ALGII - Zeitungen austragen?

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6 Antworten

Er muss es vor Beschäftigungsaufnahme dem Jobcenter nur mitteilen !

Dann darf er die ersten 100 € des Bruttoeinkommens als so genannten Grundfreibetrag auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll ohne Anrechnung auf seine Leistungen behalten.

Ab 100 € - 1000 € Brutto stehen ihm noch mal 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag zu.

Würde in seiner BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) dann min.1 minderjähriges Kind leben,dann läge die letzte Stufe der Freibeträge dann bei 1000 € - 1500 € Brutto und davon dann 10 % Freibetrag.

Diese Freibeträge werden dann addiert,theoretisch vom Netto abgezogen und ergibt dann das anrechenbare Einkommen,was dann auf den Bedarf und von den Leistungen abgezogen würde.

Wenn er also angenommen 150 € im Monat verdienen würde,dann sind die ersten 100 € ohne Anrechnung ( Grundfreibetrag ) und von den übersteigenden 50 € stünden ihm noch mal 20 %,also 10 € als Freibetrag zu.

Er hätte dann 110 € an Freibeträgen pro Monat mehr und 40 € wäre das anrechenbare Einkommen,also dann 40 € weniger Leistungen vom Jobcenter.

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Kommentar von Schoplom
16.01.2016, 12:57

Also 150€ vom Arbeitgeber und 40€ weniger vom Jobcenter?

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Kommentar von isomatte
25.01.2016, 15:54

Danke dir für deinen Stern !

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Kurze Beispielrechnung eines angemeldeten (!) Minijobs

Bsp1: 
450€ Minijob;
404€ Regelbedarf und Ausgangswert Konto

Abzüge vom RB durch Minijob:
450€-(20%+100€)=450€-190€=260€

Dein Konto:
450€ Minijob + (404€- 260€) Arbeitsamt
= 594€

! nicht gemeldete Minijobs können vollständige Nachzahlung in kompletter Lohnhöhe bis sogar Sperre nach sich ziehen

Soo, dann mal zum Thema Zeitungsautragen. Trotz Mindestlohn bringt Zeitungsaustragen für Erwachsene nicht viel, wie viel genau ist jedoch auch stark von dem Zeitungsgewicht, dem Verlag, der Ortschaft und den zugeteilten Bezirken abhängig. Da du hier 1x die Woche schreibst, kann ich dir nur mal meine Erfahrung schreiben:

1x pro Woche, 2 Bezirke á ~500 Zeitungen; vom Verlag berechnete Austragezeit pro Lieferung: 4 Stunden, muss bis 18:00 des Folgetages ausgeliefert sein; Genannter ungefährer Monatsverdienst bei Vertragsabschluss: 40€ pro Bezirk bei Minderjährigen, fast 50€ Volljährige = ~100€ VJ. 2 Bezirke á 4 Lieferungen; Lohn auf Minijobbasis

Tatsachen:

  • Austragezeit: 2-5 Stunden je nach Gewicht (dünne Zeitungen schafft man einen Bezirk innerhalb einer Stunde, bei Schweren muss man doppelt oder sogar dreifach rennen);
  • Fahrt mit Auto lohnt nicht - keine Zeitersparnis aber Extrakosten, Fahhrad könnte erleichtern, tatsächlich aber nur bei Bezirken, in denen die Häuser weiter auseinander liegen (sonst brauchts absteigen um zum Briefkasten zu kommen länger)
  • M-Verdienst pendelt bei VJ, 2 B. zwischen 90 und 105€ (angemeldet beim Arbeitsamt, fällt ohne weiteren Minijob oder Extraarbeit in den normalen Freibetrag)
  • Kraftaufwand und gesundheitliche Belastung 2 Bezirke: hoch, man muss bei jedem Wetter raus

Fazit: am besten lokalen Zeitungsausträger entweder einmal begleiten oder Strecke zeigen lassen und nachgehen um Belastung auf Machbarkeit zu prüfen. Sonst gut als Lückenfüller während der Suche nach richtigem Minijob oder Teilzeiterwerb.

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Kommentar von Schoplom
16.01.2016, 12:55

Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Es geht um knapp 180 Exemplare in einem Bezirk direkt um die Ecke. Ich könnte auch noch einen weiteren Bezirk mit ca. 300 Zeitungen annehmen. Das entscheide ich aber erst, wenn ich weiß, wie hoch der Verdienst ist. Die 180 trage ich aber höchstwahrscheinlich aus. Ist direkt um die Ecke und nicht schlimm, wenn ich die Umhängetasche ein weiteres mal befüllen muss. Es geht mir in erster Linie um Beschäftigung und nicht um die Kröten.

Trotzdem: In der Mail vom Arbeitgeber war auch von Mindestlohn die Rede. Heißt das, die legen fest, wie lange ich für den Bezirk brauche? Kommt dann also auf die Schätzung/Großzügigkeit des AGs an, ob er mir 1h oder 2h anrechnet, wenn ich 1,5h brauche?! Oder gebe ich selbst an, wie lange ich jeweils gebraucht habe?

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Ein Grundfreibetrag von 100 Euro gilt für alle Einkommen aus
Erwerbstätigkeit. Das heißt: Jeder Arbeitslosengeld II oder
Sozialgeld-Bezieher kann 100 Euro verdienen, ohne dass seine Leistung
gekürzt wird.

Von Bruttoeinkommen, die zwischen 100 Euro und 800 Euro
liegen, bleiben dem Arbeitslosengeld-II-Empfänger 20 Prozent (also
maximal 140 Euro). Liegt das Einkommen darüber, sind 10 Prozent
anrechnungsfrei.

Quelle:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/53659697f908cff04.php

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Kommentar von isomatte
16.01.2016, 12:00

Die Grenzen zur Berechnung der Freibeträge haben sich schon lange erhöht !

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Auf Erwerbseinkommen (dazu gehört auch das Zeitungsgeld), hast du einen Freibetrag von 100 € plus 20 % des Mehrverdienstes.

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Kommentar von Schoplom
16.01.2016, 00:35

Bei z.B. 200€ also 120€ zusätzlich zum Regelsatz?

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Du kanst höchstens 100€ ohne verluste dauzu verdienen .Wen dein Arzt dir das erlaubt ist das in Ordnung da wird auch das Amt dan nichts dagegen haben.Nur must du dan so was melden.

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Kommentar von blumenkanne
15.01.2016, 21:20

falsch 100 euro ist ein freibetrag. aber er kann soviel verdienen wie er möchte, denn dadurch steigt sein freibetrag. weiterhin wird er keine verluste erleiden, da der geldbetrag immer der gleiche ist plus freibetrag, bis er seinen bedarf selber decken könnte.

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darfst du arbeiten oder nicht? wenn dann darfst du soviel verdienen wie du möchtest und wie du benötigst um deinen bedarf zu decken. das ist doch logisch.

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Kommentar von Schoplom
15.01.2016, 21:17

Ich bin mir nicht sicher. Habe aber angegeben, dass ich keine 8 Stunden arbeiten kann. Das wird auch der Arzt bestätigen. Ich würde auch nicht so viel verdienen, dass ich meinen Bedarf decken könnte. Bleibe also weiterhin im Bezug und habe Geld zusätzlich.

Dann würde ich als "eingeschränkt arbeitsfähig" gelten und es könnte passieren, dass ich zu einer "Teilzeit-Maßnahme" geschickt werde (gibt es das überhaupt)?

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