ALG II Aufstocker - selbst. Kleingewerbe - muß ich mich vermitteln lassen?

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4 Antworten

Sobald er auf die Aufstockung verzichtet, wird das Amt ihn "in Ruhe" lassen.

Eventuell kann er ja einen Minijob nebenher annehmen und dadurch die dann fehlende Aufstockung ausgleichen?

Es ist nun mal so, dass eine Selbständigkeit, die auch nach längerer Zeit noch nicht dazu führt, dass man auf Leistungen vom Amt verzichten kann, nicht als wirtschaftlich sinnvoll betrachtet wird.

Das öffentliche Geld ist eigentlich nicht für unfähige Geschäftemacher gedacht. Wenn er es nicht packt und Hilfe braucht muß er die Regeln anerkennen.

Ein neuer SB beim Jobcenter verlangt nun, das er monatlich mind. 7 Bewerbungen mit Nachweis vorlegt und sich einen Job sucht, ansonsten werden seine Bezüge um 50 % gekürzt.

Solange er seinen Bedarf nicht aus eigenem Einkommen und Vermögen decken kann, darf der Vermittler verlangen, dass er sich um zusätzliche bzw. alternative Arbeit bemüht.

Ob er sein (Klein)gewerbe weiter ausführen kann, ist vollkommen irrelevant, wenn er anders die Möglichkeit hat, seine Hilfebedürftigkeit zu verringern oder zu beenden.

In der Regel geben Vermittler den Leistungsempfängern ein halbes Jahr Zeit, das Gewerbe ans Laufen zu bringen; mehr als ein Jahr wäre absoluter Goodwill. Dabei reicht dem SB allerdings oftmals, wenn eine deutlich positive Entwicklung anhand tatsächlicher Gewinne nachgewiesen werden kann.

Also: Ja, die Forderungen des Vermittlers sind grundsätzlich rechtens.

Was natürlich nicht rechtens und absurd ist, ist die Androhung einer 50%-Kürzung.
Eine solche ist vom Gesetzgeber an keiner Stelle vorgesehen. Man kann dafür dem Vermittler zwar eine Fach- und Dienstaufsichtsbeschwerde reindrücken, aber ob das zielführend ist, möchte ich bezweifeln.

Vor dem Gewerbeamt, zählt das als Gewerbe. Kleingewerbe ist nur für das Finanzamt maßgeblich wegen der Umsatzsteuer.

Ja, das ist rechtens. Dein Sohn möchte Geld vom Staat, also kann der Staat auch fordern, dass er möglichst schnell seine Situation dahingehend ändert, dass er für seinen Lebensunterhalt selbst aufkommen kann. Entweder indem er sein Gewerbe voran treibt und mehr Einnahmen hat oder indem er sich zusätzlich einen Job sucht.

Ob das JC von Anfang an eingebunden war interessiert da nicht, aber er muss ja auch mal voran kommen. Die wollen einfach sehen, dass sie ihr Geld nicht umsonst raus geworfen haben.

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