Alle Betriebskosten zahlt der Mieter. Geht das?

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4 Antworten

Das der Mieter soweit wie möglich mit den Ver- und Entsorgern selbst Verträge abschließt ist bei Vermietung eines Hauses gängige Praxis.

Grundsteuer, Sach- und Haftpflichversicherungenund andere Abgaben laufen grundsätzlich auf den Namen des Vermieters. Diese darf er, sofern vertraglich vereinbart, auf den Mieter umlegen.

Das ist vollkommen rechtens.

Dazu kommen könnten noch Wartungskosten der Heizungsanlage und die jährlich Überprüfung durch den Schornsteinfeger.

Hier findest Du alle Betriebskosten die umgelegt werden können, sofern sie entstehen und vertraglich vereinbart sind.

http://dejure.org/gesetze/BetrKV/2.html

das ist bei der vermietung von ganzen häusern und doppelhaushälften durchaus üblich. steuerlich absetzen kannst du das natürlich in der regel nicht, ein hauseigentümer kann dies aber auch nicht. ausnahme ist das arbeitszimmer, wenn die voraussetzungen erfüllt sind (z.B. außendienstler, lehrer, freiberufler...)

flirtheaven 29.01.2013, 08:27

welche kosten auf den mieter umgelegt werden dürfen, findest du auf der website des mieterbundes: www.mieterbund.de

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mit der Grundsteuer klappt das nicht, das wird automatsich an den Grundbesitzer berechnet, da kannst du nichts übernehmen, und steuerlich absetzen sowieso nichts. Ebenso die Gebäudeversicherung, die wird nur mit dem Besitzer abgeschlossen, nicht mit dem Mieter.

flirtheaven 29.01.2013, 08:26

natürlich geht das auch mit der grundsteuer und der gebäudeversicherung. ich spreche da aus langjähriger erfahrung sowohl als mieter als auch als vermieter. der vermieter leitet die entsprechenden rechnungen einfach an den mieter weiter.

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TinaHausten 29.01.2013, 08:30
@flirtheaven

da geht natürlich, aber wo ist der Unterschied zur Nebenkostenabrechnung?

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Kalti 29.01.2013, 08:34
@flirtheaven

Das finde ich spannend. So ein Mietmodell hatte ich noch nicht. Also keine Nebenkostenabrechnungen mehr. Der Vermieter meinte, seine bisherigen Mieter hätten auch die Grundsteuer direkt mit der Stadt abgerechnet und dann wohl auch die Gebäudeversicherung.

Eine evtl. dumme Frage: gibt es Vorteile dadurch für den Mieter? Die des Vermieters sehe ich in erster Linie bei weniger Arbeit/Lauferei etc.

Aber was passiert bei solch einem Mietvertrag beispielsweise mit notwendigen baulichen Veränderungen am Haus? Dachreparaturen, Dämmung etc.? Ist das dann frei verhandelbar?

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TinaHausten 29.01.2013, 08:42
@Kalti

das hat ja nichts mit den Nebenkosten zu tun, der Besitzer ist nach wie vor verantwortlich für die größere Reparaturen und Instandhaltungen, Heizung, Dach, Isolierungen, Fenster usw.

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anitari 29.01.2013, 08:47
@Kalti

Aber was passiert bei solch einem Mietvertrag beispielsweise mit notwendigen baulichen Veränderungen am Haus? Dachreparaturen, Dämmung etc.? Ist das dann frei verhandelbar?

Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten hat grundsätzlich er Vermieter zu tragen.

Lediglich sog. Kleinreparaturen kann er, wenn vertraglich, vereinbart auf den Mieter "abwälzen".

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flirtheaven 29.01.2013, 08:51
@Kalti

der vorteil für den mieter liegt darin, dass er keine vom vermieter frisierte nebenkostenabrechnung mehr bekommen kann. und der vermieter erspart sich natürlich die erstellung von nebenkostenabrechnungen. für einzelne häuser, doppelhaushälften und reihenhäuser bietet sich das an. bei mietwohnungen in mehrfamilienhäusern ist es fast unmöglich, weil die stadt und auch die gebäudeversicherung es sicher nicht akzeptieren würden von jedem mieter 1/x der beiträge zu bekommen.
reparaturen liegen weiter in der verantwortung des vermieters. ebenso gilt das für schönheitsreparaturen, wenn nichts anderes vereinbart ist.

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flirtheaven 29.01.2013, 08:54
@TinaHausten

für den vermieter ist es einfacher, weil er keine nebenkostenabrechnung erstellen muss und für den mieter ist es sicherer, weil erstens seine nebenkosten auch dort ankommen, wo sie hingehören (meiner schwester wurde in ihrer ersten wohnung der strom und das wasser abgestellt, weil der vermieter die nebenkosten nicht weitergelitet hat) und zweitens der vermieter ihm keine fehlerhafte nebenkostenabrechnung vorlegen kann.

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flirtheaven 29.01.2013, 08:57
@Kalti

weiterer vortei für den mieter: dir kann nicht plötzlich der strom oder ähnliches abgestellt werden, weil der vermieter die nebenkosten nicht ordnungsgemäß weitergeleitet hat.

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TinaHausten 29.01.2013, 10:03
@flirtheaven

Strom ist immer Sache des Mieters ! Der Vertrag mit dem Stromanbieter läuft grundsätzlich auf den Mieter.

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Wär ja schön,wenn jeder seine Betriebskosten steuerlich absetzen kann....

anitari 29.01.2013, 08:51

Kann man zum Teil tatsächlich. Nämlich die haushaltsnahen Dienstleistungen. Welche das genau sind kann ich jetzt nicht sagen.

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flirtheaven 29.01.2013, 08:58
@anitari

ja, das hat aber nichts mit den gängigen nebenkosten zu tun.

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