Alkoholfreie Getränke haram?

7 Antworten

"Was in großen Mengen berauscht, ist auch in kleinen Mengen haram" (Abu Dawud) wobei dieser Hadith in 2 komplett unterschiedliche Richtungen interpretiert wird:

1.      Wenn eine Substanz in großen Mengen berauscht, darf sie auch nicht in kleinen Mengen konsumiert werden. Diese Auslegung birgt aber viele Probleme, da z.B. reife Früchte, Fruchtsäfte, Essig, viele Aromen und Gewürze, ja sogar Brot auf Grund natürlicher Gärung oder Herstellung IMMER einen kleinen Teil Alkohol enthalten und somit haram wären. Kurz: Diese Auslegung ist mit einer gesunden Ernährung (die ja auch im Quran vorgeschrieben ist: "Und tötet (schadet) euch nicht selbst!" - Sure 4 Vers 29) nicht zu vereinbaren.

2.      Nur wenn man genug konsumieren kann, um berauscht zu werden, sind auch kleine Mengen haram. Nach dieser Auslegung sind alle o.g. Dinge halal, da man keine 20 kg Äpfel oder 20l Fruchtsaft oder 2l Essig etc. konsumieren kann und sich somit nicht daran berauschen kann.

Wie so oft ist man sich im Islam auch hier nicht einig.

Darüber hinaus ist Alkohol nicht grundsätzlich haram; siehe hier:

„Und (wir geben euch) von den Früchten der Palmen und Weinstöcke (zu trinken), woraus ihr euch einen Rauschtrank macht, und (außerdem) schönen Unterhalt. Darin liegt ein Zeichen für Leute, die Verstand haben.“ Quran (16:67)

 „Ihr Gläubigen! Kommt nicht betrunken zum Gebet, ohne vorher (wieder zu euch gekommen zu sein und) zu wissen, was ihr sagt!“ Quran (4:43)

„Ihr Gläubigen! Wein, das Losspiel, Opfersteine und Lospfeile sind (ein wahrer) Greuel und Teufelswerk. Meidet es! Vielleicht wird es euch (dann) wohl ergehen.“ Quran (5:90)

„Man fragt dich nach dem Wein und dem Losspiel. Sag: In ihnen liegt eine schwere Sünde. Und dabei sind sie für die Menschen (auch manchmal) von Nutzen. Die Sünde, die in ihnen liegt, ist aber größer als ihr Nutzen. Und man fragt dich, was man spenden soll. Sag: Den Überschuss (von dem, was ihr besitzt)! So macht Gott euch die Verse klar. Vielleicht würdet ihr nachdenken.“ Quran (2:219)

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Im ersten Vers wird der Genuss und der Handel mit Alkohol eindeutig erlaubt, solange man mit Verstand (in Maßen) trinkt. Hierzu musst Du Dir die Mühe machen, den Kontext zu betrachten, da wäre es hilfreich, die umliegenden Verse zu betrachten.

Im zweiten Vers wird geboten, nicht betrunken zum Gebet zu erscheinen, was ganz klar impliziert, dass außerhalb der Gebetszeiten Alkohol nicht grundsätzlich verboten sein kann. Ansonsten wäre dieser Vers ja auch sinnbefreit.

Im dritten Vers wird aufgefordert, Alkohol zu MEIDEN. "Meiden" ist - übrigens auch im Arabischen Sprachverständnis - kein Verbot, sondern hat Rat-Charakter. "Auf Deiner Fahrt durch Frankreich meide die Autobahnen wegen der teuren Maut-Gebühren!" macht vielleicht deutlich, wie "meiden" zu verstehen ist. Es ist eine Empfehlung, kein Gebot, kein Verbot. Dies unterstreicht nochmals den ersten Vers und die Botschaft, nur in Maßen und mit Verstand zu trinken.

Erst im vierten Vers wird der Genuss von Alkohol als Sünde bezeichnet. Gleichzeitig wird aber auch vom Nutzen gesprochen. So richtig eindeutig ist das also auch nicht, obwohl das doch sehr einfach gewesen wäre.

Und jetzt frage ich Dich, warum Allah nicht einfach übersandt hat, dass "jedem gläubigen Muslim der Alkohol streng verboten ist". Wenn er das hätte sagen wollen, hätte er es wohl gesagt. Ein eindeutiges Verbot kann man angesichts der ersten drei Verse unmöglich formulieren, da ein eindeutiges Verbot den ersten drei Versen widerspräche. Und da auch der vierte Vers nicht glasklar verbietet, sehe ich das Alkoholverbot als widerlegt an.

Zu guter letzt gibt es noch Quran-Verse (76:5), (76:17), in denen den Gläubigen für das Paradies WEIN in Aussicht gestellt wird.

Wie aber könnte Wein dann eine Sünde sein?

 

Dann darfst du auch kein Reifes Obst essen, denn das enthält immer auch eine Spur C2H5OH, also Äthylalkohol! Es geht aber darum, dass man sich an Lebensmitteln oder Getränken nicht berauschen darf!

Alkoholfreie Getränke sind nicht haram, da der Restalkoholgehalt nicht so stark ist, dass er in größeren Mengen berauschen würde. Bananen, Coca Cola, Weintrauben u.a. haben auch sehr sehr geringe Mengen Alkohol, und man darf sie konsumieren.

Ist es aber ein geringer Anteil, der in größeren Mengen bekanntlich berauschend wird, darf man das Getränk oder Lebensmittel nicht zu sich führen.

Von alkoholfreien Bier oder Sekt-Imintaten, die richtigen äußerlich sehr ähneln, sollte man aber dennoch Abstand nehmen, da sie eine Person dazu verleiten können, auch mal richtigen Alkohol zu probieren.

Und ein Muslim, der sowas von Weitem sieht, diese alkoholfreien Getränke, könnte ein falsches Bild von einem Bruder oder einer Schwester bekommen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Autodidakt Islam seit 2010 und Fernstudium

Was redest Du da für einen Unsinn? Jede noch so kleine Menge ist in größerer Menge berauschend.

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@DottorePsycho

Soviel Volumen fasst kein Magen, dass man dann davon "berauscht" sein könnte - man müsste sich vorher übergeben.

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Natürlich ist das haram. Ein winziger Rest Alkohol bleibt. Es gibt sooo viel anderes zu trinken.

Ja, ist haram, auch wenn nur eine sehr geringe Menge Alk drin ist.

Ich habe mal gehört, dass Ali, der Schwiegersohn von Mohammed gesagt haben soll, wenn in einem See ein Tropfen Alkohol drin wäre und er einen Finger reingehalten hätte, er den Finger abschneiden würde. Doch, habe ich wirklich gehört.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ex-Christ, Ex-Muslim, schon ok so ✔️Hester Panim, Deus tacet

Das gilt dann auch für Äpfel, Birnen, Bananen, alle Fruchtsäfte, Pizzateig, fast alle Brotsorten, diverse Milchprodukte, usw.

Meinst du das ernst?

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@luggels

Ich gebe nur das wieder was ich gehört habe, und das klingt nun mal so ...

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@joerosac

Wie wär es mal mit selber nachdenken, und nicht nur nachplappern, was du woanders gehört hast?

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@luggels

Die Frage geht um den Islam, und dort spielt irgendwo Gehörtes eine Hauptrolle, falls du das nicht weißt.

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@joerosac

Ja, das weiß ich sehr gut. Deshalb leben große Teile der islamische Welt ja noch im geistigen Mittelalter.

Die Sonnen geht übrigens in einer schlammigen Quelle unter, wusstest du das ? (Koran 18:86).

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@luggels

Ja klar weiß ich das, das wird aber auch verschieden ausgelegt, in mancher Übersetzung steht: "...er fand, dass sie in einer schlammigen Quelle untergeht", was auch bedeuten könnte, dass Alexander (um den geht es dort) nur meinte, die Sonne ging im Schlammloch unter und er habe sich getäuscht. Alles also wieder Auslegungssache, das können die Muslime mit dem Koran mindestens genausogut wie die Christen mit der Bibel.

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@joerosac

Ich hatte mal 1 Jahr Arabisch auf der Uni. Viel weiß ich nicht mehr, aber eins ganz bestimmt: das steht da nicht. Da steht nicht " er fand " und auch nicht " er meinte". Und sagen die Muslime nicht immer, das jeder Vers, jeder Satz, jedes Wort, jeder Buchstabe 1:1 von Allah kommt?

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@luggels

Doch, dort steht "gefunden" وَجَدََ

Man kann es wirklich so auslegen dass der "Finder" sich getäuscht hatte. Ich kanns nicht ändern, für solche Tricks wird studiert ...

Klar wird behauptet alles stamme von Allah.

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@joerosac

Allah ist also offensichtlich nicht in der Lage, sich klar auszudrücken.

Aber mal zu Ausgangsfrage: du bleibst dabei, dass es haram ist, eine reife Banane zu essen?

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@luggels

Nach meiner Ansicht ist das nicht verboten, ich meine, es geht um alkoholische Getränke die einem betrunken machen können. Fruchtsäfte und Obst gehören nicht dazu. Das wäre vernünftig. Es gibt jedoch keinen festgelegten Grenzwert für den Alkoholgehalt in %.

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@joerosac

Versteh ich nicht. Bei alkoholfreiem Bier hast du dich anders entschieden. Ich zitiere: "Ja, ist haram ...". Von alkoholfreiem Bier kann man genauso gut oder schlecht betrunken werden, wie von Apfelsaft. Der Alkoholgehalt beider Getränke ist ziemlich genau gleich. Warum ist eins haram, das andere nicht, und das, wo doch Ali sagt, er würde sich eher den Finger abschneiden, als ihn in Apfelsaft zu tauchen?

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