Alg II oder Hartz 4 Empfänger Bekommt man die tägliche Zuzahlung in Klinik von je 10,00 €/Tag erstattet?

4 Antworten

Du kriegst die Zuzahlungen eines jeden Kalenderjahres erstattet, die über deiner Zuzahlungs-Grenze liegen. Diese Grenze hängt davon ab

  1. wie hoch dein Familieneinkommen ist (davon sind es 2 % davon),
  2. ob deine Krankenkasse dich als chronisch krank einstuft (dann sind es nur noch 1 %).

Beim Bezug von ALG II liegt Nr. 1 bei rund 86,- im Jahr, und Nr. 2 dementsprechend bei rund 43,- im Jahr.

Wenn man seiner Kasse meldet, dass man diese Grenze überschritten hat, erhält man den Betrag darüber erstattet und zudem eine Befreiungs-Karte für den Rest des Jahres.

Das gilt dann für Krankenhaustage und verschreibungspflichtige Medikamente, Bandagen, Einlagen, Krücken usw.

Gruß aus Berlin, Gerd

Völlig richtig, nur sind deine Zahlen (Beitrag pro Jahr ) etwas überholt.

(http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Zuzahlungsbefreiung-Krankenversicherung-675.html)

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@EstherNele

Vielen Dank, Esther!

Und wer langes Lesen und Scrollen auf dieser Website vermeiden möchte:

"4. Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II, Grundsicherung

Bei Empfängern von Hilfe zum Lebensunterhalt (Sozialhilfe), von Arbeitslosengeld II und von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung wird jeweils nur der Regelsatz der Regelbedarfsstufe 1 als Bruttoeinkommen für die gesamte Bedarfsgemeinschaft gezählt, d.h.: Der jährliche Zuzahlungsgesamtbetrag beträgt 95,76 €, bei chronisch Kranken 47,88 €."

Gruß aus Berlin, Gerd

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eine Befreiung gibt es nur bei chronischen Erkrankungen, dann muß man einmal im Jahr, meistens zum Jahresende 1 % seines Einkommens an die Krankenkasse bezahlen und erhält dafür einen Befreiungsausweis. Bei Leuten unterhalb einer bestimmten einkommensgrenze sind es 2 % vom Einkommen. Ansonsten werden die € 10,-- nicht erstattet. Das Amt streicht den regelsatz in der Regel nur, wenn der Krankenhausaufenthalt länger als 28 tage dauert.

Du wirfst zwei komplett unterschiedliche Dinge total durcheinander.

Erst einmal:
Eine prinzipielle Zuzahlungspflicht besteht für ALLE in Höhe von 2% des Bruttoeinkommens.
Bei Leistungsbeziehern (ALG I und ALG II, Sozialhilfe) nimmt man den Zahlbetrag der jeweiligen Leistung als Netto, errechnet daraus ein fiktives Brutto. Dieses fiktive Brutto ist die Grundlage, auf der der 2%- Betrag errechnet wird.
Menschen mit einer chronischen Erkrankung bezahlen nur 1% ihres Bruttos als jährliche Zuzahlung. Wen das betrifft, das entscheidet die Krankenkasse nach einer Einschätzung des Arztes, das ist keine subjektive Entscheidung der Versicherten, ob sie zu dieser Gruppe gehören.

Wen jemand ein stabiles Einkommen hat, welches sich auch über den Zeitraum eines Jahres nicht ändert (und dazu auch noch häufiger Medis u.ä. verschrieben bekommt), dann kann er am Jahresanfang seinen Zuzahlungsbetrag bei der Kasse einzahlen und bekommt dann für das Jahr seine Bescheinigung, dass er "zuzahlungsbefreit" ist.
Das lohnt sich natürlich nicht für Leute, die - wenn  überhaupt - einmal im Jahr zum Arzt gehen und nie krank sind. 

Eigentlich bietet die KK diese Möglichkeit auch nur Leuten an, bei denen klar ist, dass ihr Einkommen (zumindest ein Jahr lang) konstant bleibt - also eigentlich Rentner.

Wer Leistungen bezieht (zum Beispiel ALG II), der kann ja nicht mit Bestimmtheit sagen, ob er zum Jahresende nicht einen Job hat, Geld verdient und damit einen viel höheren Betrag dazubezahlen müsste. Wenn das nämlich so passiert, dann müsste die KK dann wieder mit einer Neuberechnung anfangen.

Deshalb geht das mit dem Vorauszahlen eigentlich nur für Rentner - egal ob 2% oder 1%.

(Ich bin zum Beispiel selbst chronisch krank - benötige aber nur im Notfall eine Medikation und keine regelmäßigen Medikamente, würde also kaum die 1% erreichen. Da sich zudem immer wieder einmal mein Gehalt ändert, will die Krankenkasse es nicht, dass ich am Jahresanfang eine Summe einzahle.)

Auch wer ALG II bezieht, muss erst mal seine Zuzahlungen leisten. Wenn er seinen (derzeit) Betrag von 95,76 € (1%: 47,88 €) erreicht hat, dann geht man mit diesen Quittungen zur KK und beantragt, für den Rest des Kalenderjahres befreit zu werden.
(Quelle:  http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Zuzahlungsbefreiung-Krankenversicherung-675.html)

 Das Amt streicht den regelsatz in der Regel nur, wenn der Krankenhausaufenthalt länger als 28 tage dauert.

Welches Amt?  Das Amt streicht keinen Regelsatz - mit welcher Begründung denn? Wenn du das Grundsicherungsamt bzw. das JC meinst - die können keinen Regelsatz streichen, nur weil einer Im KH liegt. Der Leistungsbezieher haben ja trotzdem Kosten - Strom (Abschlag), Telefon und Kabel, Versicherungen und Zeitungsabo, aber auch  Dinge des persönlichen Bedarfes (zum Beispiel Hygieneartikel) gibt es ja auch nicht im KH und auch nicht gratis. Was man eine Weile gemacht hat - man hat den Verpflegungsanteil in der Regelleistung (ca.130 € ) einbehalten mit der Begründung,  der Kranke würde im KH ja drei Mahlzeiten angeboten bekommen. Es gab aber auch schon Gerichtsurteile, die diese Praxis für gesetzwidrig eingestuft haben.

Richtig ist: Die Krankenkassen erheben bei Krankenhausaufenthalt einen täglichen Zuzahlungsbetrag von 10,00 €, maximal für 28 Tage. Also bezahlt jeder, der 30 Tage (und mehr) im KH ist, eben auch nur für 28 Tage.

Und da du als ALG II - Bezieher eben pro Jahr auch 95,.. € abdrücken musst, ist es erstmal egal, ob für´s Krankenhaus oder für Medis.

Hauptsache, du behältst den Überblick, sammelst Quittungen und holst dir dann deine Befreiung.

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Nein glaube nicht, aber du hast die Möglichkeit dich bei deiner Krankenkasse befreien zu lassen ich glaube für 70€ im Jahr, da fallen auch Apothekengebühr für Medikamente drunter.

Inzwischen für 95,76 € pro Jahr.

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