Aktien Verluste aus 2007 und 2008 nachträglich deklarieren

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Das wird etwas problematisch werden, weil das Finannzamt dir wohl ein Mitverschulden, bei den unrichtigen Angaben zu den Steuerbescheiden 2007/2008 unterstellt. Darüber hinaus müsste geprüft werden, ob nicht durch Festsetzungsverjährung die Bestandskraft der Steuerbescheide noch angefochten werden kann. Sollte alles für dich im grünen Bereich liegen, wäre immer noch zu ermitteln, ob dadurch die Änderungsgrenzen zur Steuerfestsetzung berührt werden. Wenn dir für 2011 bis 2013 KapESt einbehalten wurde, dürfte die Regelung der Abgeltungssteuer greifen. Demtentsprechend würden die Gewinne außer Ansatz bleiben, es sei denn du möchtest die Versteuerung durchführen. Was macht daher Sinn?

bin ich auf §10d im ESTG gestossen, in dem unter anderem geschrieben steht dass man Verluste von früher in späteren Jahren nachschieben kann, auch wenn man sie nicht Feststellen ließ.

Aus welcher Fprmulierung des Par. 10d liest Du das heraus? Mir ist das unbekannt. Falls Du Dich auf den letzten Satz des Par. 10d beziehst: Der trifft meines Erachtens in Deinem Fall nicht zu, denn da Du die Verluste nicht angegeben hattest, war es auch nicht pflichtwidrig, dass das Finanzamt keinen Verlustvortrag feststellte.

Du solltest, da es doch um viel Geld geht, einen Steuerberater befragen. Aber viel Hoffnung habe ich nicht, Dein Bescheid für 2008 ist längst rechtskräftig, und zwar ohne dass ein Verlust festgestellt wurde.

hallo, danke für die meinung.

http://www.steuer-schutzbrief.de/steuertipp-rubriken/steuer-tipps/artikel/spekulationsverluste-jahre-spaeter-feststellen.html

mit der info, dass man verluste aus 2008 nach bis ende 2013 gegenrechnen kann und der rechtsprechung von BFH, 22.09.2005 - IX R 21/04 das man spekulationsgeschäfte später feststellen lassen kann, hat mich in diese richtung denken lassen. ist mein denken falsch? lohnt sich doch der gang zum steuerberater? liebe grüße

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@sly100

Der Hinweis ist gut. Allerdings sollte ein Steuerberater prüfen, ob eine Verlustfeststellung überhaupt zu treffen ist. Also ob nicht durch Gewinne im Jahr oder vielleicht sogar danach diese Vorträge aufgebraucht wurden.

Der § 10d EStG ist bestimmt nicht mein Steckenpferd. Außerdem geht es hier auch um Veranlagungsverjährung usw. Deshalb kann man die Frage nach einem Steuerberater nur mit "Ja" beantworten.

Machst Du das ohne eine solche Beratung kann Dir Deine Sachbearbeitung was vom roten Pferd erzählen ohne es selber zu merken. Das machen die manchmal sogar ohne es böse zu meinen.

Viel Erfolg.

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@sly100

lohnt sich doch der gang zum steuerberater?

Ob er sich finanziell lohnt, weiß man leider erst hinterher ;-)

Aber Du solltest Dich von ihm beraten lassen - nach Lektüre des zitierten Urteils bin ich mir nicht mehr so sicher, ob die Rechtskraft des Bescheids für 2008 hier eine Rolle spielt.

Allerdings ist das Urteil von 2005, die Gesetze betreffend die Verrechenbarkeit von Aktienverlusten wurden seither deutlich geändert. Und auch die aktualisierte Fassung des von Dir verlinkten Artikels schränkt die nachträgliche Meldung von Verlusten ein:

Melden Sie dem Finanzamt die vergessenen Miesen, indem Sie vom Finanzamt nachträglich eine gesonderte Feststellung des Verlustvortrags verlangen. Dies ist innerhalb der vierjährigen Festsetzungsfrist möglich.

Von daher - etwas mehr Hoffnung, aber insgesamt bleibt meine Prognose negativ.

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@TomRichter

Vielen Dank für eure Einschätzung. Da lag ich ja vieleicht doch nicht so ganz falsch und werde in Zukunft ein bisschen mehr auf Verlust- und Gewinnverrechnung achten. Nur stand mir damals nicht der Kopf nach sowas.

Interessant ist, dass ich nach der Aufräumarbeit den Bescheid von 2007 gefunden habe,und die Unterlagen von 2008/2009und 2010. In diesen Jahren hatte ich keine Einkommensteuererklärung abgegeben, erst wieder 2011 weil ich aufgefordert wurde.

Also gibt es für 2008 ja auch keine Festsetzungsfrist und ich kann die Erklärung noch nach 7 Jahren einreichen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Wenn ich bedenke, dass ich für den Verlust in 2008 ca. 350 Euro Steuern in 2013 einsparen könnte und die Beratung bei einem Steuerberater auch etwas kostet neige ich eher dazu einfach die 2008er Steuererklärung einzureichen und auf das Ergebnis zu warten. In den Jahren 2009 und 2010 hatte ich keine Besonderheiten. Einspruch kann ich ja dann immer noch einlegen und weitere Schritte einleiten.

Liebe Grüße

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Hi, die Verluste von 2007 und 2008 sind nicht relevant - die konnten nicht in die Verlustverrechnungstöpfe fließen da Aktiengewinne erst ab 2009 versteuert wurden. Entsprechend kannst du den Verlust mit den abgeltungssteuerpflichtigen Erträgen der späteren Jahre nicht verrechnen!

An deiner Stelle würde ich nicht ganz so freudig jubeln. Solltes du mämlich nur Arbeitnehmereinkünfte haben, kann bereits die Festsetzungsverjährung eingetreten sein. Diese beträgt 5 Jahre, entsprechen der Neuregelung ab dem Jahr 2005. Nach der Altregelung waren dies nur 2 Jahre für eine Antragsveranlagung.

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