AKG K 601 - der aktuell linearste Kopfhörer?

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3 Antworten

Der Frequenzgang eines Kopfhörers ist grundsätzlich lediglich ein Anhaltspunkt. Der weg zu deinem Ohr, also die Ohrmuschel und der Gehörgang, die ja von Mensch zu Mensch verschieden sind, tragen ebenfalls zur Klangfarbe eines Kopfhörers (nicht unerheblich!) bei.

Ansonsten kann ich dir noch dringend davon abraten, mit Kopfhörern zu mischen. Man neigt in der Regel dazu viel zu subtil zu Mischen, so, dass viele Dinge hinterher über Lautsprecher untergehen. Ein Kopfhörer ist eher ein tontechnisches Mikroskop. Ich benutz ihn, wenn ich Filter einstelle, oder wenn mir Beispielsweise eine unangenehme Frequenz auffällt und ich ausschließen will, dass es sich dabei lediglich um Raummodi handelt und um gelegentlich zwischendurch den Mix auch mal auf "Detailebene" zu checken.

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Kommentar von Wepster
09.07.2013, 00:36

Nun ich weiß das schon, mir fällt es selber auf, Raumklang ist eben kein KH-Sound, die Stereokomponente fehlt einfach, auch wenn man es mit Plugins immitieren kann...daher neige ich schon zu monitoren, das muss einfach n ganz anderes feeling sein...ich hoff enur das die potte mal stimmt um mit ein paar dynaudio zu besorgen...au ja :D...da würde ich mich freuen... auch wenn ich sicher nicht der beste produzent bin ich lege wert auf mein hobby...hab halt ne doofe anlage aber mach schon seit 10 jahren mukke....meistens per KH

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Der neutralste Kopfhörer ist der Sennheiser HD800, gefolgt von STAX SR-009.

WObei man so neutrale nicht unbedingt verwenden sollte, ein Shure SRH-940 oder DT-880 wäe da schon gut, nen K-7xx würde ich nicht verwenden, der hat zu wenig Bass, da müsste man einiges reindrehen was dann auf bassbetonteren KHs nicht wirklich gut klingt.

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Kommentar von AtoLevo
08.07.2013, 17:24

Zu wenig Bass hat nicht jeder K701/702. Wie gesagt, hier liegt es größtenteils an der, fast schon massiven, Serienstreuung von Seiten AKGs. Es gibt z.T. K701, welche merklich zu wenig Bass haben und es gibt einige die einen gut ausgeprägten Bass haben ca. auf dem Niveau eines DT 880.

Der HD 800 kommt der Sache schon nah, doch hat auch dieser eine gute Betonung im Hochton. Meiner Meinung nach ist der HE-6 noch ein Stück näher an der Neutralität.

Zu dem Stax kann ich nichts sagen, da noch nicht gehört, aber ich könnte mir es gut vorstellen.

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Kommentar von Wepster
08.07.2013, 22:56

Andersrum ist ein zu betonter bass nachher zu wenig bass auf anderen KH´s ^^ ist er neutral sollte es aber für die "masse" gut klingen da ja nicht jeder bassbetontes KH´s oder Anlagen hat.

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Mit dem DT 770 Pro bist du gerade ganz schon auf der Badewannenseite, da wirst du einen großen Unterschied zu allen von dir genannten KH merken, was die Linearität angeht.

Den DT 880 (600 Ohm) würde ich als relative neutral ansehen, doch ist er immernoch etwas spassig abgestimmt und hat den bekannten Beyerpeak.

Den DT 770 auch als 600 Ohm Variante kannst du vergessen, wenn es neutral sein soll, denn dieser ist alles andere als neutral.

Der K 601 kommt der suche nach Linearität schon sehr nah, doch würde ich sagen, dass dieser schon fast ein gewisses Defizit in der Bassmenge hat und er auch einen etwas eigenen Klang hat.

K 702/K701 sind so ziemlich die Selben. Hier wärst du meiner Meinung nach in dem Budget aber schon sehr gut dabei was Linearität angeht. Dummerweise hat AKG bei den beiden Modellen eine sehr große Serienstreuung. Es kann sein das du einen "blutleeren" erwischst und dann würde ich ihn schon nicht mehr als sehr neutralnah bezeichnen.

In den Raum werfen würde ich noch den HD 600, der auch auf der relativ neutralen Seite spielt, aber im Vergleich zu den anderen Genannten, spielt er etwas dunkler auf, was aber auch damit zu tun hat, dass die anderen Kopfhörer allesamt eine Betohnung in den Höhen haben. Jedoch ist und bleib es der "Sennheiser Schleiher". Ich fand es hier jedoch weniger auffallend als bei dem HD 650.

Wirklich neutral ist keiner der genannten Kopfhörer, doch würde ich den HD 600 bzw. den K701/702 noch am ehesten als neutral ansehen, wobei der AKG wie gesagt das Problem der großen Serienstreuung aufweist, sowie der HD 600 seine etwas dunklere Seite.

Wenn man jedoch in teurere Gefilde gehen darf, wären was Neutralität angeht wohl auch die Modelle von Hifiman, insbesondere der He-6 sehr gut dabei.

Auf die Graphen würde ich nicht zuviel geben, denn man kann zwar davon grob auf den Klang eines Kopfhörers schließen (so erkennt man z.B. bei allen Modellen von Beyerdynamic den sogenannten "Beyerpeak"), doch um auf das Gesamtpacket zu schließen spielen einfach zu viele andere Elemente eine große Rolle.

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Kommentar von 3125b
08.07.2013, 14:05

Sehr gute Antwort.

"Neutral" ist immer so eine Sache. Ganz neutral sollte ein KH zum Mischen nicht sein, denn die Musik wird nachher auch nicht auf neutralen Wiedergabegeräten gehört.

Ein Shure SRH940 sollte vlt. auch eine Möglichkeit darstellen. Dieser ist ein echter Studio-KH, der färbt nichts schön und klingt sehr genau. Zum abhören der fertigen Mischung ist er aber wohl nicht ideal, weil er das Musikstück "zerschnipselt", wie jemand so schön schrieb. Da kannst du bei deinem Beyer bleiben, denn er klingt so wie der durchschnittleiche Spaßhörer (finde den DT 770 dumpf und etwas unpräzise, aber die Auflösung und der Punch stimmen schon, ich mag den DT 990 deutlich lieber).

Die andere Möglichkeit ist der DT 880 Edition 600 Ohm, kostet 239€ (also 10€ weniger als der Shure), Verarbeitung und Tragekomfort wie immer ungeschlagen, klingt um einiges unaufgeregter und genauer (manche nennen es langweilig) als die Version mit 250 Ohm, zum mischen auch nicht falsch, da kommt es auf deine Gewohnheiten an. Er hat halt gegenüber dem Shure den Vorteil halboffen zu sein, und damit eine bessere Bühne zu bieten, aber er ist weniger scharf, Fehler in deiner Mischung sind schwieriger zu bemerken.

Wie gesagt, einer dieser beiden würde ich nehmen, je nach Gewohnheit, im besten Fall mal beide bei Thomann bestellen und testen, da hast du 30 Tage Zeit dich zu entscheiden.

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