Alleinerbe und Pflichtteil

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4 Antworten

Der Anspruch deiner Geschwister geht höchstwahrscheinlich gegen Null :-)

Unterstellt, du leistest seit 12 Jahre Pflege im Sinne und dem Gesetz der gesetzlichen Pflegeversicherung (Körperpflege, Essen zubereiten und darreichen, Ankleiden, Baden, Waschen, Einkaufen, Medikamente verabreichen, ...) steht dir vorab der entsprechende Pflegesatz ambulater Pflege zu :-)

Selbst bei niedrigster Pflegestufe 1 (90 Minuten täglicher Aufwand v. g. Pflegeleistung) wären das bis heute schon 55.296 EUR, bei PS 2 schon 132.624 EUR und bei PS 3 satte 206.208 EUR, die du vor Verteilung der Pflichtteilsansprüche dem Nachlass entnehmen kannst :-)

Davon wäre dir evtl. gezahltes Pflegegeld der Krankenkasse abzuziehen.

Sofern sich die Pflegestufen veränderten, teile bitte die Endsummen durch 12 Jahre und dann noch durch 12 Monate und berechne den jeweiligen monatlichen Pflegegsatz nach Pflegestufen monatsgenau am Sterbetag.

Rechtsanspruch: § 2075a BGB, http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2057a.html

Sofern der Pflegepflichtwert tatsächlich niedriger als der Reinnachlass der Verstorbenen wäre, also ist ihr Vermögen am Todesatg abzügich aller Nachlassverbindlichkeiten (Totenschein, Erbschein, Beerdigungskosten, Rechnungen im Todesmonat und lebzeitige Verbindlichkeiten aus Vertrag) mehr als z. B. 132.624 EUR betrüge, besteht das Pflichtteilsrecht erst nach Abzug dieser Anrechnungspflicht deiner häuslichen Pflege :-O

Bei dem Haus kommt es auf den Übergabzeitpunkt an. Lag der bereits 10 Jahre oder länger vor dem eintreffenden Erbfall, gehört er nicht mehr zum Nachlass :-O Innerhalb dieser Frist verstorben, wäre er, jedes Jahr 10% des Übertragungswertes (Verkehrswert) fallend, dem Nachlass wieder hinzuzurechen.

Im Ergebnis haben deine Geschwister bei deiner derart langen Pflegepflichtleistung wohl kaum einen Anspruch, wenn deine Mutter nicht außergewöhnlich wohlhabend verstarb oder eine Luxusimmobilie dir erst kürzlich überschrieb :-)

G imager761

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Kommentar von zwydern
29.07.2012, 12:29

@ imager761: vielen, vielen Dank für die Aufklärung.

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Sofern sie noch nicht auf ihren Pflichtteil verzichtet haben, wäre es möglich und ggf sinnvoll, wenn die Mutter ihnen ebenfalls den Pflichtteil zahlt. Der Anspruch ist zwar längst verjährt, aber die Mutter kann schlicht keine Einrede der Verjährung erheben und den Pflichtteil zahlen. Hierbei sollte man aber ein ggf. existierendes gemeinsames Testament beachten.

Man beachte, das das ein RIESEN Unterschied zu einer Schenkung ist. Das Geld kann weder von Sozialhilfeträger zurückverlangt werden, sofern die Mutter aufgrund der Pflegekosten zum Sozialfall wird, noch spielt es bei der Berechnung des Pflichtteils beim Nachlass der Mutter eine Rolle.

falls ja, wieviel.

Der Pflichtteil entspricht der Hälfte dessen, was der Berechtigte als gesetzlicher Erbe erhallten hätte. Bei 3 Kindern sind das 1/6 des bereinigten Nachlasses pro Kind. Lebzeitige Schenkungen wären ggf. als Ergänzungspflichtteil dem Nachlasswert hinzuzurechnen ( pro Jahr sind 10% abzuschmelzen. )

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Das Pflichtteil ist meiner Meinung nach 1/7 des Erbteils. Ihr seid 3 Kinder. Jeder bekommt normalerweise 1/3 des Erbteils. Da ein Geschwisterteil schon ausgezahlt wurde ist sie/er ganz raus aus der Erbgeschichte. Ich glaube, dass das andere Geschwisterteil auch einen Pflichtteil von 1/7 des Erbteils verlangen kann. Da er/sie sich nicht gekümmert hat, könnte er/sie aus moralischen Gründen darauf verzichten...muss es aber nicht. Am besten, Du holst Dir Rat bei dem Notar, der den Vertrag aufgesetzt hat. Ich glau also, dass Dein Geschwisterteil, das noch nichts bekommen hat, ein Recht auf 1/7 seines/ihres Erbanspruchs hat

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Kommentar von Frettchenfuerst
29.07.2012, 11:22

nein, der anspruch des einen ist damit nicht abgegolten

er hatte ja vom vater den pflichtteil eingefordert

von der mutter steht er ihm auch noch zu

die anderen haben einfach pech gehabt, dass sie ihr recht nicht durchgedrückt hatten

sie hatten sozusagen verzichtet, zugunsten der mutter, spielt aber keine rolle jetzt weiter, sind 2 geschichten

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ja, haben sie

du musst jedem deiner geschwister 16,67% (1/6) der gesamten erbmasse auszahlen

der pflichtteil von jedem ist 1/6

also wenn es 300.000€ wären, die deine mutter gesamt zu vererben hätte, müsstst du jedem der 2, je 50,000€ geben

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Kommentar von zwydern
29.07.2012, 11:21

Danke für die Antwort, aber das scheint mir der alte Gesetzeszustand zu sein.

Seit 2010 wird die erbrachte Pflegeleistung doch bewertet. Nur wie? Und wie wird der von mir bezahlte Pflichtteil angerechnet?

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