Akut Panikattacke und Angstzustände vor Cannabis wegen Horrortrip vor 4 Jahren?

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6 Antworten

Erstmal: Deine Angstreaktion unterscheidet sich, obgleich illegale Substanzen dafür verantwortlich waren, nicht im Wesentlichen von anderen angstauslösenden Schlüsselreizen, z.B. Sekundenschlaf beim Autofahren. Als Resultat dieses Schlüsselreizes hast Du eine Angststörung erworben, die offenbar insofern fortschreitend ist, als dass Du mittlerweile sogar nicht mehr 'rausgehst. Diese Ausprägungen gibt es allerdings bei vielen Formen der Angststörung, z.B. bei Emetophobie (der Angst, sich zu übergeben oder jemanden dabei zu sehen) - faktisch bei allen Formen der Angststörung, mit deren Auslösern man konfrontiert sein könnte.

Mich macht es etwas stutzig, dass Du solche Fragen hier stellen musst, obwohl Du in psychiatrischer Behandlung bist. Grundsätzlich würde ich auch bzgl. der Unverträglichkeit von SSRI 1.) sicherstellen, dass alle in Frage kommenden Medikamente bei Dir sukzessive ausprobiert werden. Zur Langzeittherapie sind Antidepressiva das beste Mittel, nur sie brauchen eine Zeit bis sie wirken. Das Problem mit expliziten Anxiolytika (angstlösenden Medikamenten) ist, dass sie auf Dauer abhängig machen und in aller Regel nur akut verabreicht werden. Eine Ausnahme unter den Benzodiazepinen ist Buspiron - hier gibt es nach derzeitigem Kenntnisstand keine weitergehende Abhängigkeit.
Erwähnenswert ist überdies, dass auch Betablocker angstlösende Wirkungen haben. Das große Problem - und da bist Du keine Ausnahme, sondern eher die Regel - bei der Medikation ist, dass man meist eine gewisse Zeit braucht, um zu schauen, was für den Einzelnen am besten wirkt.
Als eine Randnotiz: Es gibt ein natürliches Präparat (genannt "Ashwagandha"), welches bezüglich Angststörungen und neuerdings auch Zwangsstörungen in Studien gute Ergebnisse zeitigt. Allerdings ist die Datenlage noch nicht umfangreich genug, um da große Schlüsse zu ziehen - die bisherigen Untersuchungen sehen allerdings sehr vielversprechend aus. Man könnte das versuchen, allerdings würde ich da nicht zuviel Hoffnung 'reinstecken, sondern eher mit einem Arzt Deines Vertrauens daran arbeiten, eine gute Medikation zu finden. Da Du aber pflanzliche Mittel erwähntest, kannst Du dieses Präparat auch mal bei Deinen Ärzten erwähnen, die demgegenüber ja offenbar aufgeschlossen sind - die Studienlage sieht da vielversprechend aus (in jedem Fall vielversprechender als bei gängigen Mitteln wie Lavendelextrakt oder Passiflora).

2.) Wichtig ist darüber hinaus - da ist fraglich, ob das Deine psychiatrische Klinik leisten kann - dass Du so schnell wie möglich eine Verhaltenstherapie bekommst. Unabhängig davon, wie gut Du medikamentös eingestellt bist, zeigt eine Verhaltenstherapie in vielen Fällen Linderung. Hier ist es auch empfehlenswert, Dir einen Verhaltenstherapeuten zu suchen, der explizit auf Angststörungen spezialisiert ist. Da diese Erkrankung leider häufig ist, gibt es ebensolche in großen Städten immer mehr. Eine gute erste Anlaufstelle ist der Psychotherapie-Informationsdienst, der auch telefonisch zu erreichen ist: http://www.psychotherapiesuche.de/

Grundsätzlich ist das, was Du beschreibst, nicht ungewöhnlich, insb. nicht nach Cannabiskonsum. (Leider werden die psychotraumatischen Auswirkungen von Halluzinogenen gerne unterschätzt und kleingeredet, was daran liegt, dass das Thema Cannabis sowohl seitens der Contra-, als auch der Profraktion enorm ideologisch aufgeladen ist). Man kann das therapieren und lindern und dafür sorgen, dass Du besser damit leben kannst. Nur bis dahin ist es ein Weg, den Du gehen musst. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit Ärzten und in den meisten Fällen das Ärztehopping. Wünsche Dir alles Gute und viel Kraft dafür!

Siehe weiter unten habe ich geantwortet. Und ich bin (noch) nicht in psychatrischer Behandlung. Worüber ich aber nachdenke aber ich will sich nicht von chemischen Nebenwirkungen auslösenden dreck vollgepumpt werden :/ denn ich weiß dass die meisten bleibende Schäden heraufrufen können. Momentan bin ich auf Therapie. = psychologisch, psychosomatisch.. und noch nicht psychatrie bzw psychatrisch 

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@Polarwingless

Letztendlich ist es Deine Entscheidung. Jede Art von Medikation hat potenzielle Nebenwirkungen. Auch pflanzliche Präparate haben das, da sie ja in therapeutischen Konzentrationen eingenommen werden. Nebenwirkungen sind prinzipiell neutral, deswegen muss man ja schauen, was man am besten verträgt.
Die Logik Deiner Argumentation, um ehrlich zu sein, ist ein wenig seltsam. Du sagst, Du gingest kaum noch vor die Tür. Das wiederum verfestigt sich über lange Zeit (Jahre) und wird sich in weiteren psychischen Störungen auswachsen. Nehmen wir mal an, Du hättest Krebs - würdest Du eine Therapie ablehnen, weil Du nicht mit "Dreck vollgepumpt" werden willst? Du bist jetzt an einem Punkt, an dem Du kaum in der Lage bist, ein alltägliches Leben zu führen.
Du solltest Dir schleunigst Hilfe holen. Auch medikamentös. Und auch in Richtung Verhaltenstherapie. Eine tiefenpsychologische Gesprächstherapie (solltest Du eine ebensolche zur Zeit führen) wird Dir bei einer durch ein cannabisinduziiertes Trauma hervorgerufene Angststörung nur bedingt weiterhelfen - das ist kein klassisches Trauma, sondern es ist drogenverursacht.

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Hey!

Nun, ähnlich wie du komm ich oft auf einen Paniktrip wenn ich einen geraucht habe, aber bloss, wenn ich das tu, was ich nicht gut heisse oder unter Menschen bin denen ich nicht vertraue. Und wenn ich rauche, dann sind das stets nur ein paar Züge, denn ich will nicht benebelt sein, sondern angehaucht, dann seh ich die Welt anders und bin trotzdem noch gänzlich ich.

Ich bin Hobbypsychologe, also niemand mit Papier, der das dafür ein wenig flexibler ansehen wird. Ich kann dir beim besten Willen anraten, dich mit anderem zu beschäftigen. Mit der heilen Welt am besten. Weisst du, ich sehe die Welt nicht so, wie sie ist, sondern so, wie ich bin. Das Umfeld bestimmt den Glaube an die Realität. Es ist deine Vorstellung, wovor du Angst hast, nicht das Cannabis oder die Leute an sich. Ich bin auch total gegen Alkohol oder Automobile, aber fürchten tu ich sie nicht. Fürchten tu ich mich höchstens vor der Furcht selbst, oder in einer Ausnahme Situation. Wenn ich bekifft bin, fühl ich mich nämlich ungeschützt. Was genau diesen Schutz ausmacht, hab ich noch nicht gemerkt. Hast zu zufällig in deiner Kindheit Erlebnisse gehabt, die du bis heute noch nicht gesund verarbeitet hast?

Lg Sati

Stimmt nicht ganz, ich fürchte mich zur Zeit auch vor Menschen welche Töten. Zum Glück les ich keine Zeitung und schau kein Fernsehen, sonst wür ich mich evt wähnen, die steckten überall (:

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Zusammengefasst; hast du eine Angststörung, eine Psychose, ja. 

Cannabis kann insbesondere bei jüngeren Menschen bereits vorhandene Psychosen Verstärken / an die Oberfläche bringen. Das ist wohl möglicherweise geschehen. 

Nein, du bist sicher nicht alleine. Es gibt viele Menschen die Angststörungen haben. Bleib bei deiner Therapie, mehr kann man dir nicht raten. 

Erstmal danke für die bemühten antworten.. warum ich mich hier hin wende ist dass ich nur 25min Therapeutische Visite habe und das Viel zu wenig ist. Ya ich weiß dass antidepresiva seine zeit lang braucht bis es wirkt aber die Nebenwirkungen die sind bei mir richtig schlimm und ich habe jetzt schon 5 ausprobiert Beruhigungsmittel und antiDepressiva.. ich versuche momentan die pflanzliche Version. Mit sedaristan und calmvalera tropfen.. und rescue tropfen.. das gute an dem ist die Nebenwirkungen sind nicht so heftig wie bei dem chemischen.. ob es mir hilft weis ich nicht ^^ dann zu dem ashwagandha das hat mir eine ZimmerKollegin auch schon empfohlen.. sie testet das nun. Ya mal sehen weiß ich nicht was ich davon halten soll ich kenne mich da nicht so aus. Dann zu den ganzen Pappenheimer die nichts besseres zu tun haben als zu fragen was hier die frage ist. Ich habe nach Rat gefragt und ob es jemand so geht ob sich jemand damit auskennt.. 

Und wenn die Geschichte noch so lang ist - eine Frage beinhaltet sie nicht.

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