Akkretion: Weisser Zwerg saugt Materie vom roten Riesen bis zur Chrandrasekhar-Grenzmasse ab Supernova, was passiert genau?

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2 Antworten

Weiße Zwerge besitzen die Eigenschaft aufgrund des Fermi-Drucks an einem weiteren durch die Gravitation bedingten Zusammenfallen gehindert zu werden. Bei einem Weißen Zwerg setzt nach dem Erreichen der Chandrasekhar-Grenzmasse spontan ein Kohlenstoffbrennen ein da dies ja, welches den Stern aufheizt. Nun ist es aber so dass in den Kräfteregimen in denen sich Sterne dieser Art befinden der thermische Druck der Materie gegenüber dem Fermi-Druck kaum bis gar nicht bemerkbar macht. Der Stern dehnt sich also nicht signifikant aus, weil er von seiner Schwerkraft dominiert wird. Dies bedeutet dass die Fusionsrate im Stern aufgrund der ansteigenden Temperatur immer weiter zunimmt. Dieses Kohlenstpffbrennen frisst sich nahezu explosionsartig durch den Stern. Schließlich erreichen die Temperaturen Werte ab denen das Sauerstoffbrennen, dann das Neonbrennen und letztendlich das Siliziumbrennen einsetzt. Das alles geschieht praktisch in einem Augenblick. Die frei gewordenen Energiemengen sind gewaltig. Typischerweise rund 10^44 Joule, ein Wert der aufgrund der immer gleichen Chandrasekhar-Grenzmasse nur wenig variiert. Durch diese sprunghafte enorme Energiefreisetzung wird der Stern komplett zerrissen. Es bleibt kein Neutronenstern mehr übrig. Etwa die Hälfte des Sterns wird in Nickel-56 umgewandelt, welches zu Kobalt-56 und schließlich zu stabilem Eisen-56 zerfällt wobei neben einer Menge Gammastrahlung auch Positionen frei werden die mit freien Elektronen direkt zu noch mehr Gammastrahlung annihilieren, welche die Materie der Supernova zum Leuchten anregt, wodurch sich eine nur langsam abfallende Helligkeitskurve ergibt. 

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Kommentar von Pfadfinder17
18.08.2016, 13:23

Fundierte Antwort, klasse. Danke!

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Neutronenstern würde ich sagen

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