Alg1 und alg2 - beides erhalten?

6 Antworten

Dein ALG - 1 wirst du auf jeden Fall bekommen, wenn das Jobcenter dir nicht schon Leistungen für deinen Lebensunterhalt + Wohnkosten gezahlt hat und erst einmal eine Erstattung von Vorleistungen käme.

Im Endeffekt kommt es auf deinen Bedarf nach dem SGB - ll an, also was dir / euch an Grundbedarf an ALG - 2 / Hartz - lV ( Sozialgeld ) zustehen würde und wie hoch dein ALG - 1 liegen würde und die davon abzusetzenden Beträge, die da min.bei 30 € Versicherungspauschale liegen würden, solange außer dem ALG - 1 kein anderes Einkommen erzielt würde.

Wenn du also angenommen Single wärst und für deine warmen Wohnkosten 450 € zahlen müsstest, dann läge dein Bedarf mit den derzeit 416 € Regelleistung für den Lebensunterhalt bei min.866 € pro Monat.

Hättest du kein weiteres Einkommen und auch kein KFZ - usw.dann könntest du nur 30 € von deinem ALG - 1 absetzen, der Rest würde dann von den 866 € Bedarf abgezogen, es stünde dir dann nur der Differenzbetrag als Aufstockung zu.

Nein, bei Antrag auf ALG 2 musst du angeben ob du bereits ALG 1 beantragt hast.

Weiß das Jobcenter nicht vom ALG I Bezug?

ALG I ist vorrangig, also können die 416,- € definitiv NICHT korrekt sein, es sei denn du hast etwas verschwiegen, rechtswidrigerweise.

Die 416,00 können schon korrekt sein, wenn auch noch KdU zu berücksichtigen sind. Wenn die zufälligerweise auf den Euro genau durch das ALG I gedeckt wären, hätte er Anspruch auf 416,00 Euro ALG II. Nun wird das mit dem "auf den Euro genau" nicht so sein, aber in jedem Fall kann er, je nach Höhe des ALG I und der KdU, Anspruch auf 416 Euro oder mehr ALG II haben. Seine Angaben sind zu unzureichend, um was genaues sagen zu können.

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@Jurius

Einkommen wäre zuerst auf den Regelsatz anzurechnen und erst nachrangig auf die KdU. Erhält er/sie ALG I über 30,- € so wären die 416,- € definitiv zu hoch.

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@kevin1905

Woraus ergibt sich diese Anrechnungsreihenfolge?

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@Jurius

Weil alle Leistungen vorrangig zum SGB II/XII sind.

Der Rest ergibt sich aus der Logik des Sozialrechts allgemein.

Ist mein Einkommen zu hoch hab ich ggf. keinen Anspruch mehr auf SGB II Leistungen, wohl aber ggf. noch auf Wohngeld.

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@kevin1905
Weil alle Leistungen vorrangig zum SGB II/XII sind.

Das ist klar. Wobei das für Wohngeld nur dann gilt, wenn durch das WG die Hilfsbedürftigkeit (nach SGB II) aller Mitglieder der BG für min. 3 Monate beseitigt wird, vgl. § 12a, Nr, 2 SGB II.

Ist mein Einkommen zu hoch hab ich ggf. keinen Anspruch mehr auf SGB II Leistungen, wohl aber ggf. noch auf Wohngeld.

Richtig. Darum ging es mir aber gar nicht. Du schriebst doch, dass Einkommen zunächst auf denjenigen Teil einer ggf. zustehenden ALG II-Leistung angerechnet werden muss, der den Regelsatz ausmacht und nicht auf den Teil, der die KdU ausmacht. Und dafür gibt es m.W. keine gesetzliche Grundlage. Zwar wird diese "Rechenweise" in den Berechnungsbögen der Jobcenter "optisch" so dargestellt, ich kenne aber auch Berechnungsbögen von sog. "Optionskommungen", wo es anders dargestellt ist (Einkommen wird gegen den Gesamtbedarf gegengerechnet ohne dabei zwischen Regelsatz und KdU zu unterscheiden) .

Vielleicht habe ich Dich aber auch einfach nur missverstanden .... oder Du mich ;-)

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HILFE MITTELLOS -Wie ist mein Anspruch auf ALG1 nach Therapie?

Moin Moin,

Ich habe einen mittelschweren Disput mit den Ämtern. Es sieht wie folgt aus: Ich war vom 01.01.2013 bis zum 01.09.2016 versicherungspflichtig Angestellt. Bin aber vom 18.01.2016 bis 18.07.2016 auf Langzeittherapie gegangen (Alles mit der Rentenversicherung und Krankenkasse abgesprochen). Im Anschluss war ich noch bis zum 24.09.2016 in einer Übergangseinrichtung. Das Arbeitsverhältnis wurde (im Einklang mit meinen Therapeuten und zu Gunsten meiner Gesundheit) zum 01.09.16 aufgehoben. Da ich in der Übergangseinrichtung ein Praktikum (unentgeldlich) machen sollte (aus therapeutischen Gründen waren dies im Konzept vorgesehen) hatte ich schon zu dieser Zeit Probleme mit den Ämtern um überhaupt Geld zu erhalten, da Jobcenter und ARGE sich die Zuständigkeit hin und her geschoben haben. Letztendlich einigte man sich darauf, dass ich ALG2 bekommen würde, da ich ja ein Praktikum machen würde und damit nicht Arbeitssuchend wäre aber mein Anspruch nicht erlöschen würde. Nun ist das Praktikum zu Ende und seit Mitte letzten Monats schieben sich die Ämter die Verantwortung hin und her.

Anfang des Monats hatte ich dann ein Schreiben des Jobcenters erhalten, dass ich Einkommen erhalten würde und sie damit die Leistungen einstellen würden. Zu diesem Zeitpunkt musste ich mich schon mittellos melden beim Jobcenter um Geld zu erhalten. Die sagten mir, sie würden diese Leistung der ARGE in Rechnung stellen, da ich ja ab Ende des Monats ALG1 erhalten würde.

Jetzt hab ich den Ablehnungsbescheid von der ARGE erhaltenen und bin Ratlos.

MfG. Ev1lG

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