@alle christen: was haltet ihr von berichten aus der hölle?

12 Antworten

Hallo,

solche "Erfahrungen" werden durch das, was die Bibel sagt, nicht gestützt. In vielen Bibelübersetzungen erscheint zwar mehrfach das Wort "Hölle", doch gibt dieser Begriff nicht den eigentlichen Sinn des zugrundeliegenden Wortes aus dem ursprünglichen Text der Bibel wieder.

In den hebräischen Ursprungstexten findet man das Wort "scheol". Da es kein genau entsprechendes deutsches Wort für das hebräische Wort "scheol" gibt, haben es z.B. einige Bibelübersetzer nur transkribiert, d.h. lautgetreu aus der hebräischen Sprache wiedergegeben. Dieses Wort wird zwar in einigen Übersetzungen manchmal mit "Totenreich" oder "Hölle" übersetzt, gibt damit jedoch nicht die alttestamentliche Bedeutung dieses Begriffs nicht richtig wieder.

In der **Encyclopædia Britannica**(1971, Bd. 11, S. 276) heißt es dazu: : „Der Scheol war irgendwo ‚unter‘ der Erde. Die Toten empfanden dort weder Schmerz noch Freude. Mit dem Scheol war weder eine Belohnung der Gerechten noch eine Bestrafung der Bösen verbunden. Gute und Schlechte, Tyrannen und Heilige, Könige und Weise, Israeliten und Heiden — alle schliefen zusammen, ohne voneinander zu wissen.“

Damit ist "scheol" einfach sozusagen der symbolische Aufenthaltsort der Toten, der Zustand, in dem sie sich befinden. . Dies ist in Übereinstimmung mit vielen weiteren Aussagen des Alten Testaments. Ein Beispiel dazu ist das, was in Jesaja 38:17-19 zu lesen ist, wo es heißt:

" Siehe! Zum Frieden hatte ich das, was bitter, ja bitter war;
Und du selbst hast meine Seele [liebevoll] umfangen [und sie] vor der Grube der Auflösung [bewahrt].Denn du hast alle meine Sünden hinter deinen Rücken geworfen.Denn nicht der Scheọl ist es, der dich lobpreisen kann; der Tod selbst kann dich nicht preisen. Die in die Grube Hinabfahrenden können nicht hoffnungsvoll auf deine Wahrhaftigkeit schauen.
Der Lebende, der Lebende, er ist es, der dich lobpreisen kann."

Außerdem ist zu beachten, dass das Wort "scheol" in der Bibel niemals mit Leben in Verbindung gebracht wird.

Die Lehre von einem Ort feuriger Qualen entstammt nicht der Bibel sondern hat in babylonischen und assyrischen Überlieferungen seinen Ursprung, wonach das Totenreich einen Ort darstellt, der von mächtigen Göttern und Dämonen bewohnt wird.

Manche kirchliche Lehrer und auch Bibelübersetzer wurden auch durch die griechische Mythologie des "Hades" - die griechische Entsprechung des Wortes "scheol" - beeinflusst, der angeblich ein Ort sei, an dem die Toten weiterleben würden und der von dem gleichnamigen Gott beherrscht werde.

Die Gesamtaussage der Bibel über den Tod ist immer die gleiche: Der Tod ist ein Zustand ohne jegliches Bewusstsein und damit die Nichtexistenz. In diesem Zustand werden die Toten jedoch nicht für immer verbleiben, da Gott in der Lage ist, sich an das Lebensmuster jedes Einzelnen zu erinnern und ihn eines Tages (in der Bibel Auferstehung genannt) zum Leben zurückbringt, indem er ihn neu erschaffen wird. 

LG Philipp 

Du schreibst immer sehr lange Antworten, Philipp.

Nur schade, dass du dabei auch, wie hier, abschreibst.

Bist du bitte so nett und nennst deine Quelle?

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@earnest

Ich vermutete hier den "bibelantw..." - bei dieser Vermutung wurde mir aber eben vom automatischen GF-Zensor mitgeteilt, dass sie verbotene Wörter enthalte.

Das verstehe ich zwar nicht, aber das muss ich ja auch nicht verstehen.

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@earnest

Der Text stammt aus meiner eigenen Feder und wurde nirgends abgeschrieben! Grundsätzlich: Wenn ich aus einer Quelle zitiere, dann gebe ich diese auch als solche an. Das halte ich in allen meinen Beiträgen so!

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@Philipp59

earnest, Oberlehrer, wer erlaubt dir eigentlich, an Philipp59 herumzumeckern? Ob er abschreibt oder nicht, hast du wohl kaum zu bemängeln. 

Oder auf welcher Grundlage maßt du dir an, Kritik zu üben?

Es fehlt dir Einsicht und Realitätssinn. Wer bist du denn - oder ist es schlicht der Neid, weil du nicht so einfühlsam auf die Fragesteller eingehen kannst wie er?

In meinen Augen hast du dich gerade selbst disqualifiziert.

Siehste, auch ich kann Oberlehrer spielen, das war mal nur als Demo gedacht.

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Eine interessante Sache. Interessant vor allem deshalb, weil sie mit einem auffälligen Phänomen zusammenwirkt: jeder Mensch, der eine Nahtoderfahrung hat, erlebt immer und ausschließlich Dinge, die zu seinem jeweiligen religiösen Weltbild passen.

Wer keinen besonderen Glauben hat, sieht zumeist einen langen Tunnel, den er durchschreiten muss. Wieder andere begegnen verstorbenen Freunden oder Verwandten, die ihnen meist mitteilen, dass die "Zeit noch nicht gekommen" sei, und dass man auf der Erde noch etwas zu "erledigen" habe.

Wer hingegen (bewusst oder unbewusst) einem abrahamitischen Glauben besonders nahe steht, der begegnet mitunter "Heiligenfiguren" seiner jeweiligen Religion, glaubt, sich im Himmel wiederzufinden, oder er landet eben in der "Hölle", wo er grässliche Dämonengestalten sieht, gefoltert und gequält wird, usw.

Tatsache ist: was wir bei unseren Nahtoderfahrungen sehen, hängt von unserem Glauben ab. Das legt den Verdacht nahe, dass es sich um ein Phänomen handelt, das durch gewisse Gehirnaktivitäten ausgelöst wird. Es findet also nur in unserem Kopf statt, genau wie ein normaler Traum.

Was die Hölle im Christentum betrifft, so gibt es dazu verschiedene Deutungen. Die Kirche wird dir natürlich gern in aller Ausführlichkeit beschreiben, wie grausam die ewigen Qualen im Höllenfeuer sind. Die Bibel lässt dazu allerdings verschiedene Deutungen zu, denn Jesus sprach zumeist in Gleichnissen, wenn er vom "ewigen Feuer" redete.

Die Lehre der Hölle widerspricht auch dem, was das Judentum über die Totenwelt verrät. Man sollte nicht vergessen, dass sich das Christentum aus dem Judentum heraus entwickelt hat - die christlichen Lehren müssen sich also geradezu zwangsweise an dem messen, was die "Mutterreligion" aussagt. Im Judentum gibt es nur den "Scheol" - eine dunkle Grube, in der die Toten auf den Tag der Auferstehung warten. Gefoltert und misshandelt wird hier allerdings niemand.

also die frage geht an alle christen und an die, die sich mit der bibel sehr gut auskennen

Wieso denn nicht an Wissenschaftler? Sollten die hier nicht brauchbarere Antworten liefern können?

also ich lese in letzter zeit immer wieder berichte von leuten, die eine
nahtoderfahrung hatten und die hölle gesehen haben. beispielsweise:

Das ist natürlich Unsinn.

was steht dazu in der bibel?

Ist das von Belang? Was sollten die Menschen von vor 3000 Jahren über Hirnforschung gewusst haben können?

kann das theoretisch sein?

Ja, es kann sein, daß sie die Hölle gesehen haben. Aber nicht, daß sie wirklich in der Hölle waren. Nicht alles was man sieht, ist real.

glaubt ihr an solche erfahrungen?

Natürlich nicht. Sogenannte Nahtoderfahrungen entstehen durch Ausschüttung gewisser Stoffe im Gehirn. Soviel weiß man bereits. Es ist vermutlich davon abhängig, wie stark der unterbewusste Glaube ist, was man genau sieht (wenn man denn überhaupt etwas sieht).

Ein überaus starkes Indiz dafür, daß diese Erfahrungen NICHT "real" sind, ist, daß jeder Gläubige in seiner eigenen Jenseitsvorstellung ankommt. Abgesehen von denen, die nichts dergleichen sehen, also dem Großteil (auch dem Großteil der Gläubigen). Der Christ sieht Jesus oder den Teufel (je nachdem wie stark sein unterbewusstes Schuldgefühl ausgeprägt ist), der Muslim sieht Allah oder den Shaytan, der Aborigine findet sich in seiner Traumwelt wieder.

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