Alleine im Rollstuhl einkaufen, Angst ..

5 Antworten

"rollieinkaufs wAgen" kenne ich gar nicht, obwohl ich schon seit über zehn Jahren Rollifahrer mit einem Elektrorolli bin. Mangels einer zweiten funktionierenden Hand könnte ich so ein Ding(ich habe KEINE Ahnung wie das überhaupt aussieht) gar nicht.  "bedienen": Meine Art einzukaufen: Ich habe einige Stofftaschen mit mittellangen Henkeln, die ich mir an das Steuergerät des Rollis hängen kann, und die selbst halb gefüllt noch nicht an irgendwelchen meiner Räder schleifen. Mit so einer Tasche sammele ich alles ein, was ich haben möchte und räume das dann an der Kasse auf das Förderband. Erstaunlicherweise hat das Kassenpersonal noch NIE in den geleerten Beutel gucken wollen, was dazu führte, dass ich schon ein paar mal völlig unbeabsichtigt zum Ladendieb wurde, weil mir irgendeine Kleinigkeit beim Ausräumen entgangen war. Irgendwelchen Kleinkram habe ich IMMER in den diversen Beuteln die ich benutze: Das sind kleine Leckerlies für mir bekannte Hunde oder auch ein Pk. Tempos. Meine querschnittgelähmt Nachbarin (auch im E-Rolli, stellt sich zum Einkaufen immer einen leeren Karton auf die Oberschenkel und räumt in den hinein und an der Kasse auf das Band. Sämtliche von mir frequentierten Discounter und Supermärkte haben SO freundliches Personal, dass mir mein Einkauf nach dem Bezahlen schon OHNE meine Bitte, vom Kassenpersonal in das Netz an der Rückenlehne meines Rollis hineingelegt wird.

Tu es, du schaffst es.

Was du beschreibst ist ein ganz normaler Prozess. Du musst dich ja auch erst mal im normalen Leben mit der neuen Situation auseinandersetzen und lernen damit zurecht zu kommen. Vielleicht wäre es auch für dich eine Unterstützung eine Therapie zu machen, damit du in genau solchen Situationen aufgefangen wirst. Du wirst noch viel erleben, dass sich komisch und vielleicht sogar verletzend anfühlt. Aber du wirst auch unglaublich viele tolle neue Erfahrungen sammeln.

Hallo Fayth,

ach ganz und gar nicht. Das sieht für niemanden bekloppt aus, nur für Dich. ;-) Es ist völlig normal das sich auch mal Rollifahrerinnen im Real die Zeit vertreiben. Fußfgänger machen so etwas schließlich auch. Ich gehe übrigens total gerne im Real shoppe. :-)) Es ist auch völlig normal das Rollifahrer dabei einen Korb oder einen Karton auf dem Schoß tragen. Ich mache das auch so und hin und wieder, wenn ich etwas mehr einkaufen muß, schiebe ich einen ganz normalen Einkaufswagen vor mich her. Das ist gar nicht so schwer. Probier es doch aus.

Ich verstehe aber sehr gut das Du noch nicht so ganz in Deiner neuen Welt angekommen bist. Wahrscheinlich ging alles viel zu schnell für Dich. Als Du aus der Reha entlassen wurdest warst Du einfach noch nicht so weit, Dich dem Leben da draußen zu stellen. Das ist überhaupt nicht schlimm. Du hast ja gerade den Wunsch geäußert an Dir zu arbeiten und um diese Hemmschwelle zu überwinden. Du brauchtest die letzten Monate um Dir über Dein neues Leben klar zu werden. Mit dem Alltagstraining daheim jetzt an zu fangen finde ich genau richtig. Hättest Du es gleich im Anschluß an die Reha gemacht, hätte es Dich bestimmt überfordert. Such Dir kleine, gut erreichbare Ziele, die Dich nicht überfordern. Wenn Du von nun an täglich Deinen ganzen Mut zusammen nimmst um eines dieser kleinen Ziele zu erreichen, wirst Du sehr schnell fest stellen, daß das Leben da draußen für uns Rollifahrer gar nicht so anders ist wie früher. Solltest Du hierfür Unterstützung brauchen, z.B. eine Freundin oder ein ambulantes Mobilitätstraining, dann tu das. Hautsache Du kommt raus aus Deinem Schneckenhaus.

Das Du Dir im Alltag mehr Umgang mit gesunden Fußgängern wünscht, verstehe ich sehr gut. Auch mir geht das so. Deshalb habe ich mich in einen ganz normalen Schwimmverein angemeldet. Im Wasser brauche ich meinen Rollstuhl ja nicht. Tischtennis oder Badmington mit Fußgängern habe ich auch schon gespielt. Im Winter besuche ich immer einen Kochkurs bei der Volkshochschule oder ich gehe ich gehe zum Singlebrunch, um einfach mal neue, ganz normale Leute kennen zu lernen. Aber auch den Kontakt zu anderen Rollifahrern möchte ich nicht missen. Zum Beispiel beim Rollisport oder speziellen Events wie Der Tag der Begegnung oder der RehaCare. Aber der größte Teil meiner Aktivitäten mache ich mit Fußgängern.

Der Rollitrekker

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