Albert Einstein und Sigmund Freud "Warum Krieg"

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Zusammenfassend kann gesagt werden, daß Sigmund Freud das Denken als Ursache sehr vieler Erscheinungen heraus gefunden hatte. Zu damaliger Zeit war die Psyche fest in Hand der Religionen, und so kam Freud sehr nahe an den Status eines Ketzers. Für Freud war das Denken Ausgangspunkt jeder Handlung des Menschen, und so forschte er im Denken des Menschen, um den Verursacher des Denkens zu finden.

Bei seinen Untersuchungen fand er heraus, daß der Mensch eigentlich gar nicht dachte, sondern etwas dachte in ihm, und der Mensch glaubte nur, er würde denken. Zu damaliger Zeit war diese Aussage wie ein Schlag ins Gesicht der Religionen, die doch den Menschen zum Herrscher über diese Erde erklärt hatten.

Im Schweiße seines Angesichtes solle er sein Brot verdienen, und gleichzeitig sich die Erde untertan machen – so lauteten die Worte aus der Bibel, nachdem sie in die deutsche Sprache übersetzt worden war. Doch die Unbewußtheit der Übersetzer brachte allerlei Verzerrungen zu Tage, die bis heute noch als Dogmen zur Wirkung kommen.

Die Erde untertan machen… das erleben wir heute praktisch auf Schritt und Tritt. Und das Brotverdienen im Schweiße des Angesichtes ist schon fast Standard geworden auf dieser Erde. Und genau das hat Freud im Denken der Menschen klar erkannt. Sie sind meist mit Worten aus der Bibel programmiert. Die Menschen leben mit fremden Glaubenssätzen, welche nicht von ihnen selbst stammen.

Und so versuchen viele Menschen ein guter Christ zu sein, wobei sie ihre innersten Gefühle und Regungen völlig ignorieren – müssen, um ein guter Christ sein zu können. Nebenbei wird ihnen noch gesagt, sie hätten den sogenannten richtigen Gott, wobei natürlich nicht gesagt wurde, daß all die Anderen dann eben einen falschen Gott hätten.

Auf diese Art und Weise trennten sich wieder einmal Menschen von anderen Menschen, aufgrund von Dogmen, welche ja nur aus lauter Worten bestanden. Grund hierfür ist, daß der Verstand nicht über sich selbst nachdenken kann. Er glaubt, wenn er einer Sache einen Namen gegeben hat, wüßte er Bescheid – doch das ist die Illusion.

Das Wort Banane ist nicht die Banane. Und das Wort Gott ist nicht Gott. Hinter jedem Wort steckt eine selbstgemachte Vorstellung, und somit eine subjektive Sicht, welche mit dem Wort in Verbindung gebracht wurde – das ist alles. Nichts ist weder Gut noch Schlecht – erst das Denken macht es dazu – Shakespeare.

Und als nun Einstein das Relative im Universum erkannt hatte, ergänzten seine Erkenntnisse die fehlenden Parameter einer Psyche in Bezug zum Denken und Handeln eines Menschen. Die Handlung steht stets in Relation zum Denken – und nicht umgekehrt. Da nun das Handeln vom Denken abhängt, muß stets das Denken zuerst untersucht werden, bevor über eine Handlung spekuliert werden kann.

Die Ursache ist die, daß die überwiegende Mehrheit der Menschen glaubt, sie würden denken. Doch es geschieht ihnen eines Tages einfach, und dann sagt man ihnen, sie würden denken. Wir sind hier auf Erden, um das Denken zu erlernen und uns daran zu erinnern, wer wir im Grunde sind. Doch so lange wir nicht wissen, wer oder was da in uns denkt – so lange sind wir unbewußt.

Wir haben unsere Quelle vergessen, und dafür uns eine Ersatzquelle geschaffen, welche aber nur aus lauter Gedanken besteht – das Ego-Bewußtsein. Und mit diesem erdachten Ich sind wir irgendwann einmal identifiziert – das heißt, wir haben diesem falschen Ich ein Ich-Gefühl unterlegt. Und das Ego behauptet andauernd – ICH bin DU.

Dieses Ego lebt nur aus dem Gefühl, sich von allem getrennt fühlen zu müssen, da der Mensch seine Quelle nicht mehr kennt. Dieses Ego ist auch für die Wahrnehmung verantwortlich, da es die Kontrolle über diese übernommen hat. Und so erklärt das Ego-Bewußtsein dem Menschen, was er wahrnimmt. Er nimmt also eine Gedankenkonstruktion wahr – mehr, nicht.

Der Krieg im Kopf ist dann erkennbar, sollte der Mensch mit irgend etwas nicht einverstanden sein. Das kann alles Mögliche sein – eine andere Meinung, ein anderes Aussehen, eine andere politische Ausrichtung, eine fremde Sprache, ein anderer Gott –usw. Hierin sah Freud – und viele Andere – die Ursachen für das Unbehagen in der kollektiven Psyche.

Krieg im Kopf – also im Denken selbst – kommt irgendwann in die Außenwelt und beginnt, sich als ein Ereignis zu manifestieren. Darüber waren sich nicht nur Freud und Einstein einig, sondern auch unzählige Schriftsteller aus vielen Ländern. Autoren sehen die Dinge klarer, da sie meist inspirativ schreiben, also Informationen von außerhalb der Zeit erhalten.

Und das ist zu nächtlicher Zeit am ehesten zu erreichen, warum die meisten Künstler überwiegend die Dunkelheit lieben – und nicht nur die Künstler. Die Dunkelheit öffnet die physischen Sinne – sie werden geschärft. Das Auge geht schlafen, das Ohr wacht auf. Und intensives Hören und gleichzeitiges Denken – das ist unmöglich. Probiere es aber selbst aus, und glaube es nicht nur einfach, sonst bleibt es nur ein Glaube – keine Erfahrung.

Herzliche Grüsse

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