Als Anfänger eigenes Pferd?

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6 Antworten

Ein grausam ehrlicher Brief an die Eltern meines Pferdepflege- und Reitmädchens Liebe Familie XYZ! Ich kenne das schon aus langjähriger Erfahrung: Fast alle, die bei mir eine Reitbeteiligung hatten, haben sich früher oder später ein eigenes Pferd angeschafft. Leider ging das aber nicht in allen Fällen gut; vor allem dann nicht, wenn es sich dabei um Kinder handelte. Alle, die über 18 geworden sind und sich dann vom eigenen Geld (meist natürlich "gesponsert" von Familienangehörigen) ein Pony oder Pferd zulegten, haben durchgehalten, doch die jugendlichen Pferdebesitzerinnen sind alle (!!!) wieder von der Reiterei abgesprungen. Meist wegen Ausbildung, Beruf und wegen der Jungs. Da dadurch aber leider viel Pferdeelend entsteht, habe ich mir gestattet, Ihnen einiges zusammen zu stellen, das sich sachkundig und ausführlich mit dem Wunsch von Kindern und Jugendlichen nach dem eigenen Pferd befasst. Dazu habe ich noch eine Liste der üblichen einmaligen und laufenden Kosten der Pferdehaltung beigelegt. Den Kosten und Preisen sind dabei nach oben nahezu keine Grenzen gesetzt; die maximal-Preise, die ich angesetzt habe beziehen sich auf qualitativ sehr gute Gebrauchsgüter der jeweiligen Kategorie, nicht aber auf die natürlich auch noch möglichen Luxusausführungen, die dann auch leicht noch doppel so teuer sein können... Was noch fehlt, sind die täglich anfallenden Arbeiten, die auch an Sonn- und Feiertagen zu leisten sind, die keine Rücksicht nehmen auf Hausarbeiten, schlechtes Wetter oder Krankheit und Urlaub des Pferdebesitzers! Zwar werden einige dieser Arbeiten von Verpächtern übernommen, aber meist nur in Ställen mit monatlichen Einstellkosten von über 300,-€. Und auch das leider nicht immer. Aber alles der Reihe nach: a) Haltergemeinschaft Hier werden alle Arbeiten (und Kosten) anteilig auf die Mitglieder umgelegt. Das sind zuerst mal die regelmäßigen täglichen Arbeiten: mindestens 2x täglich Futter mischen oder ansetzen und verteilen sowie Heu und Stroh füttern, täglich die Pferde aus dem Auslauf/Stall auf die Weide stellen und zurückbringen, Ausläufe/ Ställe entmisten und neu einstreuen, Wasser schöpfen/pumpen und verteilen (und all das auch bei sengender Hitze oder Regen, Schnee und Eiseskälte), E-Zäune kontrollieren und mind. 1mal pro Woche freischneiden/pflücken und reparieren, Futtergras entweder freistecken ( täglich, z.T. auch nur wöchentlich) oder als frisches Schnittgras schneiden, holen und vorlegen, Nagehölzer besorgen, vorlegen und auch wieder entsorgen, Löcher in Weide und Auslauf zustopfen/treten, kranke Tiere mit der nötigen Medizin versorgen/ behandeln Dann sind da noch die zeitlich nicht ganz genau planbaren, sehr plötzlich anfallenden Arbeiten die aber wegen ihrer Wetterabhängigkeit meist absolute Dringlichkeit haben: Pferde umstellen auf andere Weiden(2-4mal pro Jahr), E-Zäune ziehen(monatlich), feste Zäune reparieren oder bauen( 2mal pro Jahr), Gräben säubern von Unkraut ggf auch Schlamm (sommers 1-2mal), düngen, kalken, Kompost/Mist ausbringen(monatlich), Totholz entfernen(1-2mal pro Jahr), Brennesseln und Disteln mähen(2-3mal pro Jahr und Weide), Stroh und Heu packen/ umpacken (winters monatlich; + 2mal im Sommer), und Unvorhergesehenes kommt garantiert auch noch einige Male dazwischen... b) Pensionsplatz Je nach Preis werden hier 1-2mal täglich die Grundversorgung mit Einstreu, Rauhfutter und Wasser, ggf. auch Kraftfutter vom Verpächter übernommen, jedes Extra muß meistens aber entweder selbst geleistet oder zusätzlich bezahlt werden( z.B. besonderes Futter, weil Hafer für viele Ponys nicht geeignet ist; oder Mineralpellets, Staub-freies oder gewaschenes Heu u.v.m.). Der tägliche Auslauf ist nach meiner langjährigen Erfahrung in den wenigsten, auch teuren(!) Ställen nicht gesichert, da bei "schlechtem" Wetter die Pferde meist aus Faulheit im Stall gelassen werden. Entweder der Verpächter mag nicht naß werden oder sein Auslauf ist nicht pferdegerecht und wenigstens teilweise befestigt, sondern bei Regen ein Schlammloch, in das keiner gerne hineintreten mag und das auch die Tiere krank machen kann. Ständiger Stallaufenthalt aber ist auch nicht artgerecht und macht die Tiere mit Sicherheit krank! Ständiger, ungeregelter Weideaufenthalt auf den hier üblichen Weiden ist für viele Kleinpferderassen aber auch nicht ungefährlich, da sie verfetten und jämmerlich an Leberschäden oder Rehe erkranken und sogar zu Grunde gehen können. Erkundigen Sie sich nach der Qualifikation und/oder dem Sachkundenachweis z.B. für die Robustpferdehaltung. Wie sind die anderen Einsteller mit der Pferdeversorgung zufrieden, welche Pflichten kommen auf Sie und oder Ihre Tochter zu. Wie wird alles im Krankheitsfalle oder bei Urlaub ( von Ihnen/Ihrer Tochter und auch vom Verpächter) geregelt? Müssen Sie ggf. eine Ersatzperson stellen, um Ihrem Pferd/Pony die nötige Pflege und Versorgung zukommen zu lassen? Wenn Sie jetzt das Gefühl haben, ich will Ihnen Angst machen, ist das vielleicht gar nicht so falsch. Schließlich übernehmen Sie mit dem Kauf eines Ponys/Pferdes die Verantwortung für ein lebendiges Wesen, das völlig von Ihnen abhängig ist und ohne Ihre Fürsorge leiden muß oder letztendlich beim Schlachter landet! Pferde werden in artgerechter Haltung, wie Sie sie von mir kennen, leicht 30 oder etliche Jahre mehr alt; Ponys oft noch älter! Nachtrag: Das junge Mädchen, an dessen Eltern dieser Brief ging hat übrigens kein eigenes Pony bekommen und spielt jetzt sehr engagiert Damenfußball...

Huhu.

Ich kann dich verstehen, schon seit ich denken kann wollte ich immer ein Pferd haben. Ich berichte dir jetzt mal einfach aus meinen Erfahrungen.

Meine Cousine kriegte als Anfängerin ein Pferd und wurde nicht gerade glücklich damit. Wie du hatte sie schon vorher Erfahrungen mit Pferden gesammelt, unter anderm auch mit meinen eigenen Pferden, ist manchmal auf denen geritten, jedoch nicht richtig. Nach einiger Zeit kümmerte sie sich gar nicht mehr um das arme Tier und es stand die ganze Zeit nur im Stall rum, da sie merkte das reiten doch ziemlich anstrengend ist und ein Pferd eine Menge Zeit beansprucht. Da ich es mir irgendwann nicht mehr mitansehen konnte steht das Pferd nun bei mir im 'Beritt' und selbst ich mit mehr als 13 Jahren Reit- und Turniererfahrung komme nur mäßig gut mit dem Pferd aus.

Ich denke es stimmt daher wenn Menschen sagen das Anfänger, trotz Pferdevorerfahrung, nicht wirklich beurteilen können welches Pferd geeignet ist.

Wie ich schon erwähnt habe, habe ich selbst auch Pferde, mehrere sogar. Mein erstes Pferd habe ich mit 8-9 Jahren bekommen, hatte da jedoch schon 5-6 Jahre Reiterfahrung, eine Reitlehrerin, Eltern und Geschwister die reiten können und ebenfalls Pferde haben. Und selbst dieses Pferd habe ich nur gekriegt weil es wahnsinnig lieb (damals 15 Jahre) war und aus der Zucht meiner Großeltern stammte.

Da du Western reitest nehme ich an du willst ein Westernpferd? Ich kenne mich zwar nicht ganz in der Westernszene aus, aber ein paar Informationen habe ich parat und ich bin auch mal zwischendurch Westenr geritten. Viele Westernpferde die an Unwissende verkauft werden haben irgendwelche Schäden, das ist jedenfalls bei ganz vielen Westernpferden so, kann aber natürlich auch bei klassisch gerittenden Pferden auftreten UND ich möchte NICHT sagen das alle Pferdehändler/Züchter, etc so sind, es ist halt meine Erfahrung das bei angeblich gesunden Pferden die Western oder Springen geritten worden sind, Sehnenschäden festgestellt worden sind, manchmal haben die Besitzer aber auch keine Kenntnis von dieser Verletzung. Wie gesagt, ich möchte KEINEN anschwärzen.

Ich empfehle dir definitiv erstmal ein paar Jahre Reitstunden zu nehmen und dich dann auch erstmal an einer Rb zu versuchen. Ich hatte vor meinem Pferd zwar auch keine Reitbeteiligung, aber ich bin bei meinen Großeltern auf einem kleinen Gestüt aufgewachsen und wusste daher etwagig Bescheid.

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen, für genauere Informationen, etc kannst du mich anschreiben.

Kommentar von soohie2611
02.11.2016, 20:41

Danke für deine Antwort! Also im Stall stehenbleiben würde es bei mir definitiv nicht 🙈 Aber trotzdem danke & ich denke ich warte doch noch ein wenig ab, da ein Pferd ja auch eine riesengroße Verantwortung ist. Ich habe demnächst wahrscheinlich die Möglichkeit auf einem etwas schwierigen Pferd Unterricht zu bekommen, & wenn ich super viel Glück habe, darf ich sie als Pflegepferd übernehmen. Ich glaube das ist vorerst dann doch besser. :)

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Klar jeder kann sich ein Pferd anschaffen, aber da wäre eine Person toll die vilt auch ein eigenes Pferd hat und dir da hilft.Und auch eine Reitlehrerin bei der du regelmässig in die Reitstunden gehen kannst.

Aber meine Persönliche Meinung: Ich habe mir auch soo sehr ein eigenes Pferd gewünscht&tue das noch immer, aber wenn man nachdenkt kommt eine Reitbeteiligung doch schon eher besser rüber.

Du musst nicht ständig zum Pferd, du musst auch nicht so viel bezahlen, die Verantwortung für ein Lebewesen ist dann auch nicht so riesig wie beim eigenem Pferd.Vorallem die Leute wissen was zu tun ist!

Also hab ich jetzt eine Reitbeteiligung mit der ich alles machen kann.

Liebe Grüsse 

das einzige problem, was ich sehe ist, dass ein anfänger nicht beurteilen kann, welches pferd zu ihm passt.

von allen, die als anfänger ein pferd gekauft haben, kenne ich nur ein einziges mutter/tochter paar, das mit ihrem pferd glücklich geworden ist.

alle andern haben sich nach spätestens einem jahr wieder von ihrem pferd getrennt - und die meisten nie wieder eins gekauft oder sogar das interesse wegen der schlechten erfahrung ganz verloren.

Kommentar von soohie2611
02.11.2016, 20:11

Danke erstmal für die Antwort! Also ich hatte vielleicht an einen Haflinger gedacht, da die ja eigentlich sehr lieb sind. Oder hättest du vielleicht einen anderen Vorschlag? :)

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Kommentar von Purzelmaus99
02.11.2016, 20:16

man kan keine Rasse empfehlen kenne haflinger die sind super lieb aber auch einige (meine rb) die sind sehr frech

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Kommentar von soohie2611
02.11.2016, 20:50

Nein, alles gut. War mal gerade ne Idee von mir. Aber ihr habt schon alle recht und das der Charakter zählt, weiß ich ja auch :) Ist aber für mich glaube ich einfach noch zu früh. ich warte lieber, bevor ich da gravierende Fehler mache. Danke trotzdem für die ganzen schnellen Antworten!

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ich halte wenig davon sich als Anfänger ein Pferd zu kaufen. Man ist hier immer auf die Hilfe ´von anderen angewissen . anfangs versprechen einem alle, dass sie dir helfen - wie  lange die das aber durchhalten ist fraglich.
Bzw. manchmal ändern sich die Gegebenheiten. Evt muss wegen einem Umzug der Stall gewechselt werden und im neuen Stall bist du auf einmal auf dich allein gestellt.

Abgesehen davon: wie alt bist du? kannst du dir überhaupt ein eigenes Pferd leisten? gerade als Anfänger kommen nnoch extra Kosten wie Unterricht für dich und evt Korrekturreiten für dein Pferd dazu. da kommst du dann auch schonmal auf 700 € pro Monat.

hast du denn auch genügend Zeit? Neben  Job, Haushalt, Partner und evt einem Kind ist es nicht leicht auch noch täglich in den Stall zu fahren.

  Du wirst keine große Zeit mehr zum Reiten haben.Es werden erheblich hohe Kosten in Frage kommen.Geld für Futter,Heu,Stallunterkunft,Koppel,Ausrüstung,Tierarztkosten.....ich weiß was du meinst...aber vlt kannst du ja so eine Art Pflegepferd "austesten"

Liebe Grüße :)

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