Agoraphobie und Urlaub..?

3 Antworten

Hallo Karlinja, 

ein mutiger Schritt, das muss ich schon sagen! Ich gehe davon aus, dass du adäquat in Therapie bist und du deinen Therapeuten eingeweiht hast.

Mit einer solchen Angststörung freiwillig zu verreisen erfordert eine klare Planung von dir und deinem Freund. Ja, es soll eine Überraschung sein, aber wenn er vorher davon weiß könnt ihr euch beide besser auf die möglichen Probleme einstellen! Also sprich mit ihm und lass es dir nicht ausreden!

Seht euch vorher im Internet an, wo es hingeht und macht einen Fahrplan. Die Strecke in Abschnitte einteilen und regelmäßig Pause machen! Auch wenn keiner auf's Klo muss. Im Auto selber nicht zu warm, genug zu Essen und zu Trinken mitnehmen, auch wenn es nicht so weit ist! Medikamente für fast alles sind immer ratsam, auch wenn sie unnötig sind - man weiß ja nie! Und immer über die Angst reden, nichts verschweigen, auch nicht um deinen Freund nicht zu belasten!

Macht den Belohnungs-Trick, falls möglich: Meine Frau mag sehr gerne eine bestimmte Sorte Bonbons wenn sie nervös wird - für jeden geschafften Abschnitt gibt's eins! Ich weiß, gemein, klappt aber! Nicht zu schnell fahren, sonst bekommst du vorm Fahren selber u.U. mehr Angst als vor der ganzen Reise! Plant auf jeden Fall ein, jederzeit wieder umkehren zu können - und macht euch das auch aus! Sch* auf's Geld! Und nimm einen Schutz mit - Kuscheltier, Decke, Kissen, irgendwas was dir Sicherheit gibt! Und nimm es überall hin mit, egal wie komisch das aussieht!

Wenn ihr dann angekommen seid, seht euch gemeinsam im Hotel um - wo sind die Notausgänge, Feuerlöscher, Treppen? Wo steht das Auto? Plant die „Flucht“ durch! Es kann auch helfen, zu wissen wo das nächste Krankenhaus ist und wie man am Besten dahin kommt!

Dein Freund ist dein Schutz und Schild, nutze ihn! Gerade am Strand oder in der Stadt! Ein- bzw. unterhaken hilft weil es Nähe und Geborgenheit gibt - aber das weisst du selbst am Besten! Die unvermeidlichen Spaziergänge langsam ausdehnen, nicht gleich zum Strand rennen! Da könnten Menschen sein... 

Den ersten Tag würde ich mit meiner Frau erstmal im Zimmer bleiben und uns die „fremde Welt“ vom Fenster aus ansehen. Wenn sie sich dann daran gewöhnt hast, geht's erstmals vor die Tür - ein Schritt nach dem anderen!

Zur Heimfahrt gibt's so von mir aus keine Tipps, das geht ja fast von alleine! :-)

Das alles ist nur, was ich dir rate. Tun musst du es selbst - nach deinen Möglichkeiten. Und scheue dich niemals, das Ganze von Jetzt auf Gleich abzubrechen wenn es nötig ist!

Viel Glück und Spaß! Und entschuldige den Roman!

Holland ist ja durch die vielen weiten Flächen viel mehr "agora" als zum Beispiel eine enge verwinkelte mittelalterliche Hexenhäuschen-Stadt wie Rothenburg ob der Tauber.

Deshalb: Schon mal Hut ab vor der Wahl des Urlaubsorts, denn das bedeutet gleich aufs Ganze zu gehen! Das ist schon einmal eine gute Entscheidung, und wenn man nun sagen kann, dass Du Angst vor der eigenen Courage hast, dann ist das etwas Positives. Denn wer auf alles mit Vermeidungsverhalten reagiert, lebt sein Leben auf Sparflamme - und niemand macht mir weis, dass er das wirklich will.

Auch wenn es blöd klingt, hier mit Goethe zu kommen - aber der hat gesagt "Wünsche sind die Vorahnungen unserer Fähigkeiten". Das heißt: wenn in Dir der Wunsch entstanden ist, mit Deinem Freund nach Holland zu fahren, dann zeigt das auch, dass Du dazu in der Lage bist, das zu bewältigen. Und dass Du diesen Urlaub gebucht hast, ist der beste Beweis dafür.

Ich kann Dir Deine Fragen nicht konkret beantworten, ich bin kein Psychologe. Aber ich kann Dir schreiben, dass ich Deine Entscheidung gut finde und Dich ermutigen will, diese bestimmt herausfordernde, aber doch auch schöne Erfahrung zu machen.  

Vielen Dank für deine Positive Rückmeldung!

Meine Agoraphobie bezieht sich allerdings sowieso mehr auf die Körpersymptome bei denen ich Panikattacken bekomme.. Und eben sehr Enge Räume oder Große Gebäude.. Obwohl man ja weis das es nur vom Kopf ist macht man sich doch schon einige Gedanken.. Grr dieses Gedankenkarrussel ist echt nervig geworden.. Meine Therapeutin ist stolz auf die Idee und meinte natürlich ich solle es aufjedenfall durchziehen.. Solangsam kommen jedoch die Ängste

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@Karlinja

Du sollstest wenigstens wissen wovon du redest, damit man weiss, worum es geht. Die Angst vor engen Räumen und Einengung ist die Klaustrophobie. Die Angst vor Weite und der Weite des Raumes ist die Agoraphobie.

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@Karlinja

Ja, das irritiert mich jetzt auch: dass Du die Erkrankung als "Agoraphopie" bezeichnest und dann ist es das gar nicht. So schreibt man als User, der versucht, sich mit Einfühlungsvermögen Deines Problems anzunehmen, ein bisschen an der Sache vorbei.

Die Angst in engen Räumen (Fahrstuhlschächten z. B.) wird im Volksmund oft fälschlich als "Platzangst" bezeichnet. Der richtige Ausdruck wäre "Klaustrophobie", "Platzangst" ist dagegen die Angst vor der uferlosen Weite großer Flächen usw, (z. B. großes leeres Sportstadion, unendliche Weiten in ebenen Landschaften), in denen sich der Erkrankte verloren und null und nichtig fühlt. Das Fremdwort für "Platzangst" lautet "Agoraphobie".

Das ändert aber nichts daran, dass Du mit der Urlaubsbuchung etwas Tolles gemacht hast. Nicht nur Deine Therapeutin sollte stolz darauf sein (wie Du schreibst), sondern auch Du selbst!

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Meine Therapeutin hat es als Agoraphobie diagnostiziert. Das kann sich genauso auf eben diese Körpersymptome beziehen. Eben nicht nur auf eine Sache. Ich werde ja wohl wissen was ich habe..

Und so wie Klaustrophobie ist es bei mir in engen Räumen nicht sondern in großen Gebäuden, das ist ein Unterschied

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Ich würde jetzt auch keinen Rückzieher machen, zudem ist ja Dein Freund dabei und somit kann er Dir helfen. Ich würde versuchen Deine Atemübungen zu machen, wenn Du Angst hast, dass Dich die Panik überfällt. Bei einem Freund von mir hilft das mittlerweile sehr gut.

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