Alle Drogen legalisieren Contra?

6 Antworten

  • Drogen die schon nach wenigen malen Körperlich ernsthaft abhängig machen würden zu einen ziemlichen anstieg an körperlich abhängigen führen. Weil sicherlich einige menschen diese drogen ausprobieren würden und dabei die gefahr der abhängigkeit überschätzen. Gerade bei harten drogen dürfte es der fall sein.

Viel mehr Kontra argumente fallen mir auf anhieb ehrlich gesagt nicht ein.

  • Unterschätzen. Nicht überschätzen.
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Bei Drogen die noch keine massenhaft konsumierten Volksdrogen wie Gras sind könnte eine volle Legalisierung evt Interesse am Konsum bei manchen wecken. Die Beschaffung wird auch erleichtert, aktuell hätten die meisten Leute Probleme z.b an gutes Koks zu kommen, im Falle der Legalisierung nicht mehr.

Ich bin daher bei Gras für die Legalisierung und beim Rest "nur" für eine Entkriminalisierung wie in Portugal.

Der einzige Nachteil, der mir spontan einfällt, ist die Formulierung. "Alle Drogen legalisieren" klingt für manche so, als wollte man Drogen Kindern zugänglich machen und Heroin an Tankstellen verkaufen.

Dass damit eigentlich eine "Regulierung der Drogen nach ihrem Schadenspotential" gemeint ist (oder wenigsten gemeint sein kann), wird damit nicht kommuniziert. Also dass damit z.B. so ein Modell gemeint sein könnte:

Bildquelle: https://twitter.com/docsteinmetz (ehemals DocTailleur)

Aber man kann ja mal die Argumente durchgehen, die hier gelistet werden:

https://de.wikipedia.org/wiki/Legalisierung_von_Drogen#Argumente_der_Gegner

"Fürsorgepflichten des Staates Entgegen der Freiheitsargumentation habe der Staat die Pflicht, die Bürger von gesundheitsschädigenden Verhaltensweisen abzuhalten."

Das Recht auf Selbstbestimmung werte ich als das höhere Gut. Erlaubt sei hier auch der Vergleich mit Extremsportarten, die nicht neben Todesfällen auch regelmäßig zu mehr oder weniger schweren Verletzungen führen. Bei Alkohol z.B. werden gerne die indirekten Kosten, durch Krankheit und Arbeitsausfälle genannt. Wie hoch sind diese bei Sport- und Extremsportarten?

"Gefahr eines Drogenbooms Die Gegner einer Legalisierung von sogenannten „weichen Drogen“ befürchten, dass sie zu einem „Drogenboom“ führen könne, da dann die Hemmschwelle zum Konsum der zuvor illegalen Drogen sinke."

Bei Cannabis sieht es bisher nicht so aus, als würde das geschehen. In den Niederlanden, wo Cannabis seit nun fast 50 Jahren mehr oder weniger ohne Probleme konsumiert werden kann, ist nichts von einem Cannabis-Boom zu sehen.

Selbst wenn der Probierkonsum bei anderen Drogen leicht ansteigen würde, wäre dieser insgesamt sicherer, als er aktuell unter einer Prohibition ist, in der die Sauberkeit und Reinheit des konsumierten Materials als Glücksspiel zu betrachten ist und die Bezugsquellen eventuell zum organisierten Verbrechen führen.

"Kriminologische Argumentation – Vereinzelt wird auch die Befürchtung geäußert, die organisierte Kriminalität werde sich nach einem Wegbrechen des gewinnträchtigen Schwarzmarktes nicht einfach in Luft auflösen, sondern dann anderen Einkommensmöglichkeiten nachgehen."

Die Argumentation lautet, dass mit dem Drogenmarkt ein wichtiges finanzielles Standbein der organisierten Kriminalität wegbricht. Niemand sagt, dass es dann keinen Schwarzmarkt mehr gibt. Und auch Drogen werden noch über den Schwarzmarkt verkauft, aber weniger, als heute. Vergleiche die Situation mit Zigaretten. Hier gibt es auch einen Schwarzmarkt, der aber bedeutend kleiner ist, als der legale Handel.

Und vielleicht gibt es sogar Dealer, die jetzt kriminalisiert werden, unter einer Regulierung aber die Chance haben, ihrem Gewerbe legal nachzugehen.

"Cannabis als Einstiegsdroge"

Die Einstiegsdrogenhypothese ist mehrfach widerlegt.

"Unvereinbarkeit mit abstinenzorientierter Politik – Als Argument gegen die kontrollierte Abgabe sogenannter „harter Drogen“ führen Kritiker an, dass Drogensucht zwar tatsächlich eine Krankheit sei, aber schon jetzt die Möglichkeit bestehe, günstig bzw. kostenlos saubere Spritzen zu beziehen sowie sich in einer Klinik von seiner Sucht mittels Entzugstherapie heilen zu lassen. Eine kontrollierte Abgabe sei daher nicht notwendig und unterminiere die Motivation für eine Entzugstherapie."

"Abstinenzorientierte Politik". So ohne Kontext klingt das nach der größten Heuchelei.

https://twitter.com/cducsubt/status/1331918173122285569

Außerdem wird hier differenziert von den, irreführenderweise also solche bezeichneten "harten Drogen" gesprochen. Siehe dazu den rot markierten Bereich in der Grafik oben. Eine kontrollierte Abgabe macht es schwierig, an unbeabsichtigten Überdosen zu verenden oder gestreckten Dreck zu spritzen.

"Medizinische und psychologische Risiken – Das zentrale Argument lautet: Weil Drogen schädlich sein können, sollen sie verboten sein."

Es gibt Dinge, die besonders Riskant sind. Drogenkonsum gehört dazu. Wie bei anderen riskanten Tätigkeiten, kann man auch beim Drogenkonsum den rechten Umgang lernen. Recht im Sinne von risikoreduzierend. Das Schlagwort lautet Drogenmündigkeit. Ansonsten siehe Punkt 1.

"Mangelnde kulturelle Voraussetzungen – Selbst einige wenige Cannabis-Konsumenten würden eine Legalisierung nicht begrüßen. Ihr Argument dagegen ist, dass eine neue Mehrheit von Cannabiskonsumenten entstünde, welche die Droge exzessiv, ohne großes Hintergrundwissen und hauptsächlich unkultiviert konsumierte. Die heutige Situation bestehe darin, dass regelmäßige Konsumenten sich intensiv mit den Eigenschaften und Risiken von Cannabis auseinandergesetzt hätten, während potentielle „Gelegenheitskiffer“ nach einer Legalisierung nur zu Cannabis griffen, um sich zu profilieren. "

Das scheint mir ein Scheinargument zu sein. Ich kann nicht erkennen, worin der Unterschied zur aktuellen Situation liegen soll. Heute schon informiert sich ein Teil und ein Teil nicht. Mit der Legalisierung Möglichkeiten zu schaffen, sich ohne Stigmatisierung zu informieren, dürfte die Situation insgesamt besser machen. Auch wenn das nicht heißt, dass es dann gar keinen unüberlegten Konsum mehr gibt.

Bzgl. Kultur: Bis vor wenigen Jahrzehnten gehörte das Internet nicht zu unserer Kultur. Heute ist es nicht mehr wegzudenken. Tempora mutantur.

"Frühintervention bei psychosozialen Fehlentwicklungen – Ein weiteres Argument gegen eine Liberalisierung sogenannter „weicher Drogen“ richtet sich nicht gegen deren Konsum an sich, sondern postuliert, die Prohibition verschaffe den zuständigen Behörden eine Handhabe, bei Frühmanifestationen psychosozialer Fehlentwicklungen früher und effizienter zu intervenieren, als dies sonst möglich wäre."

Ich dagegen würde behaupten, dass die Kriminalisierung der Konsumenten, was einen Hauptteil der Polizeiarbeit im Bereich Cannabis ausmacht, siehe hier, und die Dämonisierung des Drogenkonsums allgemein, psychosoziale Fehlentwicklungen sogar begünstigen kann.

"Internationale Abkommen"

Internationale Abkommen können wichtig sein. In vielen Bereichen jedenfalls. Wenn wir aber sehen, dass verschiedenste Länder rund um die Welt die Rechtslage mindestens bei Cannabis auflockern, ohne dass dies negative Nachwirkungen hätte, sollte man solche Abkommen durchaus hinterfragen dürfen.

Woher ich das weiß:Hobby – Laie & Suchmaschinennutzer – Kein Arzt!
 - (Politik, Philosophie und Gesellschaft, Drogen)

Wo ordnet man dann die jetzt legalen Drogen in diesem Schema ein?

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@Graddelbob

Gute Frage, mit der ich mich ehrlicherweise noch nicht im Detail befasst habe. Bei den illegalen Drogen ist es ja einigermaßen klar, dass eine Vielzahl an Gefahren erst durch die Prohibiton aufkommen oder begünstigt werden.

Abgesehen von Tabak und Alkohol, wo es mir einigermaßen klar zu sein scheint, dass hier noch etwas besser reguliert werden könnte, müsste man sich jede legale Droge genauer ansehen.

Man könnte vermutlich argumentieren, dass Alkohol und Tabak zu den mit Abhängigkeit assoziierten Stoffen gehören sollten. Vor allem, wenn man sich ansieht, welche gesamtgesellschaftlichen Schäden damit einhergehen. Allerdings halte ich es für unrealistisch, für diese beiden Drogen, die weithin akzeptiert und normalisiert sind, eine solch strenge Regulierung einzuführen. Ich würde sie wohl zunächst grün oder vergleichbar kategorisieren und abwarten, wie sich das auswirkt.

Die Ersatzdrogen, also Legal Highs, Research Chemicals und wie sich nicht alle heißen, die in ihrer Wirkung in der Regel an die klassischen Drogen angelehnt sind, sollten, vermutlich mit einigen Ausnahmen, entsprechend reguliert werden.
Ausnahmen sind z.B. die Cannabinoidmimetika, die zumindest teilweise ein höheres Schadenspotential als die natürlich vorkommenden Cannabinoide aufweisen.

Kaffee und vergleichbare coffeeinhaltige Getränke können vermutlich bleiben, wo sie sind, da der Umgang damit einfach ist, ich vermute, dass die meisten Leute ein einigermaßen gutes Gespür für den Umgang haben und sich selbst die Schäden bei unsachgemäßem Umgang in Grenzen halten. Was die Frage aufwirft, ob man andere Stimulanzien in geringen Dosen ähnlich leicht regulieren könnte. Ich denke z.B. an Coca-Tee.
Höher dosierte Energy-Drinks, Coffeinpräparate und andere Stimulanzien mit vergleichbarer Dosis könnte man evtl. grün regulieren? Sofern das nötig ist.

Allgemein gesagt, würde ich mir ansehen, welche Schäden eine Substanz unter der aktuellen Regulierung zu verzeichnen hat und entweder nicht ändern, wie bei Kaffee, oder die Regulierung graduell nach oben schrauben und die weitere Entwicklung ansehen.

Speziell sind auch Medikamente, die als Rauschdrogen gebraucht werden können, z.B. DXM-Präparate. Sollte man diese zusätzlich in Fachgeschäften anbieten, wo eine entsprechende konsumbezogene Aufklärung stattfinden kann oder macht es hier Sinn, diese allein in der Apotheke zu belassen und den Apothekern zu erlauben, die Konsumenten entsprechend zu beraten?

Eine Frage sind auch die angestrebten Altersgrenzen. Klar richtet sich die Legalisierung erst einmal an Erwachsene. Wenn man aber gleichzeitig weiterhin Bier an Minderjährige verkaufen kann, erscheint die Situation immer noch merkwürdig. Sollte man Jugendlichen den Zugang zu Bier verwehren? Ist das realistisch? Viel Probierkonsum beginnt schon ab 14, 15, 16 . . Oder sollte man Jugendlichen generell "schwache" Konsumformen erlauben? Also mindestens für Drogen in der grünen Kategorie, z.B. "Cannabis light" mit wenig THC. Mit dem Hintergedanken, dass die, die es machen wollen, dann eher zu verfügbaren schwächeren Varianten greifen, statt über Umwege zu den starken Varianten finden? Realistisch wäre vielleicht, das Alter generell auf 18 anzuheben und es den Eltern zu überlassen, ob Sie einem 16-jährigen Kind leichte Konsumformen zutrauen. So ähnlich, wie Eltern jetzt schon 14-jährigen Kindern Bier und vergleichbare Alkoholika zugänglich machen dürfen. Die elterliche Handhabe also, die aktuell bei Bier sowieso schon besteht, könnte auf ausgewählte Drogen ausgeweitet und gleichzeitg ein paar Jährchen nach hinten verlegt werden.

Interessant finde ich auch eine Art Drogenführerschein, für den die Hürde mindestens das Besuchen eines Kurses sein sollte. Für welche Drogen wäre dieser Sinnvoll? Alle? Ab grün, ab gelb?

Ein weiterer Faktor ist die sog. Alltagstauglichkeit einer Substanz, die sich aufgrund individueller Verträglichkeiten zwar nicht fix angeben lässt, aber zumindest in etwa und dann vor allem in Abhängigkeit der Dosis eingeschätzt werden kann.

So viel zu meinen unkonkreten ersten Gedanken dazu.

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Finde es Ethisch nicht korrekt alle Drogen zu legalisieren weil die Gesellschaft dann all ihre Sorgen und Freuden in Drogen ertränken.

Wer „Schöne neue Welt“ gelesen hat weiss was ich meine.

Was hindert die gesellschaft daran das jetzt bereits mit alkohol nikotin und koffein zu tun?

Und falls es da keinen grund gibt.

Warum soltle es dann plötzlich einen geben wenn man alle Drogen legalisieren würde?

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@FouLou

Ich spreche wenn ich Drogen meine auch von Nikotin, Koffein und Alkohol.

Sie sollten genau so verboten werden.

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@Unkreativ661

Ah. Dann habe ich dich wohl falls verschstanen.

Du findest es ethisch nicht korrekt überhaupt eine Droge zu legalisieren, weil ...

Korrekt?

deine verwendung von "alle drogen" habe ich so interpretiert als würdest du meinen das es ethisch ok ist einige drogen zu legaisieren. Aber ethisch nicht ok ist alle drogen zu legalisieren.

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@FouLou

Wenn ich „alle Drogen“ meine meine ich auch alle Drogen. Ausser natürlich sowas wie Zucker der nicht einfach so weggelassen werden kann.

Und schon jetzt ertränken viele ihre Sorgen in Alkohol oder können nur noch mit Nikotin glücklich sein.

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Drogen, welche niemand konsumieren würden, würden Aufmerksamkeit bekommen. Drogen wie Heroin etc. Sollten also nur entkriminalisiert werden

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