Albtraum - eine etwas ernstere Frage?

...komplette Frage anzeigen

1 Antwort

Alpträume sind Schlafstörungen, die nur dann problematisch sind, wenn sie häufiger auftreten. Dieses "Immer wieder einmal" hört sich jetzt nicht so tragisch an. Dennoch scheint es Dich zu belasten, zumal es einmal die Woche ist. Demnach können wir die Gründe für die Schlafstörung suchen.

Auch war ich nur für eine kurze Zeit in einem Kriegsgebiet

Vielleicht eine unbewusste Überbelastung, die das Gehirn nicht verarbeitet hat und nachts im Schlaf zu verarbeiten versucht (da große Belastung --> Schlafstörung --> Alptraum)

Auch in den Medien versuche ich diese Bilder weitesgehend zu umschiffen, weil ich weiß, dass mich so etwas immer sehr mitnimmt.

Zwei Dinge fallen mir auf: "dass mich so etwas immer sehr mitnimmt" --> offenbar haben wir hier einen persönlichen Faktor für starke Belastung der Psyche aufgrund solcher Fakten. Aber was mich mehr interessiert, ist diese Vermeidungstaktik, diese Bilder weitestgehend nicht zu sehen. Diese Vermeidung setzt das Gehirn wohl in Panik. Besser vielleicht etwas stärker mit der Realität umgehen: Zwar sich nicht überbelasten mit diesen Bildern, aber auch nicht verkrampft wegsehen. Dadurch kann das Gehirn offener mit diesen Themen umgehen und muss nicht nachts ein Verarbeitungsventil für die aufgestaute (unterbewusste) Panik suchen. Also nicht gleich wegzappen, sondern ruhig den Sender wechseln, das Gehirn nicht in Panik versetzen, nicht versuchen, die Bilder weg zu ignorieren (dann gehen sie unverarbeitet ins Unterbewusstsein), sondern bewusst bleiben, was Du siehst (dann können die Bilder tagsüber verarbeitet werden). Das mag in erster Zeit die Alpträume vielleicht sogar verstärken, jedoch sorgt der tagsüber verstärkte Abarbeitungsprozess dafür, dass die Alpträume abklingen können.

Wenn Du weißt, dass Dich etwas belastet, vorher die gewählten Sender überdenken, und wenn etwas kommt, ruhig handeln, nie panisch oder verkrampft oder übermäßig unruhig. Besonnen, ruhig den Sender wechseln, das vermeidet Stress im Gehirn.

Tipps: Befreie das Gehirn etwas von der Panik, die man ein bisschen hier mit heraushört. Wenn Kriegsbilder im Fernseher kommen, keine Panik, sondern sehr, sehr ruhig handeln. Nicht versuchen, das Gehirn zu übertünchen oder mit überraschen Handlungen zu irritieren, das würde nur das Unterbewusstsein überlasten. Deswegen immer ruhig, besonnen, also mit dem Bewusstsein die Fakten aufnehmen (gerne auch extrem kurz), aber nicht versuchen, das Bewusstsein irgendwie knapp zu halten (denn - ich wiederhole - mich: Unterbewusstsein --> Traum).

Im Übrigen: Kein Fernseher / kein Computer vor dem Schlafengehen, kein schweres Essen, gute Schlafumgebung, dafür sorgen, dass es dem Körper beim Einschlafen gut geht.

Dann mal guten Schalf.

Camomilla 30.06.2017, 09:48

Herzlichsten Dank! Ja, so etwas habe ich jetzt gebraucht. Ich war in einem Ausland, wo über drei Monate mit Molotow-Cocktails geschmissen, Züge in Brand gesetzt wurden und Menschen auf der Straße vor dem Haus das Leben genommen wurden. :-(. Vielleicht zeigt das jetzt seine Nachwehen. Es war kein Krieg, aber eben ungewöhnlich - eine Art Ausnahmezustand.

Also Vermeidungsstrategie in "Angst stellen" umpohlen. Danke noch einmal herzlichst. Werde es versuchen.

1

Was möchtest Du wissen?