Als Azubi täglich länger arbeiten und/oder ohne Pause aber es werden keine Überstunden aufgeschrieben - Normal?

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Dank Suchmaschinen hat man Informationen zu solchen Themen innerhalb weniger Sekunden gefunden und eines der vielen Suchergebnisse ist z.B. das hier:

http://www.anwalt.de/rechtstipps/auch-azubis-haben-rechte-die-wichtigsten-stehen-hier_031429.html

Was das Durcharbeiten wie z.B. 9 - 18 Uhr ohne Pause betrifft, sollte sie sich definitiv mal mit der Salonleitung unterhalten und darauf hinweisen, dass das so nicht geht.

Allerdings sind dafür die Mitglieder hier generell die falschen Ansprechpartner  .... dass muss Deine Freundin eben mit Ihrem/r Chef/in regeln, indem sie z.B. auf das Jugendarbeitsschutzgesetz hinweist  .... ebenso, was die längeren Arbeitszeiten betrifft.

Reichlich Überstunden sollten bei Minderjährigen Azubis sicher nicht aufgeschrieben werden  ...  sie sollten erst gar nicht stattfinden. ;-)

Was allerdings Schulungen betrifft (und alle 2 - 3 Monate mal einen Tag ist nicht wirklich viel), sollte sie sich im Klaren darüber sein, dass das (wenn sie den Beruf liebt und sie in diesem Beruf auch etwas erreichen will) sehr wenig ist, im Gegensatz zu dem, was sie als Gesellin so alles außerhalb der regulären Arbeitszeiten mitnehmen sollte, wenn sie nicht nur über den gesetzlichen Mindestlohn froh sein will.

Dass Friseursalons außerhalb der Öffnungszeiten Schulungsabende/-tage einrichtet, ist übrigens nicht automatisch selbstverständlich und es gibt zig Azubis hierzulande, die froh wären wenn sie die Möglichkeiten eingeräumt bekämen.

Das Ziel ist, Menschen auszubilden und sie fit für die Prüfungen zu machen, die ihnen bevorstehen. Der Salonalltag bietet häufig nicht die Möglichkeiten, Azubis eingehend und in Ruhe zu trainieren  .... das ergibt dann irgendwann die durchschnittlichen und unterdurchschnittlichen Azubis (von denen auch schon etliche deren Prüfungen wiederholt haben) ... ausgenommen, deren

Ausbilder/innen nehmen sich eben z.B. auch noch am Abend oder an freien Tagen Zeit.

Nicht jeder Salon kann sich innerhalb des Mitarbeiter-Stamms Ausbildungsbeauftragte leisten, die während der regulären Öffnungszeiten mit den Azubis ausgiebig üben können. In den meisten Salons muss einfach der Umsatz laufen, sonst stimmen irgendwann die Zahlen nicht mehr und es gibt schon genügend Saloninhaber/innen, die übers Amt "aufstocken" müssen, um alles aufrecht zu erhalten.

Deine Freundin sollte sich natürlich auch selbst die Frage stellen, ob Ihr der Beruf definitiv liegt, ob sie sich darin wohlfühlt und ob sie nach der Ausbildung eher ewig für den Mindestlohn arbeiten oder mehr erreichen will.

Jetzt und in den nächsten Jahren stehen die Chancen für alle wirklich guten Friseurfachkräfte richtig hoch, deutlich überdurchschnittlich zu verdienen, inner- und außerbetrieblich gefördert zu werden und einiges erreichen zu können.  Schon jetzt suchen viele richtig gute Salons händeringend nach guten Fachkräften und der Nachwuchs deckt den Bedarf an guten, motivierten Kräften schon jetzt nicht mehr ab.    

Wem es allerdings jetzt schon zu viel ist, alle 2 - 3 Monate etwas für die Erweiterung/Steigerung seines Könnens zu tun, wird dann eher irgendwo dauerhaft für 8,50 brutto/Std. arbeiten dürfen.  Ausgelernte Friseure/innen, die definitiv nicht nur der Durschnitt sein wollen, haben zuweilen ein noch deutlich bewegteres Pensum an Seminaren, Schulungen, u.s.w.

Dies hört sich nicht normal an.

Der erste Schritt ist, mit seinen Eltern darüber sprechen, damit diese nicht böse überrascht werden, wenn man plötzlich ohne Ausbildungsplatz ist.

Danach kommt der Ausbildungsvertrag dan. Hier muss Soll- und Istzustand verglichen werden.

Der nächste Schritt wäre eine ausführliche und detaillierte Dokumentation des täglichen Arbeitsablaufes und der Arbeitszeiten über mehrere Wochen. Mit diesem "Arbeitstagebuch" kann man dann zu einem Rechtsanwalt (Fachgebiet Arbeitsrecht) gehen und sich ausführlich beraten lassen.

Natürlich ist die Gefahr gegeben, dass wenn man etwas gegen diese schon recht seltsamen Arbeitsbedingungen beim Ausbildungsbetrieb vorgeht, erst einmal seinen Ausbildungsplatz verliert. Wahrscheinlich geht die Sache dann vor das Arbeitsgericht und man muss damit rechnen, dass man hinterher in einem anderen Ausbildungsbetrieb weiterarbeitet, wenn alles überstanden ist.

Als letztes kann man sich dann noch an die zuständige Industrie- und Handelskammer als "Aufsicht" wenden, damit dieser Betrieb sich bei künftigen Auszubildenden an die "Spielregeln" hält.

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Als letztes kann man sich dann noch an die zuständige Industrie- und Handelskammer als "Aufsicht" wenden

Das kommt nicht als "letztes", sondern als "erstes", wenn man den Ausbildungsbetrieb auf die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen hingewiesen hat und sich trotzdem nichts ändert!

Und ein Lehrling verliert deswegen auch nicht seinen Ausbildungsplatz, auch wenn der Arbeitgeber "sauer" sein sollte - für einen Verlust des Ausbildungsplatzes muss es schon zu erheblichen Vertragsverletzungen kommen.

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Wir haben darüber erst neulich in der Berufsschule gesprochen. Sie hat ein Recht auf mindestens 1 Stunde Pause und Überstunden darf man als Minderjähriger überhaupt nicht machen! Es sei denn, es dient dem Ausbildungsziel (wenn einem der Chef zum Beispiel eine Tätigkeit beibringt, die im Ausbildungslehrplan stehen und die für die Prüfung erforderlich sind, wofür während der regulären Arbeitszeit keine Zeit war. Aber putzen gehört definitiv nicht dazu)

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