ALG 1 - Sperrzeit wegen angebl. Ablehnung/nicht-bemühung - TEIL 1/2

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3 Antworten

Erst einmal ist alles im Zusammenhang mit Sozialleistungen einer Einzelfallprüfung unterworfen.

Aber wenn du tatsächlich eine Bewerbung verschwitzt/verschlampt haben solltest, wirst du dich gegen diese Sanktion nur über das Widerspruchsverfahren zur Wehr setzen können. Erst wenn dem Widerspruch nicht abgeholfen wird, steht dir der Klageweg vor dem Sozialgericht offen. Dabei musst du mit einer Verfahrensdauer von bis zu 2 Jahren rechnen.

Aber viele Ämter legen sofort die Zahlungen still, bis der Empfänger sich wieder meldet. Begründet wird das damit, dass man dich vor zu hohen Rückzahlungsverpflichtungen schützen will.

Und wie das geht!

Im Amtsdeutsch heißt das, du bist deiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen. Da kannst du vorher alles richtig gemacht haben - diese eine Verfehlung bricht dir trotzdem das Genick.

Ohne Anhörung wird es eigentlich nicht verhängt. Dagegen kannst du in Widerspruch gehen.

Aber diese Anhörung ist auch nur Makulatur in vielen Fällen. Denn wenn schon von Amts wegen feststeht, dass du dich nicht amtskonform benommen hast, wird eine Erklärung nicht wirklich zur Kenntnis genommen. Eine Begründung FÜR die Sanktion ist schließlich, dass du dich nicht beworben hast.

"Da kannst du vorher alles richtig gemacht haben - diese eine Verfehlung bricht dir trotzdem das Genick."

Das darf doch nicht war sein! Da KANNST Du doch nur noch verlieren. Welcher Mensch ist denn perfekt?

Letztendlich bedeutet die AUCH KÜNFTIGE Handlungsweise des Amtes folgende: Ach guck... ein Fehler... hahaaa... Sperre!

Das ist doch unfair. Niemand ist perfekt und das wissen die und nutzen es schamlos aus...

Dann kann ich auch einen Blitzer in eine verkehrsberuhigte Zone errichten und reich von werden...

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@Dreadlock07

Naja, zahlreiche Urteile zugunsten der Arbeitssuchenden haben schon Sanktionen rückgängig gemacht.

Aber es ist auch oft reine Willkür der Ämter, das ist leider so. Deshalb muss man auch immer wieder für sich eintreten.

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@violatedsoul

NACH dem Widerspruchsverfahren, steht ihm ja der Rechtsweg offen. Nur wird das ewig dauern. Bis dahin sollte er wieder in Arbeit sein. Bei diesen vielen Bewerbungen, die er schreibt

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Warum sollte ein Arbeitssuchender anders behandelt werden als ein Arbeitnehmer?

Wenn ein Arbeitnehmer hundert mal die Tageseinnahem sicher zur Bank gebracht hat, nur einmal hat er sie vergessen oder verloren - kann er sich dann mit den hundert Mal entschuldigen, in denen er alles richtig gemacht hat?

Nein. Er haftet für seine Schlamperei = grobe Fahrlässigkeit mit bis zu drei Monatsgehältern.

Der Arbeitslose hier nur mit drei Wochen ALG I.

Bedenke: Die Bewerbung Nr. 101 könnte genau jene sein, die Erfolg hat.

Gruß aus Berlin, Gerd

PS. Ein wichtiger Grund, sich nicht zu bewerben, ist etwa ein Verkehrsunfall mit Koma - "Vergessen" zählt hier nicht dazu. Denn dazu gibt es Notizbücher, Hafties und das Programm "Thunderbird" - übrigens umsonst ;-).

Lieber Gerd,

grundsätzlich danke ich auch Dir für Deine Antwort.

Du hast geschrieben:

Wenn ein Arbeitnehmer hundert mal die Tageseinnahem sicher zur Bank gebracht hat, nur einmal hat er sie vergessen oder verloren - kann er sich dann mit den hundert Mal entschuldigen, in denen er alles richtig gemacht hat?

Der AN kann nichts zur Bank bringen, wenn nichts da ist! ;-) Und so war es auch bei mir. Es war nicht so, dass ich nicht WOLLTE, sondern mich nicht bewerben KONNTE! Der Vermittlungsvorschlag war bzw. ist immer noch nicht da. Wenn er vorhanden wäre, dann HÄTTE ich mich MIT SICHERHEIT berworben, denn diese Stelle hat (auch) mich angesprochen. Die anderen 100 ;-) Bewerbungen belegen das bzw. belegen meine Bemühungen - bis heute.

Ich habe auch gestern noch mal alles abgesucht, so dass ich mir nun ernsthaft(!) die Frage stelle, ob mein Sachbearbeiter mir diesen Vorschlag überhaupt gegeben hat! Weil: Eine Unterschrift oder ähnliche Bestätigung des Erhalts dieses Vorschlags habe ich nicht gegeben. Lediglich die Rechtsbelehrung/Eingliederungsvereinbarung. Der Vorschlag kannt sonst wo gelandet sein. Zu meiner Frage kommt auch noch hinzu, dass mein SB mich jetzt 4x belogen hat(!) und sein Ruf auch dementsprechend ist... Also: Noch ist der Käse nicht geschnitten.

LG

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@Dreadlock07

Im Normal-Fall bestreitet man einfach den Zugang des postalischen Vermittlungsvorschlags in seinem Briefkasten.

Das hilft nicht immer, aber manchmal. Das kommt auf die Umstände an - und auf die Anzahl und die Glaubwürdigkeit der Zeugen.

Bei einer persönlichen Übergabe haben wir in der Regel nur zwei Zeugen: Den Übergeber und den Empfänger. Hier entscheidet am Ende vor Gericht allein die Glaubwürdigkeit der Zeugen und ihres Vortrags vor Gericht.

Falls das Gericht der volkstümlichen Regel folgt "Wer zweimal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht", dann hat man nach bislang 100 verfolgten Vorschlägen und Null Ausreißern natürlich bessere Chancen als bei sieben Ausreißern ;-).

Und wenn der Sachbearbeiter schon Ärger hatte mit Kunden ("dass mein SB mich jetzt 4x belogen hat(!) und sein Ruf auch dementsprechend ist"), dann spricht auch das gegen dessen Aussage.

Dies spricht übrigtens auch dafür, zunächst mit den Vorgesetzten des Sachbearbeiters zu sprechen: Die kennen ja dessen Personalakte - und auch ihn persönlich. Da könnten sich die Probleme am schnellsten in Luft auflösen ...

Und wenn nicht, dann spätestens beim nächsten Kunden, der dasselbe Problem äußert gegenüber den Vorgesetzten.

Gruß aus Berlin, Gerd

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