Aktuelle Definition von politisch links und rechts.

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Die Zuordnung nach links und rechts entstammt der Sitzordnung in der ersten versammlung der französischen Revolution. Dies wurde später in anderen Parlamenten so übernommen.

Dort saßen die Royalisten ganz rechts, die Republikaner saßen links dazwischen saßen dann z.B. die bürgerlich-liberalen.

Aus dieser Sitzordnung werden auch heute noch die politischen Richtungen von Parteien und anderen politischen Organisationen zugeordnet.

Ganz grob ließe sich das von rechts nach links etwa so zuordnen:

Nationalistische, Nationalkonservative (DVU, NPD, REP,)

Konservative (CDU/CSU)

Liberale (FDP)

Sozialdemokraten (SPD)

Sozialisten (LINKE)

Kommunisten (MLPD, DKP)

Diese Einteilung ist sehr grob und pauschal. Am deutlichsten wird das bei SPD und CDU/CSU. Innerhalb dieser beiden Parteien gibt es Flügel, die sich gegenseitig überschneiden. So wäre der Arbeitnehmerflügel der CDU eher links von der FDP einzuordnen, während der rechte SPD-Flügel (Seeheimer Kreis) eher rechts von der FDP und sogar rechts vom Arbeitnehmerflügel der CDU stehen dürfte.

Auch in Bezug auf die Politikfelder kann diese Zuordnung durchbrochen sein. Die FDP fordert z.B. - wie die LINKE - die Abschaffung der Vorratsdatenspeicherung und mehr Bürgerrechte, was man eher als linke Forderungen bezeichnen könnte, während CDU und die Mehrheit der SPD für diese Kontrollinstrumente sind. In anderen Politikfeldern steht die SPD eher weiter rechts als die CDU usw.

Die Einordnung rechts/links ist daher auch relativ zur eigenen Position zu sehen. Bezogen auf Lafontaine steht Norbert Blüm rechts, in Bezug auf Rüttgers oder Westerwelle steht er links.

Eine Definition ist hier noch vergessen worden. (rechts = konservativ und Links = progressiv) Das bedeutet, dass Konservative am Bestehenden festhalten wollen. z.B. wie der Wohlstand verteilt ist, an Traditionen und Werte, oder wie die Machtstrukturen sind. Die Linke dagengen fordert zum Teil radikale Änderungen und Umverteilungen. Es setzt sich aber immer mehr die Erkenntnis durch, dass man weder starr das eine noch das andere befürworten sollte. Denn es gibt immer Dinge an denen man festhalten sollte und Dinge die man ändern müßte. Deshalb lassen sich auch immer weniger Parteien in dieses Links/Rechts-Schema einordnen. So sind Grünen sind im Bezug auf die Umwelt konservativ. (Sie wollen die Umwelt bewahren) im Bezug auf die Energiewirtschaft aber äußerst progressiv, da sie hier weitreichende Änderungen anstreben.

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