Alkoholproblem - Wie kann ich helfen?

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5 Antworten

Lasst euch beraten wie es finanziell für euch aussehen würde wenn ihr beide bis auf weiteres ausziehen würdet. Alkoholiker müssen oftmals zuerst ganz unten ankommen bis sie eventuell merken dass sie ein Problem haben. Es gibt doch sicher in der Gegend wo du wohnst Beratungsstellen. Schildert die Situation, dass deine Mutter immer mehr kaputt geht so wie es jetzt ist. Wenn ihr einen Alkoholiker vor Tatsachen stellt wird er eventuell einsichtig und macht einen Entzug. Wenn der Vater plötzlich ganz allein ist, für alles selber schauen muss, vielleicht hilft so eine Radikal Therapie? Dein Vater sollte vermutlich in einer begleitenden Therapie herausfinden warum der Alkohol sein heimlicher Freund geworden ist. Ich wünsche euch alles Gute.

Hallo Moni! Ja, ich wollte auch nichts von dem Materiellen aufgeben, was ich hatte! So hat es über  20 Jahre gedauert, bis ich endlich - weil eines meiner Kinder auf Grund der Situation zu Hause nicht mehr so weiterleben wollte - zu Al-Anon gegangen bin.
Genauso, wie der Alkoholiker seine Trockenheit an die erste Stelle setzen muss, muss auch ich alles andere hinten anstellen, wenn ich mich aus den Verstrickungen in den Alkoholismus eines nahestehenden Menschen befreien möchte!
Es gibt eine Weisheitsgeschichte, die mir das heute klar macht. Damals hätte ich sie nicht verstanden: Ein reicher Mann wird von einem Räuber überfallen: "Geld oder Leben!" - "Nehmen Sie mein Leben; mein Geld brauche ich noch!" Genau so verrückt habe ich damals gedacht.

Das ist eine typische Angehörigenfrage: ich halte es zwar nicht mehr aus, aber besser im goldenen Käfig sitzen als finanzielle Abstriche zu machen.

Man kann keinen Alkoholiker - wenn er denn einer ist - zwingen oder überzeugen, mit dem Trinken aufzuhören. Alkoholismus ist eine Krankheit, die, je weiter sie fortschreitet, beim Kranken den Eindruck erweckt, er sei nicht krank.

Geholfen wrden kann nur den Angehörigen, denn die sind über die Zeit hinweg auch krank. Co-abhängig nämlich.

Für die Angehörigen gibt es eine Selbsthilfeorganisation, die Al-Anon, die man im Internet findet, die aber auch als reale Gruppen überall existieren. Da kann man sich als Angehöriger informieren.

Man kann eigentlich mehr als das: man kann lernen, seinen trinkenden Partner, Vater ... als krank zu akzeptieren und nicht als moralisch verkaommen - was immer er auch macht - abzuqualifizieren.

Man kann lernen, dass Alkoholismus auch zu den Geisteskrankheiten gehört, und dass dem Angehörigen nur durch Nich-Hilfe geholfen werden kann (Hilfe durch nicht-Hilfe).

Denn da die Gründe, aus denen der Alkoholiker vorgibt, trinken zu müssen, nur vorgeschoben sind und Teil seines Erklärsystems, kann die Beseitigung seiner Defizite und die Befriedigung seiner Wünsche auch nicht dazu führen, dass er mit dem Trinken aufhört.

Aber da greife ich einem Besuch bei Al-Anopn vor.

Ich kenne beide Seiten. Mein Vater hat abhängig getrunken und ich selbst auch 27 Jahre lang. Jetzt bin ich beinahe 27+ Jahre trocken. Trocken geworden bin ich bei AA (Anonyme Alkoholiker), zu denen ich gefunden habe, als ich meinen Tiefpunkt in sozialer und gesundheitlicher Sicht erreicht hatte.

Für Deine Mutter ---- das ist das DRINGENDSTE !!! ---- empfehle ich, AL-ANON anzusprechen, denn sie befindet sich in einer schlimmen Krankheit, die CO-Alkoholismus genannt wird. Sie muß, wie Dein Vater, für den Anonyme Alkoholiker der Weg ins Leben sein KANN, auf EIGENEN Füßen stehen und nicht im Kopf eines Anderen Herumwandeln.

Mitleid ist nicht angesagt, wohl aber NICHTHILFE durch Erfahrungsaustausch - für BEIDE getrennt in der jeweiligen Krankheit.

Alkoholismus ist gottseidank eine UNHEILBARE Krankheit, aber kein "Leiden" und nüchterne Alkoholiker in meiner Umgebung leben schon seit mehr als 40 Jahren bewußter und dankbarer als mancher "Normalbürger"

PS:"Gründe ??? zum Saufen gibt es SIEBEN" - einer davon heißt Montag....

Ich fürchte für so ein ernsthaftes Thema bekommst Du bei gute frage keine adäquate Antwort. Zunächst mal ist Alkoholismus eine ernsthafte Krankheit, das kann Dein Vater nicht einfach so mal bleiben lassen, genauso wenig ist ein allgemein guter Lebensstandard ein Schutz davor. Grundvoraussetzung um vom Alkohol weg zu kommen ist, dass er selbst das Problem einsieht. Einfach nur das Bier wegkippen bringt nichts, ihr könnt ihn von außen nicht zwingen. Außer natürlich ihn durch konsequentes Handeln dazu zu zwingen, sich mit seiner Situation auseinander zu setzen. Ob er dann bereit ist sich einer Entziehungsmaßnahme helfen zu lassen, liegt dann aber wieder bei ihm. Ich denke für wirklich weiterführende Hilfe solltest Du Dich eher auf spezialisierten Portalen wie Forum-Alkoholiker (oder andere, die Leute dort müssen einem auch liegen) bzw. Selbsthilfegruppen für Angehörige wenden. Du und Deine Mutter müsst auf jeden Fall dafür sorgen, dass Ihr nicht auch in den Teufelskreis hineingezogen werdet.

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