Alkohol aufm Fahrrad, was kommt auf mich zu?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich bin kein Jurist oder Polizist, aber ein wenig Wissen habe ich dennoch.

Der Atemalkoholtest misst eben nur den Atemalkohol. Wichtig ist aber dein Blutalkoholwert. Ohne eine Blutabnahme kann man dir zumindest vor Gericht den Alkoholwert vom Atemalkoholtest nicht vorwerfen. Das Gerät ist zwar geeicht, misst aber nicht den Alkohol, der gerade wirklich im Blut ist und dementsprechend nicht das, was aktuell auf dich wirkt. Der Wert ist vor Gericht also nicht verwertbar. Ich gehe davon aus, dass das demnach auch heißt, dass es keine Strafanzeige geben wird. Ich erwähne aber dennoch, ich bin kein Polizist oder sonstiges und kann dir das nicht garantieren. Es macht aber für mich auch nur so Sinn, denn die Polizisten fertigen keine Strafanzeige (und es geht hier ja nicht nur um eine kleine Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld), wenn sie wissen, dass du dir einmal einen Anwalt nehmen und dagegen vorgehen kannst und die Polizei dir dann vor Gericht sowieso keinen Vorwurf mehr machen kann. Deshalb ergibt das nur Sinn, dass die Beamten dich ganz bewusst gehen lassen haben, weil eine Promille noch i.O. ging (also im Sinne von du warst nicht völlig neben der Spur) und weil du ja auch gerade erst losgefahren bist und nichts passiert ist.

Außerdem gibt es für das Fahrrad eine Promillegrenze von 1,6 Promille, die folgendes mit sich bringt:

Wer betrunken Fahrrad fährt und dabei mit 1,6 Promille Alkohol oder mehr erwischt wird, kann den PKW-Führerschein verlieren. Dabei ist es völlig egal, ob andere Verkehrsteilnehmer gefährdet wurden oder nicht.

[...]

Wer mit weniger als 1,6 Promille auf dem Fahrrad unterwegs ist, riskiert ebenfalls den Führerschein, wenn er mit „alkoholtypischem Verhalten“ auffällt. Gemeint ist beispielsweise das Fahren von Schlangenlinien oder Fahren ohne Licht in der Dunkelheit. Dem alkoholisierten Radfahrer drohen zwei Punkte im Verkehrszentralregister sowie eine Geldstrafe von mehreren hundert Euro, die sich am Einkommen des Radfahrers orientiert.

Quelle: http://www.massvoll-geniessen.de/auch-radfahrer-koennen-den-fuehrerschein-verlieren.html

Du hattest allerdings "nur" 1 Promille und wie gesagt ist das sowieso nicht vor Gericht gültig, weil es der Atemalkoholwert war. Aufgefallen bist du offensichtlich nach den 20m auch nicht.

Ich bin also ziemlich eindeutig der Meinung, dass dir das eine Lehre gewesen sein sollte und dir da nichts mehr passieren wird. Glück gehabt.

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Vielen Dank für diese Antwort! Also wie gesagt, meine einzige Angst ist jedoch noch, dass es evtl. doch ein Evidential Gerät war und es dann DOCH nachweisbar wäre, leider habe ich keine Ahnung wie man so ein Gerät mit einem herkömmlichen Atemalkoholtester unterscheidet,
Ich musste jedenfalls einfach nur einmal pusten, das Mundstück abnehmen und das wars. Keine Ahnung obs beim E.-Gerät anders abläuft...

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@niklargruber123

Die Geräte kannte ich vor deiner Frage ehrlich gesagt nicht einmal. Ich bleibe dennoch bei meiner Meinung, schon alleine, weil die Beamten dir dann auch hätten sagen sollen, was auf dich zukommt. Du schriebst, die Polizisten hätten die Strafanzeige einmal erwähnt. Normalerweise klingt das eher so, wie man es aus dem Fernsehen kennt:

"Sie sind beschuldigter eines Strafverfahrens und müssen sich nicht selbst belasten", irgendwas in der Art halt. Wenn es um Alkohol geht dann hätten sie dir doch wenigstens mal gesagt, was der Wert nun bedeutet und was das für Folgen für dich haben kann (nicht zu verwechseln mit KÖNNTE, sofern sie dir Blut abgenommen hätten usw).

Nur einmal zu erwähnen dass das kein Kavaliersdelikt ist usw. klingt nicht nach einer Strafanzeige, die sie gefertigt hätten. Und wie gesagt. 1 Promille, 20m mit dem Fahrrad gefahren. Ich traue da schon einigen Leuten zu, dass sie da ein Auge zudrücken, weil du trotz der nicht schlauen Aktion nicht gerade in einem hohen Maße Leib und Leben riskiert hast. Besonders nicht von anderen.

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Du hast Glück gehabt. Die Sache ist erledigt. Sie hätten dir sofort Blut abnehmen müssen.

Lass dir das eine Lehre sein und fahr nie mehr betrunken Fahrrad.

Ein weiterer Fehler war auch, ihm deinen Führerschein zu zeigen. Er hätte diesen behalten können und dann dürftest du jetzt kein Auto mehr fahren.

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Danke für die Antwort, also das wird mir auf Lebenszeit eine Lehre sein...
Trotzdem werde ich wohl noch Wochen mit einem unguten Gefühl im Magen leben müssen, da es einfach immer in meinem Hinterkopf bleibt, ob nun doch etwas auf mich zu kommt.
Trinke ja echt selten Alkohol (das war das dritte mal im Jahre 2018) und dann passiert das, wegen so einer Dummheit, ich hasse mich einfach dafür.. Dann noch meinen Beruf zu riskieren, also ich habe auf jeden Fall daraus gelernt

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@niklargruber123

Keep cool, die Sache ist wirklich erledigt. Man kann dir jetzt nichts mehr nachweisen. Und das Atemgerät zählt nicht als Beweis.

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@roschue

Ok und so ein Evidential-Gerät funktioniert dann irgendwie anders oder wie? Weil damit wäre es ja Theoretisch noch Nachweisbar bis 1,1 Promille. Jedoch, wie gesagt habe ich absolut keine Ahnung wie man einen normalen Atemalkoholtester von so einem Evidential Gerät unterscheidet oder ob der Test da auch anders abläuft etc.

Nicht dass das doch ein E.-Gerät war und mir jetzt evtl. doch noch was blüht, da ich ja leider keine Ahnung habe was für ein Gerät die da benutzt haben. Also es war so dass er das Gerät einfach angemacht hat, ich reingepustet habe, das Mundstück abnehmen sollte und 0,5 angezeigt wurden, mehr musste ich nicht machen, kennen Sie sich damit aus?

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Bis 1,6 promille droht dir garnix. Ab 1,6 bekommst du Post. Es gibt Punkte in Flensburg oder ggf Fahrverbot + Bußgeld.

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Ja aber bei "unsicherem Fahrstil" gilt die Grenze 0,3 leider. Das ist ja das was mich so beunruhigt und wovor ich einfach am meisten Angst habe.

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