Alle sagen immer....?

... komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Ja du, das kenn ich nur zu gut. Ich schreib dir mal was, vielleicht hilft es dir ja. Vorsicht, das könnte lang werden. Ich habe da einiges an Input. Das sind so Dinge, über die ich jede Sekunde nachdenke.

Ich bin manchmal so unendlich angepisst auf diese Welt. Grade als freundlicher und sensibler Mensch hast du in dieser Welt quasi verloren. Als jemand, der sich selbst nicht überschätzt, als jemand der nicht permanent blöd die Klappe aufreißt, hast du am Arbeitsmarkt verloren. Als jemand, der sich immer um andere kümmern will, bist du ein Magnet für Menschen, die das eiskalt ausnutzen. Als introvertierter Mensch wirst du von anderen kritisch beäugt, und dir wird eingeredet, irgendetwas wäre falsch mit dir.

Als Mensch in der ersten Welt wirst du jeden Tag von den Medien und der Werbung vollgemüllt, kriegst jeden Tag mit wie besch***** die Welt ist, im Fernseher, in den Nachrichten läuft das Angstprogramm und das Hauptproblem ist: Du bist machtlos. Du willst ja Menschen helfen und die Welt verbessern aber du kannst nichts tun. Du erkennst wie viel falsch läuft, aber du weißt nur zu gut dass du nichts davon ändern kannst. Dir gehts besch*****, und dann kommen Leute und sagen dir, du sollst glücklich sein. Du lebst ja in der ersten Welt und musst keinen Hunger haben.

Du beobachtest die anderen Menschen und erkennst, wie hirnlos und konsumgeil sie alle in der Gegend herumrennen, das Smartphone quasi ans Gesicht geklebt. Hauptsache zuhause wartet der Fernseher mit dem man sich noch mehr Müll und Werbung reinziehen kann. Und am nächsten Tag geht man wieder arbeiten, macht irgendetwas total sinnloses (wenige Ausnahmen mal ausgenommen), verkauft seine Zeit und hält brav die Maschinerie am laufen. Wenn es nicht mehr geht wird Burnout diagnostiziert und du frisst schön brav die Pillen vom Arzt bist du weiter und weiter machst und dann an einem Herzanfall oder was weiß ich was stirbst. Einmal im Jahr fährst du in einen anderen Konsumtempel auf Urlaub und postest schön brav Fotos auf Facebook, damit auch alle wissen was für ein geiles Leben du hast.

Und das solls dann gewesen sein.

Jetzt zu deiner Frage, was du tun sollst.

Ja, das frag ich mich auch oft. Ich bin weit entfernt davon, glücklich zu sein, aber ich habe trotzdem Methoden gefunden, mit all dem umzugehen.

Setzt dich zuerst mal hin und geh tief in dich. Frag dich, was du überhaupt willst von diesem Leben. Irgendwann wird der Gedanke von Selbstmord auftauchen. Verwirf ihn wieder. Damit würde dein Leben genau so enden, wie es nicht enden sollte: Sinnlos.

Nein, so sollte ein Leben niemals enden. Und doch ist das Leben so vieler Menschen so sinnlos. Mach deines anders. GIB ihm einen Sinn. Distanziere dich von dem, was dich kaputtmacht. Tu was du willst. Was macht dir Spaß? Was erfüllt dich? Wie kannst du deinem Leben Sinn einhauchen?

Ich mache folgendes: Ich habe meine 5-7 engen Freunde, mit denen ich Kontakt habe. Wenn mir Menschen nicht gut tun, distanziere ich mich von ihnen und habe nur den allernötigsten Kontakt mit ihnen. Ich habe eben einfach keine Lust, mit Menschen zu reden, die schlechte Gefühle in mir wachrufen, also tue ich es nicht.

Ich habe ein paar Hobbies und führe diese aus. Ich schreibe Bücher, ich male und beantworte Fragen auf gutefrage.net. Ich baue gerne Möbel und suche Pilze im Wald. Solche Dinge mag ich, auch wenn es nur irgendein Blödsinn ist: Ich mag es, ich hab Spaß daran, also tue ich es.

Immer wieder wird mir suggeriert, ich sollte mehr aus meinem Leben machen. Aber warum sollte ich? Es ist mein Leben. Ich mache daraus, was mir gut tut. Nur weil andere Menschen denken, dass Karriere und Geld und IPhone und Auto das Nonplusultra sind muss ich das nicht auch denken.

Immer wieder muss ich Dinge tun, die ich nicht mag. Wie etwa sinnlose Jobs, um mir mein Studium zu finanzieren. Leute auf der Straße befragen oder Museumsaufsicht oder irgendsoeinen Sch**** .Diese Dinge wandle ich in Sozialstudien um. Ich beobachte die Menschen, analysiere sie, und lache mich innerlich halb kaputt. Genauso wie beim U-Bahn-Fahren. Ich hasse es. Deswegen sitze ich eben so da, höre Musik und manchmal lächele ich einfach jemanden an und blicke ihm in die Augen. Es ist zum Schreien komisch, wie panisch die Leute werden, einfach nur weil ein fremder Mensch sie anlächelt. Das sind sie nicht gewohnt. Du siehst förmlich ihr Gehirn rattern. Ich beobachte, wie verwirrt sie sind und wie sie gleich wieder auf ihr Smartphone starren. Ab und zu lächelt jemand zurück. Das ist dann schön.

Ansonsten mache ich eben einfach so weiter. Ich freue mich, wenn ich mit jemandem, der ähnlich denkt einfach mal nur so reden kann. Das sind kleine Dinge, die das Leben lebenswert machen. Ich freue mich, wenn ich ein Projekt fertig gestellt habe. Ich spare auf eine Hütte mitten im Nirgendwo, am Besten auf einer Insel, mit Solaranlage und Feld und all dem Kram. Ernsthaft. Mein Traum ist es, mit meinem Freund am A**** der Welt in einer Hütte zu wohnen und dort irgendwelche Ziegen zu haben oder so. Er ist da auch ähnlich eingestellt. Deswegen arbeite ich darauf hin und lese Dinge darüber, wie man Ziegen hält und was man in der Natur essen kann und was nicht. Warum nicht?

Ich mag diesen Kram. Also mach ich das so. Und ich denke, das ist der Schlüssel zu einem besseren Leben. Einfach alles daran setzen, genauso zu leben wie man selber das will.

Ich will einerseits die Welt verändern und andererseits will ich weg von der Welt. Also setze ich alles daran, irgendwann Bücher zu schreiben, die die Menschen bewegen. Und während ich das tue, sitze ich hoffentlich in einer Hütte fernab jeder Zivilisation. Natürlich muss man ab und zu für all das wieder in die reale Welt gehen. Aber man kann diese einfach so sehen, wie sie ist: Krank, kaputt, und dringend hilfsbedürftig. Man darf einfach nie vergesen, dass man selbst der vernünftige Mensch in dieser Welt ist, derjenige, der erkennt dass und wie man Dinge verändern sollte.

So, das wars jetzt. Liebe Grüße.

Kommentar von georgiaaa
09.01.2016, 02:29

Mit diesem Text hast du mich beschrieben. Bzw meine Gedanken. Danke! Ordentliche Ladung Motivation :)

0
Kommentar von Plumpsbirne
09.01.2016, 03:05

Wow dein Text ist gedankenanstossend!! Du solltest ein Buch schreiben ich würde es sicherlich kaufen.. Echt beeindruckend! LG

0
Kommentar von Laurena94
09.01.2016, 08:26

Dein Text ist super. Und du hast recht. Ich glaube jedoch das es noch viel mehr Leuten so geht. Vielleicht nicht viel im Vergleich zu der gesamten Menschheit. Aber alleine betrachtet schon. 

Die Welt so wie sie jetzt ist zerstört sich selber. Das macht mir Angst. Die Menschheit muss lernen umzudenken. Mehr zum Ursprung zurückkommen. Nicht in allen Punkten aber in vielen. Sonst gibt es meiner Meinung nach keine Chance. Da sich die breite der Masse jedoch solange nichts für sie herausspringt weigert etwas für die Umwelt zu tun liegt es an die wenigen die nachdenken und was machen wollen daran zu handeln. Denn sie wollen helfen, doch sind sie einzeln machtlos und verzweifeln. 

Deshalb sucht man nach gleichgesinnte. Ich zumindest. Doch solche zu finden ist schwer. Denn ich glaube wenn man mehr als einer ist dann kann man mit gleichgesinnte reden und behält das Fünklein Hoffnung in sich. Dort wo es nicht erlöschen kann. 

Denn mit den richtigen Freunden und der richtigen Umgebung fühlt man sich selber wohl und ist Glücklich. 

War mein Text jetzt irgendwie nachvollziehbar? 

Ach ja und ich hoffe du bekommst deine Hütte in der Natur. Und die Ziegen. Deine Bücher würden mich wirklich interessieren. 

0

Das wurde dir bestimmt auch schon evtl. sogar oft gesagt, aber gehe das Problem doch mal analytisch an.

Betrachte die Vor- und Nachteile des Lebens auf dieser Welt und versuche dabei erstmal möglichst neutral zu sein.

Dann grenze das ganze auf dich und deine persönliche Situation ein.

Wichtig ist der Grund, also das Warum. Warum möchtest du so nicht auf dieser Welt leben und lässt sich da etwas dran machen?

Du kannst dir auch die Und-dann-Frage stellen. Wenn ich etwas Bestimmtes in diesem Leben mache, und dann? Also, was kommt danach und angenommen, du scheidest aus diesem Leben, und dann? Was ist mit den Personen die dir wichtig sind? Den eigenen Tod stirbt man nur, die Anderen müssen damit leben.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg in deinem Leben auf dieser Welt und nirgendwo steht geschrieben, dass es einfach ist, aber so viele Andere haben es auch geschafft und tun es noch, LG PicaPica.

Wenn du in dieser Welt nicht mehr leben willst, dann bleibt dir nur eines uebrig wandere in ein Land aus, das dir gefaellt. Ich mag auch nicht mehr in Deutschland leben auf gar keinen Fall. Weil ich vor etlichen Jahren die Phillippinen kennenlenrnte und auch mehrmals dort in Urlaub war bin ich als Erwerbsunfaehigkeitsrentner dorthin ausgewandert. Ich habe zwar immer noch Depressionen, die werden aber immer ausgeloest weil ich mit Deutschland immer noch Kontakt habe, ich war dort verheiratet und habe Kinder und meine Ursprungsfamilie lebt noch dort.

Ansonsten geht es mirt wesentlich besser als in Deutschland. Ich musste meinen Job aufgeben, wurde mir von meinem Arzt gesagt, ich muesse mich auch scheiden lassen  bzw. erst einmal alleine leben. Weiterhin war ich bei ihm in aerztlicher Behandlung mit Therapiestunden. Aber das hat alles nichts genuetzt.

Hier auf den Phillippinen kann ich rausgehen, mich mit den Leuten unterhalten, einfach nur in den Einkaufszentren essen gehen mit meiner Frau usw. Das war alles nicht moeglich in Deutschland. Ich verbrachte meine Tage nur im Bett bzw.; auf dem Sofa und schaute fernsehen oder las. Aber auch das lesen vernachlaessigte ich dort, wenn ich an die Zeit in Deutschland denke.

Dies ist mein Rat and dich, ich weiss dieser Rat kann nicht jeder sich erfuellen, wenn er nicht Erwerbsunfaehig ist und eine Rente bezieht.

Was möchtest Du wissen?