Wie ist das mit ALG 2 bzw. der Versicherung bei einer verheirateten Studentin?

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4 Antworten

Was bedeutet zwei 400 € ?

Was verdient dein dann Mann an Brutto und Netto ?

Was zahlt ihr an KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) ohne Abschlag für den Haushaltsstrom ?

Ist dein dann Mann privat oder gesetzlich versichert,denn nur bei einer gesetzlichen Versicherung würde eine Familienversicherung zumindest erst mal möglich sein ?

Denn normalerweise hat dein dann Mann ja Anspruch auf ALG - 1,wenn er seinen Job min. 1 Jahr ( 360 Tage ) hatte,dann stünden ihm 6 Monate = 180 Tage zu und bei 2 Jahren würden es 360 Tage sein.

Nur wenn ihr dann keinen Anspruch mehr auf ALG - 2 hättet könntest du dann nach der Heirat über deinen Mann mitversichert werden,wenn er in einer gesetzlichen KV - ist.

Denn im ALG - 2 gibt es ab dem 01.01.2016 ab dem 15 Lebensjahr keine Familienversicherung mehr,denn ab da gilt man als arbeitsfähige Person.

Anspruch auf ALG - 2 für dich würde erst bestehen,wenn du dann dem Arbeitsmarkt auch wieder zur Verfügung stehen würdest.

Also müsstest du dich dann in diesen Monaten selber versichern,weil du noch keinen Anspruch auf Leistungen hättest,dass geht aus § 7 Abs. 5 SGB - ll hervor,wenn nicht eine Ausnahme des § 7 Abs. 6 SGB - ll greifen würde.

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glasengel 19.03.2016, 14:40

Hallo,

danke für die Antworten - ich gehe auf deine Fragen ein.

1)Zwei 400 Euro Jobs war schlecht ausgedrückt, der eine Betrag erfolgt durch eine Redaktionstätigkeit (Selbstständig/Honorartätigkeit) und der andere ist ein tatsächlicher 400 Euro Job. Mir ging es nur um die monatliche Einnahme aus zwei Berufen von ca. 800 Euro.

2) Der Mann verdient 685 Euro Netto, 850 Brutto. Bevor dem Zusammenziehen auf 01.02.2016 bezog er deswegen schon ALG 2.

3)Ungefähr 460 Euro Warmmiete ohne Strom

4) Er ist in der gesetzlichen KV

5)Glaube nicht, dass er ALG1 berechtigt ist - zwar seit über einem Jahr angestellt, aber eine sozialversicherungspflichtige Teilzeitstelle und dadurch war er bis 01.02.2016 in der ALG2 Aufstockung

Die anderen 4 Abschnitte, welche du schreibst, verstehe ich nicht richtig. Wie sieht es nun in unserem Fall aus ?

Wenn ich dich richtig verstehe, müssten die drei Monate die Familienversicherung selber getragen werden und die Miete würde vom ALG 2 Amt nur zur Hälfte getragen werden, oder ?

Würden andererseits die 800 Euro Nettogesamtlohn in die ALG2 Berechnung des Mannes berücksichtigt werden und wie würde das ungefähr aussehen ? Hälfte der Miete (230 Euro) und Versicherung (160 Euro) würden doch summiert werden, oder ?

Danke dir ! ! !

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isomatte 19.03.2016, 18:45
@glasengel

Erst mal zu deinem dann Mann,wenn er schon über 1 Jahr diesen versicherungspflichtigen Job hat dann steht ihm bei einer betrieblichen Kündigung bzw.ordentlichen Kündigung auch ALG - 1 von der Agentur für Arbeit zu,wenn er also für die Kündigung nichts kann !

Er braucht um Anspruch zu haben 360 Tage und die hat er ja wenn er über 1 Jahr beschäftigt war,dann steht ihm für jeweils 2 Tage Arbeit die über diesen 360 Tagen liegen 1 Tag ALG - 1 zu.

Das berechnet sich dann aus seinem durchschnittlichen Bruttoeinkommen der letzten 360 Tage vor der Arbeitslosigkeit,er kann dann also vom durchschnittlichen Nettoeinkommen mit ca. 60 % ALG - 1 rechnen.

Nehmen wir mal 650 € Netto im Durchschnitt an,dann würde er ca. 390 € ALG - 1 bekommen und das dann für min. 6 Monate = 180 Tage.

Wenn er alleine bleiben würde stünde ihm dann auch weiterhin eine ALG - 2 Aufstockung vom Jobcenter zu,die wird er sicher auch nach der Heirat noch bekommen,zumindest solange du noch im Studium bist,deinen KV - Beitrag selber zahlen musst und keinen Anspruch auf ALG - 2  Leistungen hast.

Dein Partner soll in seinem Bescheid mal nachsehen was da bei Regelsatz steht,würde da 364 € stehen dann würdet ihr schon jetzt als BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) gelten und das Einkommen was du nicht mehr zur eigenen Bedarfsdeckung brauchst beim Partner angerechnet.

Solange du also noch studierst musst du mit deinem Einkommen erst mal deinen Bedarf decken,bevor dann etwas auf den bedarf des Partners angerechnet werden kann.

Bist du schon min. 25 Jahre alt dann fällt schon mal dein Kindergeld weg was nicht mehr in die Berechnung einfließen würde,dann blieben nur deine Brutto / Nettoeinkommen übrig.

Darauf hast du wie dein Partner Freibeträge nach § 11 b SGB - ll,dass sind zunächst die 100 € Grundfreibetrag vom Bruttoeinkommen,von 100 € - 1000 € Brutto stehen dir 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag zu.

Diese Freibeträge werden dann addiert,theoretisch vom Netto abgezogen,dass ergibt dann das anrechenbare Einkommen und das wird dann auf den Bedarf angerechnet.

Mal ein Beispiel :

Ihr würdet jetzt schon als BG - gelten,dann stünde dir und deinem Partner jeweils ein Regelsatz von 364 € zu + den Kopfanteil der KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ),dass würden dann bei ca. 460 € und 2 Personen 230 € sein.

Der jeweilige Bedarf würde dann also bei ca. 594 € liegen und bei dir käme dann ja vorerst zumindest noch dein KK - Beitrag von 160 € dazu,also läge dein Bedarf solange du im Studium bist bei min. 754 € pro Monat.

Wenn du jetzt mal angenommen in den beiden Jobs insgesamt 1000 € Brutto und 800 € Netto verdienen würdest,dann stünden dir auf dein Brutto zunächst deine 100 € Grundfreibetrag zu.

Von 100 € - 1000 € Brutto stehen dir dann nochmal 20 % Freibetrag zu,also kämen 180 € dazu,dann läge dein gesamter Freibetrag bei 280 €.

Diese 280 € Freibetrag würde dann theoretisch von deinen 800 € Netto abgezogen,es blieben dann ca. 520 € an anrechenbarem Einkommen übrig.

So wird das bei deinem Partner auch berechnet.

Da dein Bedarf im Studium aber bei min. diesen 754 € liegen würde,fehlen dir nach Abzug der Freibeträge min. 234 €,also selbst wenn du dein Kindergeld von 190 € noch bekommen würdest,lägst du immer noch unter deinem Bedarf und es dürfte / kann nichts auf den Bedarf des Partners angerechnet werden.

Dein Partner bzw.dann Mann hat dann auch diese Freibeträge solange er Erwerbseinkommen erzielt,wenn er dann ALG - 1 bekommt wird das fast vollständig auf seinen Bedarf bzw.dann später auf euren Bedarf angerechnet.

Er kann dann vom ALG - 1 solange er keine Nebentätigkeit nachgeht seine 30 € Versicherungspauschale geltend machen,dazu dann noch gesetzlich vorgeschriebene Beiträge für Versicherungen,wie z.B. KFZ - Haftpflicht und z.B. Beitrag für die Riester Rente.

Das würde dann das Jobcenter theoretisch vom ALG - 1 abziehen und dann mit deinem evtl.anrechenbarem Einkommen addieren und dann später eure evtl.gemeinsame Aufstockung berechnen.

Wenn er dann also ab Juni ALG - 1 und eine ALG - 2 Aufstockung bekommt,dann wird nur sein Bedarf nach dem SGB - ll berechnet,du hast nur dann einen Anspruch wenn du nicht mehr studierst und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst.

Nach der Heirat könnte es dann sein das du doch über deinen dann Mann in die Familienversicherung kannst,denn er sollte ja wie gesagt Anspruch auf ALG - 1 für min. 6 Monate haben und soweit mir bekannt ist gilt das mit der Neuregelung nur im ALG - 2 Bezug und seine Beiträge würden ja durch die Agentur für Arbeit gezahlt.

Dann könnte es wieder dazu führen das du mehr anrechenbares Einkommen hättest,wenn diese 160 € entfallen,aber wenn du wie gesagt kein Kindergeld mehr bekommst dann würdest du trotzdem unter deinem Bedarf liegen und es könnte nichts auf den Bedarf deines dann Mannes angerechnet werden.

Dein Mann würde dann im ALG - 1 Bezug noch eine Aufstockung von ca. 234 € vom Jobcenter bekommen,könnte etwas mehr aber auch etwas weniger werden.

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glasengel 19.03.2016, 20:12
@isomatte

Perfekt, leider fehlt noch der Button hilfreichste Antwort ! Danke für den Hinweis mit ALG1, war uns neu...

Also, auch wenn der Job nur 1 Jahr und 2 Monate ausgeübt wurde und hauptsächlich zu der Zeit mit ALG2 augestockt wurde steht einem ALG1 zu. Trotzdem ist wohl das Jobcenter der erste Ansprechpartner und wird es entweder intern mit dem Arbeitsamt regeln oder meinen Mann nach der erneuten ALG2 Antragstellung hinschicken.

Danke für deine klare und ausführliche Antwort !

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isomatte 19.03.2016, 20:32
@glasengel

Entscheidend ist nur das es sich um eine Versicherungspflicht gehandelt hat und das min. 1 Jahr ( 360 Tage ) zusammen gekommen sind,da spielt die Aufstockung keine Rolle,die steht einem ja nachrangig nur zu,wenn man mit seinem anrechenbarem Nettoeinkommen den Bedarf nach dem SGB - ll nicht decken kann!

Wenn er also 14 Monate beschäftigt war,dann stehen ihm min. 7 Monate = 210 Tage ALG - 1 zu.

Er muss dann bei beiden einen Antrag stellen und beide sind dann auch zuständig für ihn,es gelten auch beide Vorschriften in Bezug auf den Zuverdienst.

Im SGB - lll,also ALG - 1 dürfte er 165 € ohne Anrechnung auf sein ALG - 1 pro Monat dazu verdienen,zusätzlich könnte er noch Aufwendungen ( Werbungskosten ) wie Fahrgeld für die Beschäftigung geltend machen.

Würde er aber jetzt angenommen diese 165 € verdienen,zieht man ihm zwar vom ALG - 1 nichts ab,aber dafür dann von der ALG - 2 Aufstockung.

Denn da hat man nur seine 100 € Grundfreibetrag und von den übersteigenden 65 € ( 100 € - 1000 € Brutto ) stehen einem nur 20 %,also 13 € zu,gesamt dann 113 € Freibetrag.

Es würden dann 52 € von der ALG - 2 Aufstockung abgezogen.

Wenn dein Mann jetzt schon weiß das er gekündigt wird,dann muss er sich jetzt schon bei der Agentur für Arbeit Arbeit suchend melden und dann am 1 Tag der Arbeitslosigkeit persönlich arbeitslos.

Im SGB - lll muss man sich 3 Monate vorher Arbeit suchend melden,sollte man erst später Kenntnis davon erhalten,dann hat man nach Kenntnisnahme 3 Tage Zeit sich zu melden.

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Eheleute bilden auf jeden Fall eine Bedarfsgemeinschaft. Sobald der Studentenstatus nicht mehr gegeben ist, sind die beiden 400 € Jobs sozialversicherungspflichtig.

Für die korrekte Entrichtung der Beiträge sind dann BEIDE Arbeitgeber in voller Höhe haftbar.

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1. Die Frau kann frühestens ab der Exmatrikulation AGL 2 erhalten, wenn sie bis dahin nicht berufstätig ist. Es gibt keinen erkennbaren Grund, warum sie das nicht sein sollte !

2. Ich nehme an, dass es sich um die KV handelt. Wenn die Frau ab der Heirat familienmitversichert ist, dann bleibt es beim ALG - Bezug des Mannes auch dabei.

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 Studentin hat das 14 Fachsemester schon überschritten und zahlt dadurch schon länger eine freiwilligen Versicherung von 160 Euro.

Warum ist die Studentin nicht in der Krankenversicherung der Studenten mit einem mtl. KV-Beitrag mit ca. 85 € ? Oder arbeitet sie mehr als 20 Std. die Woche neben ihrem Studium ?

 und neben ihrem Studium besitzt sie zwei 400 Euro

Was darf man darunter verstehen ?

 die Exmatrikulation erfolgt am 31.08.2016.

Also in der Zukunft.

 Mit ihrem Freund geht sie den Bund der Ehe am 01.04.2016 ein und ist dadurch mit ihrem zukünftigen Mann mitversichert.

Kann man aus dem Text nicht erkennen. Wie ist denn der Zukünftige überhaupt versichert ? in der PKV oder GKV ?

 Es wäre nun wichtig zu wissen, was alles passieren würde, wenn ihr Mann ab 01.06.2016 ALG2 bekommen würde

Dies kann man auf Grund der fehlenden Informationen nicht erkennen.

Zumindest muss sich der Zukünftige in seiner Krankenversicherung GKV oder PKV weiter versichern.

Und wie schon geschrieben, ist noch nicht erkennbar, ob die Studentin bei ihm mitversichert werden kann.

Nach einer Beendigung eines Studiums sucht man sich normaler weise eine Arbeitsstelle.  Hat man daran schon gedacht ?

Gruß N.U.

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