Allgemeine Frage zum Religionsunterricht

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14 Antworten

Die Kirchen regeln das über sog. Staatsverträge mit dem Kultusministerium. Theoretisch können und machen auch andere Religion z.B. die jüdische, solche Verträge. Es werden durchaus andere Religionen in den christlichen Unterrichsstunden durchgenommen. Es ist schon lange her, dass ich zur Schule ging. Wir haben aber auch den Islam durchgenommen und auch was damals aktuell war und uns mehr interessiert hat, war der Buddhismus.

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Kommentar von KarolineM
25.03.2012, 12:23

Deine antwort war am effizientesten und am sachlichsten, daher am "hilfreichsten". :)

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.. wie soll man es formulieren, ich sag mal so: Dass Reli stattfindet, ist Sache des Staates - was in Reli stattfindet, ist Sache der Kirchen.

Der Staat bzw. die Bundesländer regeln die allgemeinen Rahmenbedingungen (da ist der übergreifende Unterricht durchaus ein Option, die realisiert wird, google mal das Stichwort "LER"). Natürlich hat das seine Wurzeln in einer Zeit, in der eine mehr oder weniger klare kirchliche Bindung noch selbstverständlich war. Dazu kommt die Erfahrung aus der Hitlerzeit, dass in dieser Zeit der Staat massiv an der "weltanschaulichen Bildung", nennen wir es besser Indoktrination - bewusst wollte man danach diesen Fehler nicht mehr begehen und hat dann versucht, die Verantwortung für die Inhalte primär in die Hand der Kirchen zu legen. Und es sind bis heute primär die Kirchen, die Lehrpläne gestalten, Schulbücher inhaltlich vorgeben, bestimmen, wer Reli unterrichten darf usw. Auf diesem Hintergrund ist klar, dass allein deshalb ein gemeinsamer Unterricht die Sache kompliziert macht.

Schau doch mal im Lehrplan bei dir nach, was da im Bereich Reli steht: Vermutlich wirst du da einiges finden, was auf deiner Linie liegt: Weltreligionen als Thema ist ein "Muss" (nicht nur das Steckenpferd spezieller Relilehrer), in vielen Lehrplänen ist auch das fächerübergreifende Arbeiten (z. B. kath-evang-ethik) vorgesehen, manchmal sogar verpflichtend. Auch in den Inhalten an sich gibt es viele Überschneidungen.

Andererseits gibt es auch Akzentsetzungen, die ich nicht verkehrt finde: Wenn jemand kath. Religion besucht und dann recht genau in die Bedeutung der Eucharistie eingeführt wird, finde ich das gut - einem Protestanten oder Juden wäre das kaum zuzumuten. Und das Protestanten durch ein intensive Beschäftigung mit Luther oder Calvin ihre eigenen Wurzeln gründlich kennenlernen, halte ich auch für notwendig - Katholiken oder Muslime sollten davon auch wissen, aber es muss für sie nicht unbedingt so umfassend sein.

Phasenweise - und da möchte ich dir recht geben - wäre es aber bei gemeinsamen Themen gut und richtig, das anders zu organisieren und im Klassenverband zu bleiben (darin sehe ich eines der Hauptprobleme des jetzigen Systems).

Und zuletzt: Ich finde, Reli sollte auch in der Verantwortung der Kirchen bleiben, sonst wird Reli zu bloßen Religionskunde und das finde ich zu wenig.

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Kommentar von KarolineM
22.03.2012, 23:15

Danke für deine sehr ausführliche Antwort, wenn die Kirche den Lehrplan hauptsächlich trägt erklärt das eigentlich genau was ich wissen wollte. Ich selbst bin aber nicht mehr in der Schule ^^ - Ich weiß nur das ich damals in katholische Religion gesteckt wurde und wir da auch nur katholische hatten. Vielleicht hat sich das kurz nach meiner Schulzeit geändert, immerhin gab es da in der Grundschule sogar nur katholische Religion, was ja heute auch nicht mehr ist.

Diesbezüglich bin ich immernoch sehr froh das in der Grundschule besucht zu haben, weil mein Lehrer zwar ein "echter" Katholik war, aber andere Meinungen toleriert hat, und kein Kind Probleme bekam weil es nicht beichten wollte etc.

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Ein bekenntnisübergreifender Unterricht wäre kein Bekenntnisunterricht mehr. Die Kirchen und auch viele Eltern sind aber wenig am Wissen ihrer Kinder über Weltreligionen interessiert, sondern an der Tradierung ihres Glaubens. Glauben lässt sich nur mit einem einzigen, gültigen Glaubensgebäude vermitteln und einem eindeutigen Glaubensbekenntnis.

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In einem guten Religionsunterricht sollten alle Weltreligionen behandelt werden. Unsere Welt ist so klein geworden, dass man alle Grundeinstellungen zum Glauben oder auch Nichtglauben genau kennen sollte. Wenn das erfolgt, ist es nur noch ein kleiner Schritt, um andere Menschen respektieren zu können.

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Das stimmt nicht, dass du im Religionsunterricht überhaupt nichts über die anderen Religionen erfährst. Es ist nur so, dass der Religionsunterricht in katholisch und evangelisch aufgeteilt ist wegen den Lehrern, die eben in die jeweilige Richtung gehen. Aber im Unterricht selbst wird viel mehr gelehrt, als nur der Katholizismus oder der Protestantismus.

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Kommentar von KarolineM
22.03.2012, 19:09

Also bei uns war das damals so, deshalb :o

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Den allgemeinen Religionsunterricht gibt es schon längst - den Ethikunterricht. Er bearbeitet sachlich alle Weltreligionen und ethische Problemstellungen und Fragen und ist somit um einiges effektiver als Religionsunterricht, der dem Kind beibringt, dass seine Religion die einzig wahre ist und somit gegen andere Religionen aufhetzt.

Woher kommt diese Beschränkung auf katholischen, evangelischen, etc spezifischen Unterricht?

Ganz einfach: Die Kirche hat Macht. Trennung von Kirche und Staat gibt es nicht. Der Bischof will natürlich, dass die kleinen Schäfchen in seine Herde kommen, damit sie schön Kirchensteuer zahlen, wenn sie mal groß sind. Deshalb richtet er den Religionsunterricht ein, in dem den Kindern beigebracht wird, dass irgendso ein Nichts, dessen Sohn von einer Jungfrau geboren wurde, eine Welt erschaffen hat und diese schlimmen Leid zugefügt hat (der Teil wird natürlich ausgelassen) und man nur durch Kirchensteuer in den Himmel gelangt (achja und alle anderen Weltanschauungen sind falsch.).

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hmm ...

Ich hab in der Schule gelernt worum es den anderen Religionen geht. Darum denke ich mir das Urteil bilden zu können, dass alle Religionen Müll sind, weil diese die Gesellschaft spalten. Im Irak wurden letztens EMOs abgeschossen, weil diese zur Homosexualität beitragen würden. Weil diese Religion aller Wahrscheinlichkeit menschenfeindlich gesinnt ist, gehört die sowieso verboten.

Hier in Mitteleuropa ist es wohl Brauch, dass nur christliche Religionen gelehrt werden. Und weil das über die Jahrhunderte geht, wird sich das kaum ändern. Meiner Meinung nach selbstverständlich.

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Da der Religionsunterricht ein Pakt zwischen der jeweiligen Kirche und dem Statt (Schule) ist, kommt das daher. In der 0. Klasse lernt man allerdings etwas über viele andere Glaubensrichtungen (zumindest bei den Prottestanten)

Aber villeicht hat dir das schon geholfen ;D

Ansonsten musst du Philosophie wählen wenns dir nicht passt

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"Kleine Nebenfrage, was würdet ihr von allgemeinen Religionsunterricht halten?" der sollte ganz abgeschafft werden, die religiöse Erziehung obliegt dem Elternhaus

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Kommentar von KarolineM
22.03.2012, 20:39

Wie kommst du darauf? Wissen um Religionen ist prinzipiell (zum teil sogar komplett ident) mit dem Wissen um Kulturen. Dieses Wissen gehört zur Allgemeinbildung. Ich denke man muss da ganz klar unterscheiden zwischen sachlicher Aufklärung ("Was ist der Islam?") und indoktrinierung und ähnlichem ("Du kommst in die Hölle wenn du nicht betest!"). Gegen eine sachliche Ausbildung an was verschiedene Leute glauben kann eigentlich niemand was haben, ausser er ist blind gläubig und eben indoktriniert.

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Kommentar von karlklavier
22.03.2012, 22:12

Deine Meinung würde ich nur dann unterstützen, wenn Reli noch religiöse Indoktrination wäre, wie es in früheren Zeiten vielleicht einmal war.

Eine vollkommene Privatisierung der religiösen Erziehung, wie du sie möchtest, halte ich für extrem problematisch. Meiner Meinung nach machen oder können oder wollen viele Eltern das nicht leisten, so dass viele Kinder und Jugendliche komplett leer ausgehen würden. Umgekehrt gibt es nicht wenige eher streng religiöse Eltern, die sehr einseitig erziehen - da sollte der Religionsunterricht leisten, dass die Schüler/innen ein größeres Spektrum an Denkmöglichkeiten kennenlernen, was ohne eine gewisse Basis an Wissen nicht möglich ist, und dieses differenzierte Wissen wird im Elternhaus oft nicht vermittelt.

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Dass bei uns im Reliunterricht vor allem christliche Religion unterrichtet wird, hat im Wesentlichen kulturhistorische Gründe. Im Gegensatz zu Hinduismus & Co ist das Christentum hier am gängigsten, auch wenn andere Religionen wie der Islam auf dem Vormarsch sind. Außerdem gestaltet sich der katholische und evangelische Unterricht jeweils anders. Den Islam haben wir übrigens damals sehr ausführlich durchgenommen.

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Wieso unterrichtet der Biologielehrer eigentlich nicht Physik? Ist doch beides Naturwissenschaft??

Im Religionsunterricht sollst du nicht alles mögliche kennen lernen, sondern deinen Glauben. Dass das allzu wenig geschieht, ist eine bedauerliche Tatsache.

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Kommentar von pheondiesn
23.03.2012, 21:02

Im Religionsunterricht sollst du nicht alles mögliche kennen lernen, sondern deinen Glauben.

Das Problem kenne ich auch. Im Religionsunterricht wird den Kindern beigebracht, was sie glauben. Eine echte Gehirnwäsche.

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öhmm...ich glaube ich muss dir widersprechen. Wir haben zwar aufgeteilt zwischen evangelischem und katholischem Reliunterricht, aber trotzdem machen wir nach und nach alle Weltreligionen durch...

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Also ich hab e.V. Religionsunterricht und wir nehmen eig alle Weltreligionen durch. o.O

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Ich finde das eine sehr gute Frage! Aber ich bin gegen alle Arten von Religionen und finde, der Unterricht sollte abgeschafft werden.

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