Als Ärchologe in Israel arbeiten und wohnen?

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8 Antworten

Eigentlich sind das zwei Probleme auf einmal.

Bzgl. deines Interesses für Archäologie:

Klick dich hier mal durch die Fragen mit dem betreffenden Tag. Die Chancen im Fach sind mehr als schlecht. Umso schlechter, wenn man mit so genauen Vorstellungen von der eigenen Zukunft an die Sache herangeht.

In deinem Fall müsstest du dich früh auf Archäologie des Nahen Ostens spezialisieren. Nur ist es eben umso schwerer, im Ausland als Archäologe unterzukommen, eben weil das Land genug eigene Archäologen auf der Suche nach Arbeit produziert, die sich in der Regel besser mit der eigenen Kultur, den eigenen Gesetzen etc. auskennen und obendrein die Landessprache fehlerfrei sprechen.

Du müsstest also erstmal an einer entsprechenden Uni, die zumindest die Archäologie des Nahen Ostens anbietet Archäologie studieren. Nebenbei müsstest du Neuhebräisch und am besten auch Arabisch lernen. Während deines Studiums wären Praktika, Auslandsgrabungen etc. in Israel eigentlich schon zwingend notwendig.

Nur kommt dann der Haken: Selbst mit einer optimalen Vorbereitung, bereits geknüpften Kontakten etc. sind deine Chancen, auch eine Stelle in Israel zu bekommen verschwindend gering. Dazu bist du durch die Spezialisierung, um überhaupt den Hauch einer Chance zu haben nicht allzu breit aufgestellt, deine Chancen hierzulande etwas zu bekommen sinken (seien wir ehrlich, es gibt hier nicht allzu viele Möglichkeiten mit diesem Schwerpunkt). Du müsstest also völlig umsatteln auf eine andere archäologische Teildisziplin oder müsstest dir etwas außerhalb des Faches suchen.

Mein gut gemeinter Rat: Führ einen mehrstufigen Realitätsabgleich durch.

Mach Praktika im Bereich Archäologie, bei Grabungsfirmen, im Denkmalschutz, an Museen. Von kaum einem Fach gibt es so falsche Vorstellungen wie von der Archäologie. Die Inhalte mögen variieren, aber die Arbeitsweise ist die gleiche.

Mach in den Ferien einen Sprachkurs, schau, ob du mit der Landessprache zurechtkommst.

Und dann schau vor allem, daß du in irgendeiner Form für ein paar Wochen in Israel leben kannst. Au Pair, Sprachschule, Austauschprogramm, irgendetwas, das nicht Urlaub = Schönmalerei ist.

Dann wirst du sehen, wie viele deiner Traumblasen dabei nicht zerplatzen.

würde ich mich mal bei der israel antiquities behörde melden, auf deren website kann man sich auch für volontariate melden...

http://www.antiquities.org.il/

Allerdings gibt es in israel wahrscheinlich auch grabungen von ausländischen unis (bei archäologie geht man oft ins ausland graben, da können überall in der welt grabungen von unis von überall anders in der welt sein, das muss man von grabungsstätte zu grabungsstätte abklären)...

Möglich, Nicht möglich, unlogisch,...?

Möglich ist viel, vor allem in Israel. Wenn du in Israel wohnen willst, dann wird es teuer. Abgesehen davon, dass eine gute Waffenausbildung sehr notwendig ist.

Irgendwie sagen hier voll viele, es sei nicht realisierbar .. was ich schade finde, denn wir alle haben Träume und wir möchten sie uns nicht abschlagen lassen, weil es sich "dumm" anhört. Denn ALLES, was man sich in den Kopf setzt (und den physischen Regeln gerecht ist, d.h. ich möchte fliegen können, klappt NICHT) ist realisierbar!

Klar, die politische Lage in Israel ist nicht die Einfachste. Aber lebensgefährlich ist sie sicherlich NICHT! (wie in der Ukraine zur Zeit oder Syrien). Es ist so viel harmloser!

Du musst dich nur drauf einstellen, dass Israelis in KEINER Hinsicht den Deutschen gleichen :D

Archäologie in Israel machen, find ich übrigens ne klasse Idee! Da gibt's sehr viel zu entdecken!! (In Caesarea zum Beispiel :) Wunderschön dort und es ist noch lang nicht alles ausgegraben!!)

Das ist meine Meinung dazu. Viel Glück! ^-^

Jerne79 10.03.2014, 13:44

Vielleicht sollte man sich den Unterschied zwischen realisierbar und realistisch bewusst machen, wenn man sich mit solchen Fragen beschäftigt....

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warum sollte das nicht realisierbar sein? Natürlich, wenn Du dort einen Job bekommst......

Mach dir mal über Archäologie in Israel nicht allzu viele Illusionen...

Hier, lies mal Nr. 1

http://www.cracked.com/article_20795_6-things-movies-dont-show-you-about-being-archeologist_p2.html

darksunday 09.03.2014, 18:26

? Ich bin kein Kindergärtner. Ich weiss schon das man Archäologie nicht mit Indiana Jones vergleichen kann. Was soll das?

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hydralernae 09.03.2014, 18:34
@darksunday

Hast du es gelesen? Sobald dort ein Skelett ausgebuddelt wird, muss es schnell untersucht werden, damit es wieder vergraben werden kann. Ganz egal, wie wichtig der Fund war. Zudem sorgt die politische Lage dafür, dass Archäologie in Israel nicht so spaßig ist.

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Seltsam. Was hast Du nur mit den Israelis?
Kennst Du überhaupt schon welche? Oder hast zumindest jüdische Freunde in Deutschland? Warst Du jemals in Israel? Das wäre ja doch eine Voraussetzung, bevor man gleich Auswanderungspläne schmiedet.

Vielleicht probierst Du Dich ersteinmal als Grabungshelfer aus und siehst weiter, sobald Du Deine Vorstellungen auf Realitätstauglichkeit hin überprüft hast.

http://www.klartexxt.de/israel/ausgrabu.htm

Kristall08 10.03.2014, 00:13

Während man fast überall auf der Welt als "volunteer" kostenlos mithelfen darf, lassen sich das die Israelis teuer bezahlen. Außerdem soll man sich nichts vormachen, es ist echt gefährlich da unten.

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Jerne79 10.03.2014, 00:55
@Kristall08

Nicht nur die Israelis.

Insbesondere wenn amerikanische Einrichtungen auf den Grabungen sitzen, kann man sich ohne weiteres in Grabungen "einkaufen". Um dann die dusseligsten Arbeiten zu machen.

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holodeck 10.03.2014, 10:07
@Kristall08
Außerdem soll man sich nichts vormachen, es ist echt gefährlich da unten.

Ich war ein Jahr in Israel und weiß, dass man hin und wieder Nerven wie Drahtseile braucht. Aber es ist überlebbar. Durchaus ;-))

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Jerne79 10.03.2014, 22:52
@holodeck

Und was macht dann jemand mit den für uns landestypischen Vorstellungen von Sicherheit? Jemand, der keine Nerven wie Drahtseile hat? Der denkt über die Problematik wenn´s dumm kommt im Vorfeld gar nicht groß nach, schaut aber dann wie ein Eichhörnchen, wenn´s in seiner Stadt plötzlich knallt oder überall schwer bewaffnetes Militär herumsteht. Zumindest vorwarnen sollte man Interessierte also schon.

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holodeck 10.03.2014, 23:06
@Jerne79

Dann guckt er eben wie ein Eichhörnchen. Aber nur beim ersten Mal. Beim zweiten stellt sich schon Übung ein. Gute Güte ;-))

Ich war in genau drei Situationen verwickelt: eine Bombe am Busbahnhof Haifa, keine Bombe im Bus zwischen Cäsarea und Tel Aviv aber Mordspanik mit Aussteigen und haste nicht jesehn wegen 'ner herrenlosen Tüte, und einmal stand ein entlaufener oder verirrter Soldat mitten in der Nacht mit ner MP im Anschlag in meinem Zimmer. Das wars dann aber auch schon.

Man muss ja nicht unbedingt sein Glück im Gazastreifen oder an den Checkpoints auf die Probe stellen. Ansonsten schläft man auch in Israel sicher wie in Abrahams Schoß.

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Plasmaspender 10.03.2014, 23:09
@holodeck

Also spätestes bei der dritten Situation würde ich wie zwei Eichhörnchen gucken 0.0

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holodeck 11.03.2014, 10:23
@Plasmaspender

Aber nicht, wenn Du aus dem Tiefschlaf gerissen wirst, dieser Typ Dich aufgeregt zulabert in einer Sprache, die Du nur bruchstückenhaft verstehst (irgendwas mit Terroristen im Kibbuz) und Du selbst sowieso grundsätzlich nach dem Aufwachen erst einmal 10 Minuten brauchst, Dich im Hier und Jetzt zu orientieren. Das war Tranceinduktion par excellence. Und, was war am Ende? Gar nüscht! Heiße Luft. Zumindest waren die Terroristen, wenn sie überhaupt jemals da waren, schon längst wieder abgezogen. Vermutlich eher so eine Art Übung. Der damals im Rang zweithöchste General Israels, den ich beim Frühstück fragte, jedenfalls wusste von nichts und grinste nur.

Also nee.
Immer mit der Ruhe.

Drei Vorfälle innert eines Jahres. Das geht doch für eine Krisenregion. Man hat es meiner Erfahrung nach in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle weitaus mehr mit Ängsten vor der Bedrohung zu tun anstatt mit realen Bedrohungen.

Wie hier ja anscheinend auch ;-))

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Jerne79 12.03.2014, 19:34
@holodeck

Der Punkt ist doch, ob man mit diesen Ängsten umgehen kann. Natürlich ist die Angst sicherlich oft größer als die Zahl der Vorfälle, aber während du das offenbar gut weggesteckt hast, geht ein anderer monatelang auf dem Zahnfleisch, wenn nachts ein Bewaffneter vor seinem Bett steht.Da gibt es in meinen Augen auch nichts schönzureden. Und darüber sollte man sich eben im Vorfeld Gedanken machen. Es gibt genug Leute, die nachts ungern durch eine deutsche Großstadt laufen, für so jemanden ist ein Krisengebiet wohl kaum etwas.

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