Ahnte Bismarck, dass ein Weltkrieg kommen würde?

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Bismarck war sich darüber im Klaren, dass ein aufstrebendes mächtiges Deutschland  mit

deutsche[n] Spießbürger[n] (wozu auch Adel und Fürsten gehören) [...] womöglich noch aufgeblasener und chauvinistischer sind als damals [1871]; die diplomatische Aktion ist bedeutend frecher geworden, aber sie hat noch die alte Doppelzüngigkeit; der Offiziersadel hat sich auf natürlichem wie künstlichem Weg hinreichend vermehrt, um so ziemlich wieder die alte Herrschaft in der Armee auszuüben, und der Staat entfremdet sich mehr und mehr den Interessen der großen Volksmassen, um sich in ein Konsortium von Agrariern, Börsenleuten und Großindustriellen zu verwandeln, ...

http://www.mlwerke.de/me/me21/me21_346.htm

zwangsläufig in Interessenkonflikt mit den anderen Mächten kommen musste. Ihm war auch klar, dass dieser zwangsläufige Interessenkonflikt die Gefahr eines Krieges beinhaltete, der das Reich in seinem Bestand gefährden würde, weil er die Kräftesituation wohl realistischer einschätzte als seine Nachfolger. Gegen einen Krieg hätte er sonst nichts einzuwenden gehabt.

Deshalb war er auch froh, dass er mit seiner im Ausland argwöhnisch beobachteten Reichseinigung und den dafür geführten Kriegen durchkam. Deshalb wollte er den Bogen auch nicht überspannen und erklärte das Reich für saturiert, um den anderen Mächten nicht unnötig auf die Füße zu treten.

Wenn er von seinen Nachfolgern eine geringe Meinung hatte, dann in erster Linie nicht wegen deren tatsächlichen oder vermeintlichen geringen Fähigkeiten, sondern weil er sich selbst für unersetzbar hielt. Er hätte es in der Hand gehabt, die Weichen in Deutschland so zu stellen, dass die, die das Land in den Krieg geführt haben, nie die Macht dazu gehabt hätten. Doch dazu hätte es eine anderer, ein demokratischer Bismarck sein müssen.

Und so steht der "weise" Bismarck letztendlich doch am Beginn des verhängnisvollen deutschen Weges in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Den Weltkrieg vorausgesehen hat nicht Bismarck sondern eine anderer deutscher Zeitgenosse, Friedrich Engels im Dezember 1887:

Und endlich ist kein andrer Krieg für Preußen-Deutschland mehr möglich als ein Weltkrieg, und zwar ein Weltkrieg von einer bisher nie geahnten Ausdehnung und Heftigkeit. Acht bis zehn Millionen Soldaten werden sich untereinander abwürgen und dabei ganz Europa so kahlfressen, wie noch nie ein Heuschreckenschwarm. Die Verwüstungen des Dreißigjährigen Kriegs zusammengedrängt in drei bis vier Jahre und über den ganzen Kontinent verbreitet; Hungersnot, Seuchen, allgemeine, durch akute Not hervorgerufene Verwilderung der Heere wie der Volksmassen; rettungslose Verwirrung unsres künstlichen Getriebs in Handel, Industrie und Kredit, endend im allgemeinen Bankerott; Zusammenbruch der alten Staaten und ihrer traditionellen Staatsweisheit, derart, daß die Kronen zu Dutzenden über das Straßenpflaster rollen und niemand sich findet, der sie aufhebt; ...

(ebenda)

Danke für den Stern!

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Zur Info: Er war kein Nationalsozialist(Er ist gegen die Sozialisten vorgegangen), sondern königs/kaisertreuer Konservatist

Ich vermute, dass er eine ähnliche Katastrophe geahnt hatte, schließlich war ein früher Akt von Wilhelm II, ihn zu entlassen.

Hätte er noch länger gelebt und wie vor Wilhelm II die Politik maßgeblich beeinflussen können, hätte er bestimmt den Krieg verhindert!

Naja, zumindest wusste er das sinnloser Krieg und nichts gutes bringen wird. Die Kämpfe die er führte, hatten am Ende eigentlich alle nur den Sinn, "Deutschland" eine feste Machtposition in Europa zu schaffen. In Kombination mit seinen Verträgen, sollte dieses Machtgleichgewicht und Bündnisgeflecht dafür sorgen, das es innerhalb Europas keinen Krieg mehr gibt. Aber dann kam der Gehirnamputierte An die Macht und hat Bismarks Werk in kurzer Zeit zunichte gemacht.

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Es gibt natürlich auch im Westen Menschen mit einem nationalistischen Tunnelblick.

Im Osten hingegen scheint rechtsradikales Denken aber einen stärkerern Rückhalt in der Bevölkerung zu haben.

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