Alle haben sie studiert - nur ich nicht?

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Nur mal ein Gedanke dazu. Wenn ich zu einem Klassentreffen mit den Leuten, mit denen ich 8 Jahre lang die Schulbank gedrückt habe, bin ich immer in der Situation, daß ich einer der wenigen bin, die aus dieser Klasse studiert haben. Das ist für beide Seiten kein Problem, weil die einen sich weder minderwertig noch die anderen für etwas Besseres halten. Genauso wird das aber heutzutage zumeist kommuniziert. Jeder Beruf hat seine Besonderheiten und seinen besonderen Wert. Und es ist zunächst einmal gut, wenn man einen beruflichen Abschluß hat, weil noch immer genügend Leute unterwegs sind, die nicht einmal eine Möglichkeit dazu hatten. Und natürlich gibt es keinen Grund, an einer Stelle im Leben anzuhalten, wenn man den Meinung ist, man kann mehr schaffen, als man bisher erreicht hat. Und 20 ist da überhaupt keine Grenze. Natürlich sollte man aber genau darüber nachdenken, was man zu welchem Zweck studieren möchte. Auch hier gibt es ja diese Leute, die nicht arbeiten müssen, weil das familiäre Umfeld so ausgestattet ist, daß man den Kindern ein Studium finanzieren kann, das sie nur zum Spaß betreiben. Das ist sinnlos, weil diese Leute für die Gesellschaft nicht zum Gewinn werden. Und ein abgeschlossenes Studium ist eben auch kein Garantieschein mehr für einen gut bezahlten Job. Das soll Deine Entscheidung nicht negativ beeinflussen, sondern sie befördern.

Du kannst auf einem Colleg zunächst dein Abitur nachholen und danach studieren. Dafür bekommst du sogar noch Bafög (zunächst Schülerbafög, dann normales), wenn du bei Beginn der Ausbildung noch keine 30 Jahre alt bist. Wenn du wirklich Interesse hast, dann solltest du es dir nicht allzu lange überlegen. Besser jetzt als nie.

Allerdings: Nur, weil deine alten Freunde alle studiert haben, würde ich an deiner Stelle noch lange nicht studieren, sofern dir dein Beruf Freude macht. Ein hohes Gehalt ist nach einem Studium heute auch nicht mehr garantiert.

Wenn du meinen Lebenslauf sehen würdest, würdest du sagen, zu jung. Das war aber zeditbedingt. Ich habe nach der Volksschule eine 3 jährige Lehre absolviert. Mit 18 wurde ich Soldat. Mit 23 kam ich aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Ich mußte neu anfangen. Neben der Arbeit habe ich in der Abendschule weiter gelernt. Bin aufgestiegen und habe einen guten zufriedenstellenden Job gehabt. So wie mir ist es den Meisten in der damaligen Zeit ergangen. Wer hatte schon vor dem Krieg ein Abi und nach dem Krieg das Geld um zu studieren?

Ich hatte einen Kommilitonen, der war über 40, da kannst du mit 20 auch noch studieren, wenn du das willst. Aber man ist natürlich aus dem Lernprozess etwas raus und tut sich etwas schwerer, auch sind die schulischen Sachen jetzt nicht mehr so präsent, wie wenn man gleich im Anschluss studiert. Du darfst aber nicht übersehen, dass studieren auch kein Zuckerschlecken ist. du solltest also gründlich überlegen, ob du das wirklich machen willst.

Mann kann auch ohne Studium viel erreichen - wichtig sind ein guter Hausverstand, Fleiß, Angagement und ne große Klappe ;-)

Viele meiner Freunde sind Master, Bachelor, Ingeneure od. sonst was - ich verdiene am meisten....

Fortbildung ist natürlich immer notwendig, ich habe nachträglich auch einige Sachen gemacht, aber eben kein abgeschlossenes Studium.

Also, Gas geben, viel Probieren, Erfahrung sammeln und Kontakte knüpfen.

Alles Gute

PS: zu alt ist man nie - eine Ehemalige Kollegin hat jetzt in der Pension ein Studium begonnen!!

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