ALG II und 450 Euro-Job

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7 Antworten

Lange Rede, kurzer Sinn, ja kann das Jobcenter. Die Frage ist nur zu wann, bewerben muss sich Deine Frau direkt, wenn nicht besondere Gründe dagegen sprechen, die ihre Grundlage im § 10 SGB II finden lassen würden, auch interessant hierzu die fachlichen Hinweise, sprich die Gebrauchanleitung für Sachbearbeiter zum § 10 SGB II - http://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdatei/mdaw/mdk1/~edisp/l6019022dstbai377931.pdf?_ba.sid=L6019022DSTBAI377934

Theoretisch kann man auch von Deiner Frau verlangen, dass sie diesen Job kündigt, natürlich immer nur im Rahmen dessen was möglich ist. Sprich hat der Vertrag Deiner Frau eine entsprechend lange Kündigungsfrist, so muss sie sich auch an diese Frist halten, ergo könnte man sie bis dahin auch nur dazu verdonnern Jobs zu suchen, die nicht mit der Arbeitszeit im jetzigen 450 € Job kollidieren. Alternativ wäre das Jobcenter durchaus Schadensersatzpflichtig gegenüber Deiner Frau, wenn der Arbeitgeber sie wegen Vertragsbruch in Regress nimmt.

Aber davon mal ab, bewerben heißt noch lange nicht, das man auch eingestellt wird, es gibt Bewerbungen und Bewerbungen, sprich man kann sich auf Jobs bewerben bei Firmen, die Leute suchen, oder sich initiativ bei Firmen bewerben, wo man vorher schon weiß, dass sie sich garkeine Mitarbeiten leisten können, weil sie selbst gerade so über die Runden kommen.

Das größere Problem dürften da eher die Vermittlungsvorschläge sein, wobei die sich im ALG II Bereich durchaus in Grenzen halten.

Übrigens, sie können auch irgendwann von Dir erwarten, dass Du Dich bewirbst, wenn Dein Geschäft nicht in die Gänge kommt.

Mike63 06.02.2015, 10:24

Der Kommentar gilt für Urknall als auch für TomTomMG (die Namen sind übrigens gut...). Das sind Antworten, mit denen man etwas anfangen kann. TomTomMG: leider kann ich keine Förderungen mehr in Anspruch nehmen, die sind bereits ausgereizt. Aber ich kann damit rechnen, dass ich in ca. 5-6 Monaten ordentliche Gewinne erziele, so dass für mich und meiner Frau ALG II kein Thema mehr ist. Urknall: es ist sicher damit zu rechnen, dass das Jobcenter für meine Frau Vermittlungsvorschläge einreicht. Die eigenen Bemühungen um einen Arbeitsplatz sind wahrscheinlich so oder so zum scheitern verurteilt, da meine Frau seit 26 Jahren nicht mehr berufstätig war. Für meinen Teil, bin ich seinerzeit vom Jobcenter mal in die Kategorie 3 eingestuft worden. Will heißen: aufgrund meiner leitenden Tätigkeiten im Vertrieb; hier war ich über 20 Jahre tätig, und der Tatsache, dass ich in dem Bereich und anderen aufgrund fehlender Mobilität (ich darf wegen meiner Erkrankung nicht mehr Auto fahren) bin ich so gut wie nicht vermittelbar. Ich habe seinerzeit auch nicht einen Vermittlungsvorschlag vom Jobcenter erhalten. Also heißt es, die Zeit abzuwarten und seinen Verpflichtungen nachzukommen, auch wenn das bei meiner Frau zu Änderungen führen kann. Aber auch das werden wir wohl oder übel durchziehen. Euch beiden ein schönes Wochenende!!

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Mike63 10.04.2015, 14:01

Hallo Urknall (der Name ist auch nicht schlecht)!

Danke für die Antwort. Sehr hilfreich.

Bei mir ist es nicht zu erwarten, dass man mir Jobangebote macht, da ich aufgrund meiner beruflichen Vorgeschichte und Erkrankung nach dem Gespräch im Jobcenter als Stufe 3 kategorisiert wurde. Will heißen: eigentlich nicht vermittelbar.

Schönes Wochenende!

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Das sie sich einen neuen sucht nicht,aber das sie sich noch einen zusätzlichen sucht können sie verlangen,um eure Hilfebedürftigkeit zu verringern oder ganz zu beenden !

Als ALG2-Empfänger unterschreibt ihr eine Eingliederungsvereinbarung, darin steht was ihr zu tun und zu lassen habt, auch dass ihr alles unternehmen müsst um aus der Bedürftigkeit rauszukommen. Ich selbst beziehe auch ALG2, habe eine geringfügige Beschäftigung (400€) und muss auch regelmäßig meine Eigenbemühungen einreichen, monatlich eine Verdienstbescheinigung abgeben und trotz Beschäftigung an Maßnahmen ( war auch schon mit Praktikum) und Bewerbertraining teilnehmen.

Mike63 05.02.2015, 13:35

Danke für die Antwort. Das war mir allerdings soweit klar.

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Urknall 06.02.2015, 16:23
@Mike63

Sowas am besten nicht unterschreiben, soll der SB als Verwaltungsakt erlassen, den kann man notfalls angreifen, wenn das Ding unterschrieben wurde, hat man seine Rechte verkauft.

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ob man sie tatsächlich "zwingen" kann, sich einen neuen oder zusätzlichen Job zu suchen.

Nein. Ihr könnt auch einfach auf die Leistungen vom Amt verzichten und von Euren Jobs leben. Wer Leistungen bezieht muss die Möglichkeiten nutzen, die sich bieten um aus der "Bedürftigkeit" zu kommen. Die meisten gehen wegen des Geldes arbeiten und nicht aus purer Lebensfreude.

Mike63 05.02.2015, 13:45

Nein, auf die Leistungen vom Amt kann man oder können wir nicht verzichten. Ich verdiene momentan kein Geld und meine Frau übt einen 450-Euro-Job aus. Auch meine Frau kann nicht auf Leistungen verzichten, da Sie in der Bedarfsgemeinschaft lebt.

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Gerneso 05.02.2015, 13:54
@Mike63

Na in dem Fall ist es doch kaum eine abartige Forderung vom Amt dass ihr Eure finanzielle Situation verbessert / Euch darum bemüht. Auch Frauen können heute ihren Beitrag leisten und es ist nicht zuviel verlangt einer Arbeit nachzugehen, die über Mini-Job hinausgeht. Hausfrauen-Dasein und "Bisschen was dazu verdienen" muss man sich nun mal leisten können. Ihr könnt es nicht. Dann sollte einer von Euch versuchen eine ordentlich bezahlte Arbeit zu bekommen.

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das amt kann ihr die auflagen machen, sich einen job zu suchen, von dem sie leben kann, ohne unterstützung durch den staat. sie muss ihr soll gegenüber dem amt erfüllen, damit sie nicht mit kürzungen des alg II leben muss.

Ja, natürlich. Ihr habt alles zu unternehmen, um aus der Hilfebedürftigkeit herauszufallen. Dazu gehört dann eben auch, dass deine Frau nachweisbare Antrengungen unternimmt, sich einen ganztagsjob zu suchen und eben dann auch anzutreten.

Wen das Prinzesschen lieber den 450 Euro Job goutiert, dann wird eben der Prinzgemahl dafür Sorge tragen müssen, den Wunsch seiner Angetrauten finanziell abzusichern - wir, die Steuerzahler, müssen das jedenfalls nicht.

Mike63 05.02.2015, 13:43

Hallo! Auf solche Antworten kann ich eigentlich verzichten. Nur wenn man die ganze Geschichte kennt, die ein ganzen Buch füllen könnte, kann man einen solchen Kommentar abgeben. Aber dann würde es zu einer solchen Antwort garantiert nicht kommen. Und als Steuerzahler; der ich auch über 30 Jahre war, solle Dir etwas aufgefallen sein. Ich habe mich 2013 selbständig gemacht, weil mir wegen einer Krankheit nichts anderes übrig blieb. Ich habe bis dato von finanziellen Unterstützungen meiner Familie gelebt. Will heißen: bereits 2013 hätte ich Vater Staat oder Dir als Steuerzahler schon auf der Tasche liegen können. Habe ich aber nicht gemacht....

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Atzec 06.02.2015, 19:16
@Mike63

Die Antwort mag dir nicht gefallen, aber das ändert rein gar nichts daran, dass es natürlich rechtens ist, wenn das Amt von deiner hilfebedürftigen Gattin verlangt, alles zu unternehmen, um die Hilfebedürftigkeit zu vermeiden - alsosich auch einen Vollzeitjob zu suchen, capice?!

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Vorsicht das ist Veräppelung 450 Euro dan bekommt du keine 450 Euro sondern nur 200 Euro auf dein Konto aber wenn es dir reicht ist das Ok!!

MonaGi99 05.02.2015, 13:24

Wieso? Von deinen Arbeitgeber bekommst du dein volles Geld, nur die Leistungen von ALG2 werden gekürzt, bei 450€ um etwa 280€ ( 100€ +20% von 350€ sind frei).

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