. Sie wurden zu Märtyrern. Märtyrer zu werden, war der einfachste Weg ins Paradies - weshalb viele Missionare noch im Mittelalter wie zum Beispiel der Heilige Ansgar einen solchen Tod anstrebten (auch wenn Ansgar dieses Lebensziel nie erreichte und eines natürlichen Todes starb).

Heute kann man den meisten Menschen mit der Hölle keine Angst mehr machen und auch das Paradies lockt nicht mehr so sehr wie früher, weil man davon ausgeht, dass man wegen seiner guten Lebensführung allein bereits Anspruch auf einen Platz im Himmel hat (wie ich es selbst auch glaube).

Wenn man mir in einer ausweglosen Situation dann ein Kreuz anpinkelst, weil mir ein IS-Kämpfer einen Säbel vor die Nase hält, würde ich dann schon davon ausgehen, dass Gott mir verzeiht, wenn ich das Kreuz dann mit flüssigem Gold besprenkle. Da ich aber davon ausgehen würde, dass mich dieser Fanatiker ohnehin umbringen würde, nachdem er mich dafür ausgelacht hat, würde ich mich höchstwahrscheinlich weigern - nur um ihn zu ärgern. Und wenn dafür eine Eintrittskarte fürs Paradies mit herausspringt, warum nicht?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Leier es halt einfach runter. Ist dann völlig egal ob du sagt Der süden der halbkugel ist weiter im Norden als der <äquator oder eben ein "Glaubensbekenntinis"

Das wichtige an den Glaubensbekenntinssen ist ja das man es "mit dem Herzen" sagst, nicht mit dem Mund.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Deine Frage wurde schon in der ganz jungen Christenheit diskutiert: Verlangt das Christentum das Martyrium oder nicht? Und wie damals gibt es auch heute zwei große Linien bei der Beantwortung dieser Frage.

Manche Christen glaub(t)en, daß es unbedingt notwendig ist, bis zum Tod dem Glauben auch äußerlich treu zu bleiben. Sie starben und sterben heute noch dafür und mögen von daher große Glaubens"helden" oder -vorbilder sein. Das Martyrium ist keine Sünde.

Sein Leben - und u. U. auch das seiner Familie oder anderer Menschen - zu retten ist auch keine Sünde. Angst zu haben ist keine Sünde. Und schwach zu sein ist vielleicht ein Fehler, aber keine Sünde. Denn Sünde setzt Bosheit voraus, also die Absicht, etwas Böses zu tun. Wer eine Waffe am Kopf hat, will nichts Böses tun, sondern sein Leben retten. So ging das auch schon in der Antike durch die christlichen Gemeinden. Nicht jeder eignete sich für das Martyrium und es konnte und kann auch nicht verlangt werden.

Gott sieht das Herz an und bewertet das, was Du denkst und fühlst, Deine Motive, auch Deine Ängste. Er beurteilt Dich als Mensch, nicht nach den Buchstaben eines Glaubensbekenntnisses. Spricht also einer das Bekenntnis und rettet sich dadurch, weiß Gott doch genau, was im Herz dieses Menschen vor sich geht. Und das ist, was zählt. Gruß, q.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von matmatmat
20.05.2016, 09:14

Sünde setzt einen bösen Willen voraus? Gibt es dazu Bibelstellen? Das ist ja großartig!

0

Ich habe grad keine Bibelstellen parat, aber laut einiger Briefe im Neuen Testament (und wohl auch der Offenbarung) hat man dadurch seine Erlösung und sein Heil verspielt. Viele Christen hätten zur damaligen Zeit und auch in nach-neutestamentlicher Zeit ihr Leben retten können wenn sie ihren Glauben verleugnet hätten - und viele haben dies auch getan. Das war wie gesagt bereits in den ersten Generationen der Christen ein Thema.

Informiere dich mal über Christenverfolgung heute. Auch hier würden viele Christen nicht im Gefängnis sitzen, gefoltert werden und hätten ihr Leben auf dieser Welt noch, hätten sie ihrem Glauben abgeschworen. Was mir persönlich zusätzlich beweist dass da was dran sein muss am christlichen Glauben!

Ich selbst bin dankbar dass ich meinen Glauben frei ausleben darf und hoffe dass ich nie in eine solche Situation kommen würde. Aber als Christ kann man sich anderes vor Augen halten: Sterben muss man sowieso, und als Christ weiß man, es gibt ein Danach. Unser Leben ist nach dem Tod nicht vorbei. Und ewigkeitsbezogen gedacht, spielt die Art des Todes meines Erachtens auch keine Rolle mehr.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Um mal biblisch zu antworten: Jein

Die Bibel ist voller Geschichten von Menschen, die genau in dieser Situation waren. Im alten Testament gibt es gerade aus der Zeit des babylonischen Exils einige Beispiele (mir fallen gerade leider nur die drei Jünglinge im Feuerofen ein.)

Im neuen Testament wären da zB Stephanus (der erste Märtyrer), Paulus (geköpft), Petrus (gekreuzigt) und einige andere, bei denen es zumindest angedeutet wird (Jakobus und Johannes).

Allerdings: Petrus hat Jesus in der Nacht vor der Kreuzigung drei Mal verleugnet, und Jesus hat ihm hinterher seine Herde anvertraut. Hätte er sich damals zum ihm bekannt, hätte es an dem Tag vielleicht vier Kreuze gegeben, aber das Christentum hätte sich schon im Anfang verlaufen...ist jetzt halt reine Spekulation, weil es so nicht gekommen ist.

Was der große Boss am Ende tatsächlich als Sünde ansieht und was nicht (fairerweise müsste ja jeder in die Situation kommen, um sich überhaupt bewähren zu können...) werden wir erst hinterher erfahren.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nein, wenn du Christ bist, bist du überzeugt davon dass du in Gemeinschaft mit Jesus leben wirst, da ist tot keine Bestrafung!

Wenn man so was macht heißt es: Mein jetziges, vergängliches Leben ist mir wichtiger, wie die ewige Gemeinschaft mit Gott.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Um dein Leben zu retten, darfst du annähernd alles sagen, bestimmt auch deinen Gott verleugnen. Und: Besonders clever wäre es, auch nach Ende der Gefahrensituation nicht wieder auf Knien kriechend zu ihm zurückzukehren. Du musst dir das Leben nicht unnötig schwer machen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

lieber Layuo23,...ich bin mir ganz sicher, daß dein Leben wichtiger ist,  als der Glaube in dem Moment; das wird dir Gott ganz sicher verzeihen; selbst, wenn es als Sünde deklariert würde, seitens des Glaubens; in dem Fall geht es um dein Leben...ohne zu leben kann man gar nicht glauben oder ?...liebe Grüße aus Köln

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Also, wenn man strenggläubig ist hat man keine Wahl als sich selbst und sein Gott treu zu bleiben. Im Film mit dem 10 Geboten haben sie ja schließlich auch ein anderen Gott geglaubt und wurden bestraft.

2. Wenn du sagst du glaubst an das gute, also an keinem bestimmten Gott sondern der dir gefällt, dann kannst du sagen ich trette bei dem genannten Beispiel bei.

3. Könntes du es der Polizei erläutern was dir passierte. Sie werden dir bestimmt helfen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Aleqasina
20.05.2016, 08:50

Wenn es in dem Fall denn überhaupt eine Polizei gibt...

0
Kommentar von KrenchoAIMbot
20.05.2016, 08:55

natürlich! Bedrohung, Nötigung. ist in Deutschland verboten besonders wenn es Waffengewalt ist

0

Du kannst ja immer wieder bereuen. Ergo, sobald du aus der Situation entkommen bist, gehst du zur Beichte, bereust deine "Sünde", lässt dich vllt noch fix taufen und alles ist vergeben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die Christen haben es Früher nicht anders gemacht nur mal so zur info

Ich würde es tuen was interresiert mich der Glauben ich will leben

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von JanfoxDE
20.05.2016, 08:39

.. richtig so! Glauben wurde erfunden, weil Menschen sich sonst das gesamte Leben über ihren Tod denken, aber auch für Menschen die ohne eine unsichtbare Kraft nicht leben können. (sehe Wissenschaftliche Berichte über Willenskraft)

0
Kommentar von FLUPSCHI
20.05.2016, 08:40

:)

1
Kommentar von Mewchen
20.05.2016, 12:00

Ich würde mich zu jedem Glauben bekennen, wenn mir einer eine Waffe an den Kopf hält... Ich glaube, das würden die meisten machen.

0

Nun, ein fremdes Glaubensbekenntnis "aufsagen" heißt natürlich nicht, sich zu diesem Glauben zu bekennen. So etwas ist sowieso nur eine Farce, mit der die Täter ihre Allmachtsphantasien ausspielen.

In der christlichen Geschichte galt  Glaubensverrat immer schon als schwere Sünde. Einige der antiken Theologen waren der Meinung, das könne auf Erden nicht mehr vergeben werden (Novatian). Es setzte sich allerdings im Laufe der Zeit eine liberalere Haltung durch (Callistus, Cornelius).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nein, sich zu einem anderen Gott bekennen ist Häresie.

Darf ich an das 1. Gebot erinnern? Das 2.  könnte in dem Zusammenhang auch wichtig sein. (und was beim 2.vatikanischen Konzil so gesagt wurde über den richtigen Glauben)

Also entweder man nimmt das ernst oder man läßt es bleiben, keine halben Sachen, je nach dem was einem Spaß macht!


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wenn du deinem Glauben treu bleiben willst solltest du warten bist er abdrückt. 
Mensch,du hast Sorgen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Layup23
20.05.2016, 09:09

Keine Sorgen, Neugier habe ich.

0

Hm....wenn ich an die christliche Geschichte denke...haben die Missionare nicht mit Feuer und Schwert gearbeitet?

Um die "Heiden" zum Christentum zu bringen, sind jede Menge Blut geflossen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?