Alkoholismus: Strategien, dem Suchtdruck zu widerstehen?

4 Antworten

Stell dir vor ein kleiner runzliger, öliger, schmieriger,stinkender Mann sitzt in deinem Ohr und versucht dir immer wieder einzureden, das du es trotzdem Tun sollst, nur ein mal, usw. und du wirst ihn nur los, wenn du es sein läst, denn nur dann haut der ab. Sonnst hast du ihn so lange , wie du die Finger nicht von dem Zeug lassen kannst.Hilft dir das ????

Verfasst am: 07.11.2011, 10:17 Titel: Nur heute


Ja so woarns

Meine letzten fünf nassen Jahre lebte ich mehr oder weniger am Drogenumschlagplatz einer ganz gewöhnlichen Stadt. Morgens trudelte ich meist ein und es waren immer dieselben Leute da. Diejenigen aus der Notschlafstelle, (sie musste um acht verlassen sein) und die, die unbedingt was brauchten und auch die, die was verticken wollten. Ich selbst nahm nur sehr wenige Tabletten und Drogen, vom Haschisch mal abgesehen. Alkohol war mein Ding. Zwei, dreimal am Tag kontrollierte die Polizei. Wurde es mal eng trotteten wir ein paar hundert Meter weiter zu einem Ausweichplatz. Es war eine gute Zeit.

Eine Alternative war die Säufer Wg. Es war ein gemütliches Zusammensein bei sinnlosen Brett- und Würfelspielen und noch hirnigeren Gesprächen. Wurde Geld und Stoff knapp (die Umrechnung erfolgte immer ohne Umweg) eskalierte die Situation immer in ziemlichen Extremen.

Ab und zu gab jemand den Löffel ab. Alle paar Wochen, oder auch nur Tage ein neuer Kandidat für eine tödliche Überdosis. Wir alle auf der Scene waren dann immer einhellig der Meinung das X wohl übertrieben hat oder auch das der verschreibende Arzt völlig unverantwortlich das Falsche verschrieben hatte. Jemand musste ja schuld sein.

Am Abend fuhr ich dann mit dem Bus nach Hause, oft ohne irgendeine Erinnerung an die Heimkehr. Ich fühlte mich nur sauelend morgens beim Erwachen und schuldig meines Tuns. Zumindest brauchte ich mir Schuhe und Hose nicht mehr anziehen.

In der vermüllten Wohnung verbrachte ich dann oft Tage. Nur mit Shit und Bölkstoff ausgestattet. Ohne Zeitgefühl ist jetzt morgen, mittag oder Abend , Freitag oder Sonntag. Egal. Was zählte war der Griff zur Flasche.

So dämmerte ich dahin mit Filmrissen, die unbemerkt blieben. Ging Flüssiges und Geld zu Ende passierte immer dasselbe. Trockenwürgen, Zittern, Schweissausbrüche. Damit nicht genug besuchten mich die Geister und sprachen mit mir. Lang und ausgiebig. Ich muss sehr glücklich gewesen sein damals.

Einmal wachte ich fixiert und mit Nadeln in den Armen in einem Krankenhausbett auf . Ich hatte gekocht und war eingeschlafen. Die Nachbarn hatten aufgrund der Rauchentwicklung den Notruf verständigt. Der verkohlten Topf wurde von der Feuerwehr auf den Balkon gestellt. Vielleicht als Erinnerung. Ich trank weiter. Nur nicht unterkriegen lassen.

Hartnäckige Selbstmordgedanken beherrschten mich und liessen sich nur mit Quantum vertreiben. Nervenzusammenbrüche häuften sich. Ich lag auf dem Bett und heulte tagelang über mein auswegloses Dilemma.

Einmal wollte ich mir nachts an der Tankstelle Nachschub holen. Flaumte die zufällig anwesenden Polizisten an. Sie waren so nett mich an einem Ort zu bringen, der sich Ausnüchterungszelle nannte. So konnte ich meine sozialen Feldstudien um ein weiteres Spektrum erweitern.

Kam der Scheck konnte es passieren das ich mit dem Einlösen einenTag warten musste,da ich nicht unterschreiben konnte. Old Flatterhand...

Eines Morgens gegen sechs klingelte und pochte es an der Tür. Ich hatte es aufgegeben auf die Post aus dem Briefkasten zu reagieren. Nüchtern betrachtet wäre es mit einem Schnippen des kleinen Fingers aus der Welt zu schaffen gewesen. Jetzt war es zu spät. Die nächsten Wochen verbrachte ich im Gefängnis. Vermisste nicht mal den Alkohol. Nach der Entlassung führte mich mein erster Weg an den Kiosk.

Ich kniete neben dem Bett und bat Gott nicht mehr trinken zu müssen. Spätestens eine Stunde später war ich beim Griechen.

Zahlte keine Miete mehr da ich für mein Geld eine bessere Verwendung sah. Auf Mahnungen reagierte ich nicht. Eines Abends kam ich Nachhause und das Schloss war ausgewechselt. Ich war obdachlos.

Campierte im Park, trank wie gewöhnlich, wechselte keine Kleidung mehr und weiss von meinen letzten nassen Wochen kaum noch was. Ein dreiwöchiges Blackout.

An einem Sonntagmorgen wachte ich auf in meinem Zelt und fuhr zur Suppenküche. Ich hatte Hunger, kriegte es aber nicht auf die Reihe den Löffel vom Teller zum Mund zu jounglieren. Old Flatterhand...

Ich fühlte mich so verzweifelt und unten. Diese ganze Aussichtslosigkeit.

Ich fuhr hungrig in den Park zurück Legte mich in den Schlafsack. Ich hatte aufgegeben.

Dann dieser innerer Schrei "Ich kann nicht mehr" und während dieses Nachmittags stürzte ein Stück innerer Mauer ein und ich hatte zum ersten Mal die Möglichkeit zu sehen wer ich war und bin: ein Alkoholiker.

Seit diesem Tag hab ich nichts mehr getrunken und das sind bis heute genau 5300 Tage. Hab ich aus dem Link oben von kluetje kopiert Find ich super !

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das will ich auch mal wissen???

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Hat jemand Erfahrungen in diesem Gebiet?

LG

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