Alarmrotten Bundeswehr

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5 Antworten

Hallo,

NATO-Vorgabe ist, dass die ARF innerhalb von 15 Minuten "airborne" sein muss, also in der Luft.

Und dann hängt es von der Entfernung und der Fluggeschwindigkeit ab und ob man sich dem Ziel von hinten, von vorne oder aus einem beliebigen Winkel nähert.

Grundsätzlich wird der NATO-Luftraum durch Radar der zivilen und militärischen Flugsicherung überwacht. Dazu kommt die NATO-E3A, bekannt als AWACS, dazu Frühwarnstationen und und und.

Und wenn das CRC (Control and Reporting Center) eine Warnmeldung bekommt, werden vom Computer normalerweise drei Lösungsvorschläge gemacht, wobei der zeitmäßig kürzere Priorität hat. Das würde eine Alarmierung der Flugabwehrbatterien nach sich ziehen, von denen eine auch immer in 15-Minuten-Bereitschaft ist.

Da wir aber nicht in Amerika sind, wo man erst schießt und dann fragt, wird in Friedenszeiten erstmal nachgesehen, wer da anklopft; und das ist Aufgabe der Abfangjäger. In Spannungs- oder gar Kriegszeiten sieht das ganz anders aus.

Die NATO hat sogenannte "Rules of Engangement" veröffentlicht, nach denen sie handelt. Diese ROE sind auch allen Piloten bekannt. Da heißt es z. B. auch, wenn sich (auch in Friedenszeiten) ein Flugkörper dem NATO-Luftraum mit einer Geschwindigkeit von mehr als 450 Knoten und in niedriger Höhe (den Wert weiß ich nicht mehr) nähert, gilt dieser automatisch als Feind.

Dazu kommt, dass ja nicht die BRD einzeln überwacht wird. Und rund um Europa gibt es eine "Air Defense Identification Zone", in der Flugzeuge identifiziert werden, also lange, bevor sie NATO-Territorium erreichen. Und wenn es besser passt, kann der "Tactical Director" eben auch die Alarmrotten der Verbündeten alarmieren, wenn die Flugzeit bis zum Objekt geringer ist. Er ist nicht auf die deutschen Alarmrotten angewiesen.

Das ganze Szenario ist also viel komplexer als es manche "GF-Verteidigungsexperten" hier kundtun.

jujuwes 27.08.2012, 13:20

Danke, du kriegst eine Auszeichnung!

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im ernstfall bringt so ne rotte überhaupt gar nichts.

wenn schon bekannt ist dass ein flugzeug im anflug ist mit dem man sich unbedingt in der luft treffen muss, warum auch immer, bevor dieses flugzeug in deutschen luftraum eindringt, dann hat man alle zeit der welt und schafft es problemlos.

wenn das problem aber erst innerhalb deutschlands auftritt, dann kann man sich das starten sparen.

selbst mit überschall-flug braucht man mehrere minuten oder gar stunden um zu nem gewissen punkt zu gelangen und dabei ist nichtmal berücksichtigt, dass auch das zielobjekt sich ja bewegt und evtl versucht auszuweichen. bis dahin hat der imaginäre böse angreifer schon längst alles gemacht was er machen will.

für nen wirksamen schutz müsste man in die nähe aller großstädte ne eigene alarmstaffel installieren, aber zum einen ist die bedrohungslage in deutschland im moment so hoch auch wieder nicht und vor allem sind wir ja "die guten" und nicht wie die ami's die erst schießen und danach erst fragen es richtig war :)

Broco 27.08.2012, 12:25

Naja, innerhalb Deutschlands ist ein Jet im Überschallflug innerhalb einer Stunde an jedem beliebigen Punkt ;-)

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Naja, ca. 15 Minuten für den Start + die Entfernung zum abzufangenden Flugzeug / Geschwindigkeit des Jets der Alarmrotte.

Das hängt davon ab, wo sich das Flugzeug befindet, in welche Richtung und wie schnell es fliegt...

Kurz: Diese Frage lässt sich so nicht beantworten...

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