Als Azubi selbstständig machen 3 kurze Fragen?

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5 Antworten

Zum einen interessiert mich natürlich, ob ich dazu VERPFLICHTET bin meinen Ausbilder darüber zu informieren

Ja bist du. Dieser muss die Möglichkeit haben zu prüfen ob deine nebenberuflichen Tätigkeiten zu einem Interessenskonflikt führen können. Ferner hat dein Arbeitgeber Fürsorgepflichten, u.a. dafür zu sorgen, dass die wöchtentliche Höchstarbeitszeit nicht überschritten wird.

noch dass es "verboten ist"

Ein pauschales Verbot ist unwirksam. Es verstößt gegen Art 12. Abs. 1 GG.

Ich plane ehrlichgesagt in dem ersten Jahr damit, keinen Umsatz zu machen

Also du erwartest nur Ausgaben zu produzieren oder meinst du nicht den Gewinn?

Gewinn & mein Azubigehalt werden ja zusammengerechnet

Korrekt.

da muss ich dann unter 8000€ waren es glaube ich bleiben, oder ?

Wieso musst du das? Wo steht das? Ich habe das Ziel jedes Jahr mehr zu verdienen nicht weniger....Wenn du ein anderes Ziel hast, solltest du vielleicht nicht unternehmerisch tätig werden.

Des Weiteren interessiert mich, ob ihr Erfahrungen mit den Banken insofern habt, dass ein Einzelunternehmen ein Privatkonto nutzt

Gar kein Problem. Ein Geschäftskonto wäre nur zwingend erforderlich, wenn du eine Kapitalgesellschaft gründest.

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Kommentar von Hitarasu
15.11.2015, 23:05

Auch hier, danke für die ausführliche Antwort. Und ja, hört sich doof an, aber ich werde vermutlich das erste Jahr nur darin investieren, alles auf Fordermann zu bringen - ich habe nicht die Absicht dabei etwas zu verkaufen, wenn wäre es jetzt auch nicht tragisch, aber erstmal soll alles startklar sein, damit die "Probleme" nicht dann auftauchen, wenn es zu tun gibt.. ;)= 

Unter den 8000 wurde mir so mitgeteilt, alles drüber wäre Einkommenssteuerpflichtig. Natürlich möchte ich wenn es losgeht so viel Gewinn wie möglich erzielen, wo ich selbstverständlich dann auch Steuern, eventuelle bilanzierungspflicht & Co. in Kauf nehme ;D

Das ein Geschäftskonto nicht zwingend erforderlich ist & nur bei der Gründung einer Kapitalgesellschaft notwendig ist weiß ich (irgendwo muss ja das Kapital hin ;P ), es ist mir persönlich aber wichtig, dass mein privates Konto, von dem ich persönlich Einkaufe & Co. nicht mit dem, von dem die Rechnungen bezahlt werden, vermischt wird.

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Solange du keine Umsätze machst, brauchst du weder Gewerbe anmelden noch Konto eröffnen.

Wenn es also losgehen soll, meldest du das Gewerbe an und eröffnest ein Konto. Bisher getätigte Investitionen kannst du als Kosten notieren (Belege aufheben).

In der Einkommenssteuererklärung musst du deinen Gewinn angeben und entsprechend dem Steuerbescheid die Einkommenssteuer dafür entrichten. Dabei musst du keine Grenzen beachten. Steuern zahlen ist nichts schlimmes, da das ja nur in dem Maße passiert, wie du auch gut Geld verdienst.

Wenn nicht massenhaft Buchungen laufen, kannst du ruhig ein Privatkonto für die Geschäftstätigkeit nutzen. Dabei ist nicht die Höhe der Beträge, sondern die Anzahl der Buchungen relevant. Für mein Unternehmen (von dem ich lebe), nutze ich seit 10 Jahren Privatkonten.

Da dein Vertrag nicht wie üblich eine  Verpflichtung zur Genehmigung einer Nebentätigkeit enthält, kannst du diese ohne Information des AG starten, wenn

  • nicht mal die Gefahr besteht, dass deine Arbeits- oder Lernleistung darunter leidet,
  • keinerlei zeitliche Konflikte entstehen
  • keine Wettbewerbssituation entstehen kann (ein Koch darf keinen Cateringservice, ein IT-Techniker keinen PC-Reparaturdienst betreiben).

Geh davon aus, dass dein AG von deiner Unternehmung erfährt (Internet, Werbung, Zuträger, Zufall). Daher ist es besser, wenn du deinen Chef vorab darüber informierst. Verbieten könnte er dir dein Vorhaben nur mit einem sehr wichtigen Grund (Wettbewerb, Zeitaufwand)

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Kommentar von Hitarasu
15.11.2015, 22:58

Vielen Dank für die ausführliche Antwort, ein Wettbewerb dürfte nicht entstehen, da es zwar auch Internethandel ist, aber eine komplett andere Branche. 

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Du bist verpflichtet deinem Arbeitgeber deine Selbstständigkeit anzuzeigen. Du benötigst eine Gewerbeanmeldung. Ein seperates Bankkonto ist direkt zu Beginn nicht unbedingt notwendig solange du keine Umsätze machst. Aber, dein Arbeitgeber wird dir diese Sache 100%ig untersagen.

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kurz und knapp, Deine Idee scheint mir nicht besonders ausgegoren zu sein

..auch gerne Gebühren bezahlen, wenn ich denn auch davon profitiere...

das entscheident nicht Dein Profit, sondern die Bank

ob ich dazu VERPFLICHTET bin meinen Ausbilder darüber zu informieren

ich kenne keine Firma, die einem Angestellten erlaubt, sich nebenbei selbstständig zu machen. Es könnte der Eindruck entstehen, dass Du nicht  Deine volle Arbeitskraft bei der jetzigen Firma einsetzt.

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Kommentar von Hitarasu
15.11.2015, 21:19

Das mit dem profitieren bezieht sich auf die Leistung der Bank in Form von Ansprechpartner & Co. , das sehe ich aktuell bei mir an der Arbeit, wie wichtig so ein Kundenbetreuer manchmal sein kann & da gibt es von Bank zu Bank gewaltige unterschiede :P

Ob selbstständig oder Nebenjob ist irrelevant, sie dürfen es nicht verbieten, es sei denn es würde mein Ausbildungsziel gefährden und mal im Ernst: Kaufmännische Ausbildung, kaufmännischer Nebenerwerb - das wird wohl kaum schaden :D Es geht rein um das Informieren meines Arbeitgebers

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Kommentar von Georg63
15.11.2015, 22:01

Bei welcher Bank er ein Konto eröffnet, entscheidet der Unternehmer.

Ich kenne viele Leute mit einem genehmigten Nebenjob und war selbst schon in einer solchen situation - sogar mit direktem Wettbewerb.

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Hallo Hitarasu,

Kevin hat deine Fragen schon richtig beantwortet. Zudem ist es ratsam, wenn Du mit deinen Fragen zur IHK in deinem Ort oder zur Wirtschaftsförderung gehst. Dieseieten in derRegel kostenlose Informationsgespräche an. Hierbei kann man auch direkt auf deine individuelle Situation eingehen.

Viel Glück

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