Als Auszubildender ein Kleingewerbe anmelden?

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5 Antworten

Hallo Araxx,

sobald du volljährig bist (ich nehme an, ist bei dir der Fall), kannst du ein Gewerbe anmelden.

Allerdings solltest du unbedingt deinen Ausbildungsvertrag lesen, ob da irgendetwas bezüglich eines Nebenjobs drin steht. Meistens ist dieser nicht erlaubt, damit sich gerade ein Azubi auf seine Ausbildung voll konzentrieren kann. Zudem sind Nebenjobs in den allermeisten Fällen vom AG genehmigungspflichtig.

Willst du nicht einfach mal mit deinem Ausbildungsbetrieb darüber reden?

Zur Versteuerung: Du solltest dir definitiv noch mehr Wissen aneignen, ehe du dich selbständig machst! Alleine die Frage drückt aus, daß du dich mit dem Thema Kosten, Steuern, etc. noch keinen Deut beschäftigt hast. Ist nicht bös gemeint, sondern einfach ehrlich.

Wenn du dich selbständig machen willst, schreibe einen Businessplan, auch wenn du keinen Kredit aufnehmen willst. Die Materialien dazu erhälst du kostenfrei beim Bundesministerium für Wirtschaft. Konsultiere einen Steuerberater, der dich bei der Gründung berät und begleitet. Nebenbei bemerkt: Es gibt Gründungsförderungen, von denen du noch nie was gehört hast. Ein guter Steuerberater kennt sie alle :-) Dadurch wir die Beratung nämlich kostenneutral.

10.000 Euro sind schnell weg, überlege dir also ein Konzept, welches möglichst alle Faktoren berücksichtigt.

LG

In der Regel steht in Ausbildungsverträgen, dass die Zustimmung des Arbeitgebers Pflicht ist(!).

Es gibt nur eine Gewerbeanmeldung, keine Kleingewerbeanmeldung.

Es gibt aber für die Umsatzsteuer eine Kleinunternehmerregelung. Gerade bei hohen Anschaffungskosten für Betriebsmittel und bei hohem Anteil von Materialkosten ist die wirtschaftlich oft nachteilig. Dann lieber auch bei einem kleinen Gewerbe auf die Kleinunternehmerregelung verzichten. Musst Du mal genau für Dich nachrechnen (lassen).

Lesestoff: http://klicktipps.de/gewerbe und in den dortigen FAQ

Zuerst muss dein Betrieb zustimmen.

Anmeldung ist ohne Probleme möglich. Steuerfragen dann mit dem Steuerberater klären.

Wenn du 18 bist kannst du grundsätzlich ein Gewerbe anmelden. Die Kleinunternehmer-Regelung ist, wenn du Maschinen anschaffen musst, eher ungünstig, weil du die Mehrwertsteuer aus dem Maschinenkauf und sonstigen Kosten nicht als Vorsteuer geltend machen kannst. Deine Frage lässt aber den Schluss zu, dass du noch erhebliche Wissenslücken für einen Unternehmensstart hast. Aber gerade am Anfang sollte man möglichst Fehler vermeiden. Das Internet bietet da jede Menge Information an. Besonders hilfreich ist:http://www.unternehmerstarthilfe.de. Hier bekommst du kostenlos und unverbindlich das notwendige Wissen. Du kannst auch einen 10-Punkte Check machen, wie die Chancen für dein Vorhaben sind.

Hallo Araaxx,

möglicherweise werde ich mit meiner Empfehlung nicht überall auf Gegenliebe stoßen. Aber es geht in erster Linie um dich und nicht um andere.

Ich finde es großartig, dass du dir jetzt bereits schon solche Ziele gesetzt hast und auch dafür etwas getan hattest. Du gehörst zu den Leuten, die bereits jetzt eine große Zukunft haben werden. Gratuliere.

Dennoch: Egal, was du anfängst, du darfst deine eigene Sicherheit nicht aus den Augen verlieren. Die Sicherheit, dass du die Früchte deiner Arbeit auch dann nicht gleich komplett verlierst und alles andere. privat aufgebaute ebenfalls, wenn es aus irgendwelchen Gründen mal schief läuft.

Das kann immer mal passieren.

In Deinem Falle hätten wir noch einen Vorteil mehr: Es sind zwei Personen, die etwas tun. Du, als Auszubildender und die andere Person als Firma.

Keine Sorge, ich will keinen Fremden oder Bekannten mit ins Boot nehmen, sondern eine Person, die in der Unternehmensstruktur als "juristische Person" ihr vollwertiges Dasein besitzt.

Hier würde ich eine englische Limited empfehlen ( einen erfahrenen Unternehmensgründer findest du unter proconcilio(at)gmail.com ) empfehlen. Sie ist die weltweit meist genutzte Unternehmensform. Du kannst dir jeden Namen ausdenken und mit diesem Firmennamen eintragen lassen. Fortan ist es die Firma - und dennoch du- die arbeitet.

Sobald du deine Lehre zu Ende hast, lässt du dich bei deiner eigenen Firma für ,zunächst, ein geringes Gehalt einstellen und bist damit auch noch Kranken- Renten-. und Sozial versichert. Du darfst diese Versicherungskosten, die du als Alleinunternehmer und Selbstständiger sonst hast, nicht unterschätzen. Deshalb besser eine Ltd und dich selbst anstellen.

Falls mal etwas schief gehen sollte, bleibt es bei der Ltd und nicht bei deiner privaten Seite. Nach außen hin tritt jetzt auch die Ltd. auf den Plan - und du zunächst als Repräsentant und Gelegenheitsmitarbeiter.

Zwar gibt es in der deutschen Form auch eine UG, aber hie rmußt du hinter deinem Firmennamen nicht nur das UG, sondern auch noch "Firma UG (haftungsbeschränkt) schreiben. Und jedes Jahr 25% deiner Gewinne festschreiben, bis das du 25.000 voll hast, um dann eine GmbH zu gründen. Also besser Finger weg, zumal sich die Gesetzgebungen ständig ändern, weil es eben typisch deutsch ist.

Mehr von dir, Araxx - und der Deutschen Wirtschaft würde es besser gehen.

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