Agnes zusammenfassung?

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1 Antwort

In der folgenden inhaltlichen Darstellung der einzelnen Kapitel steht
A für Agnes und E für den Ich-Erzähler. Die Ziffern bezeichnen wie im
Roman die einzelnen Kapitel.

1. Mit den Sätzen „Agnes ist tot. Eine Geschichte hat sie getötet.“
beginnt der Roman. E behauptet also, dass A tot sei und dass für ihren
Tod eine (metadiegetische)
Geschichte verantwortlich sei, deren Handlung vor neun Monaten in der
öffentlichen Bibliothek von Chicago einsetzt, wo er A kennenlernt. E
blickt in der Erzählergegenwart der intradiegetischen Geschichte aus dem Fenster in die winterliche Nacht von Chicago.
Dann sieht er sich ein Video an, das im Oktober bei einem gemeinsamen
Ausflug am Columbus Day in einem Nationalpark von A gedreht worden ist.
Er merkt an, dass A den Videoverkäufer im Haus nicht leiden konnte und
sich an E klammerte.

2. E begegnet A erstmals im April in der Bibliothek (woraus der Leser hier zwangsläufig folgert, dass E die intradiegetische
Geschichte im Januar erzählt, was sich am Schluss bestätigt). Er
arbeitet an einem Sachbuch über amerikanische Luxuseisenbahnwagen, sie
sitzt ihm gegenüber. In einer Raucherpause kommen sie miteinander ins
Gespräch. A nennt ihm ihren Namen, und sie verabreden sich, ohne das
explizit zu sagen, für den nächsten Tag.

3. In einer weiteren Raucherpause am Tag darauf erzählt A von sich
und einem Freund namens Herbert. Herbert sei in einem Hotel einer
schwarz gekleideten Frau begegnet, beide hätten sich schweigend
angesehen, dann habe die Frau Herbert geküsst und sei weitergegangen. E
lädt A in einen Coffee-Shop ein, in dem er Stammgast ist und den er
gerade deshalb liebt, weil er sehr unpersönlich wirkt. A erzählt, dass
sie Physikerin sei und an ihrer Dissertation arbeite. Sie sei 25 Jahre alt, spiele Cello und interessiere sich für Malerei und Gedichte.

4. E hat sich mit A zum Abendessen bei einem „Chinesen“ verabredet
(vgl. aber Kapitel 11). Vor dem Lokal liegt eine tote Frau im Alter von A
auf der Straße, E ruft eine Ambulanz. Beim Essen reden sie über den
Tod, den A fürchtet. Sie gehen zusammen zu E nach Hause.

5. Die beiden schlafen miteinander, A war zuvor nach eigener Aussage
noch Jungfrau, aber unbefangen. Morgens sprechen sie wieder über den Tod
und magisches Denken. E scheint deutlich älter als A zu sein („Ich
könnte fast dein Vater sein […]“, S. 26).[1]

6. Gemeinsames Frühstück. A erkundigt sich nach E's Büchern, er
erzählt von einem aufgegebenen Romanprojekt, ist mit den Sachbüchern
unzufrieden. Sie sprechen über metaphorische Unsterblichkeit im Werk. A
erzählt von einem tödlichen Unfall in einem Pfadfinderlager ihrer
Kindheit. Es wird deutlich, dass ihr Verhältnis zu ihrem Vater schwierig
war; A nimmt an, dass er das verunglückte Nachbarskind vielleicht mehr
geliebt habe als seine Tochter.

7. E fährt nach New York, um für sein aktuelles Buch benötigte
Fachliteratur einzusehen. Er hat unangenehme Begegnungen im Zug: Eine
nach Schweiß riechende, übergewichtige Frau erzählt ihm, dass sie auf
dem Weg zu einem Blind Date sei; ein junger Mann bietet ihm in der Bar
des Zuges an, ihn für wenig Geld zu massieren.

8. Zurück in Chicago lädt A erstmals E zu sich nach Hause ein. Sie
hat gekocht, ihr Zimmer wirkt trotz Pflanzen „unbelebt“. Sie besitzt
kaum Bücher. An der Wand hängt unter anderem das Plakat zu einem
Theaterstück von Oskar Kokoschka
mit dem Titel „Mörder, Hoffnung der Frauen“. A erzählt, wie sie Herbert
bei der Diplomfeier kennenlernte. Er sei eigentlich Schauspieler, habe
aber für eine Firma gearbeitet, die bei der Feier das Catering
organisiert habe. Nach dem Essen soll E eine Geschichte lesen, die A
geschrieben hat. Sie löscht die Geschichte auf dem Computer, als E sich
bei der Beurteilung ausweichend äußert, und zeigt ihm stattdessen
Röntgenbilder, die atomare Kristallgitter zeigen, ihr Forschungsgebiet. A
und E führen ein Gespräch über Asymmetrie als Voraussetzung des Lebens.
Sie schlafen miteinander.

9. Am Abend vor dem Unabhängigkeitstag (dem 3. Juli) bittet A E, eine Geschichte (die in Kapitel 1 genannte metadiegetische
Geschichte) über sie zu schreiben, damit sie wisse, was er von ihr
hält. Aus dem Gefühl heraus, verliebt zu sein, willigt er ein. Sie
beobachten das Feuerwerk von der Dachterrasse aus.

10. E beginnt die Geschichte und liest den Anfang vor. A will nicht, dass erwähnt wird, wie leicht sie errötet.

11. Die metadiegetische Geschichte wächst. In Details sind die
beiden unterschiedlicher Meinung über sie. A beweist durch einen
Eintrag in ihrem Taschenkalender, dass sie sich bei einem Inder
getroffen haben.[2] Im September ist die Handlung des metadiegetischen Textes in der erzählten Zeit der intradiegetischen Geschichte angelangt, der jene ab diesem Zeitpunkt vorgreift.

12. E hat das Gefühl großer Nähe zu A, die an Abhängigkeit grenze. In
seiner Fantasie sieht E A als „[s]ein Geschöpf“, dessen Zukunft er
plant (S. 62).

13. Im Text bittet E A darum, zu ihm zu ziehen. Ende September zieht sie tatsächlich zu ihm.

14. Beide sind glücklich, es ereignet sich wenig, deshalb stagniert das Schreiben der metadiegetischen Geschichte. Ein pointillistisches Bild von Georges Seurat
in einer Ausstellung wird zur Metapher ihrer Beziehung. („Du musst,
wenn du unser Glück beschreiben willst, ganz viele kleine Punkte machen
wie Seurat.“, S. 69)

15. Am Columbus Day
macht das Paar den bereits in Kapitel 1 erwähnten Ausflug in einen
Nationalpark. Nahe dem See, an dem sie zelten, fällt A ohne erkennbaren
Grund in Ohnmacht.

16. Sie wandern weiter und treffen auf eine verlassene Siedlung mit
Kirche und Friedhof. A spricht davon, dass Erfrieren ein schöner Tod sei
(s. Kap. 35). Nach drei Tagen Wanderung Rückkehr zum Parkplatz.

17. E setzt seine Arbeit an der metadiegetischen Geschichte
fort und lässt dabei den Leser an seinen Gedanken bei deren Entstehung
teilhaben. Zunächst stellt er sich vor, dass er A bittet, ihn zu
heiraten, und dass sie in die Eheschließung einwilligt. Kurz darauf
stellt sich E vor, dass das Ehepaar tief zerstritten ist und dass A vor
ihm und seiner Eifersucht flieht. Spätestens an der Stelle, an der E A,
die zuvor geschrieben hat: „Du bist krank!“, flüstern lässt: „Du bist
tot.“ wird E dem Leser unheimlich.

18. E erzählt seine intradiegetische Geschichte weiter. Er
geht nicht mit A auf die Halloween-Party ihrer Universität, sondern auf
die Feier einer Firma, die Pullmanwagen verleiht. Dort lernt er Louise
kennen, die sich für ihn interessiert und ihm ihre Telefonnummer gibt.

19. A kommt betrunken von ihrer Party und offenbart E am nächsten
Tag, dass sie schwanger ist. Er will kein Kind und deutet die
Möglichkeit einer Abtreibung an. Sie wendet sich von ihm ab und er
verlässt die Wohnung.

20. Als er zurückkommt, hat sie ihn verlassen und ist zurück in ihre alte Wohnung.

21. Er sucht die räumliche Nähe zu A in ihrem Wohnviertel, es gelingt
ihm aber nicht, Kontakt zu ihr herzustellen. In der Bibliothek trifft
er Louise, die ihn zu Thanksgiving zu ihren Eltern einlädt. E hat ein schlechtes Gewissen und schreibt für die metadiegetische Geschichte einen Schluss, in dem er mit dem Kind einverstanden ist.

22. E besucht Louises Eltern, die ihn gerne als Schwiegersohn sehen
würden. Gespräch über Amerika und Europa. Der Vater ist Franzose, die
Mutter Amerikanerin.

23. E besucht Louise in ihrer Firma. Sie küssen sich im Archiv,
obwohl Louise es für gut hält, dass sie nicht ineinander verliebt sind. E
arbeitet an einem Artikel über den Streik der Pullmann-Arbeiter,
in dem der Konflikt zwischen Freiheit und Fürsorge thematisiert wird.
(„Mit allem hatte Pullman gerechnet, nur nicht mit dem Bedürfnis seiner
Arbeiter nach Freiheit. Er hatte geglaubt, ihnen ein Paradies gebaut zu
haben. Aber das Paradies hatte keine Tür […]“, S. 104).

24. E schreibt weiter an der metadiegetischen Geschichte und
phantasiert ein Leben mit A und dem Kind. Eine Kollegin von A ruft ihn
an und teilt ihm mit, dass A erkrankt sei und er sich um sie kümmern
solle. E fürchtet um seine Freiheit, wenn er wieder mit A zusammenkommt,
macht sich dann aber auf den Weg zu ihr.

25. A hatte eine Fehlgeburt, E ist darüber erleichtert.

26. Sie zieht wieder bei ihm ein, er erzählt ihr von Louise, was ihr
aber gleichgültig zu sein scheint. Sie fordert ihn auf, die metadiegetische Geschichte weiterzuschreiben und das Kind darin lebendig werden zu lassen.

27. Auf einem Weihnachtseinkaufsbummel kauft A Geschenke und Kleidung
für das „Kind“. Zu Hause bricht sie zusammen und nennt die erfundene
Handlung eine „Lüge“. Sie wirft das Eingekaufte weg und verlangt von E,
die Geschichte so zu erzählen, wie sie „wirklich“ war.

28. Während des gemeinsamen Alltags zieht sich A in sich selbst
zurück. Kristallstrukturen dienen als Metapher menschlicher Beziehungen.
A denkt an die Zeit, wenn E sein Buch fertiggestellt hat und in die
Schweiz zurück muss.

29. Am Weihnachtsabend schenkt A E einen Pullover, er ihr einen Ausdruck der bisher entstandenen metadiegetischen
Geschichte. Mit der Post kommt ein Geschenk von Louise, das Modell
eines Pullmanwagens und die Einladung an beide zur Silvesterfeier.
Obwohl E hartnäckig bei seiner Behauptung bleibt, A habe ihn Anfang
November verlassen, widerspricht sie ihm beim dritten Mal nicht mehr,
sondern gesteht ihm, dass sie nur ihn liebe.

30. A bleibt erkältet im Bett und weint wegen eines Gedichtes von Dylan Thomas, das den Tod thematisiert. E geht spazieren, denkt an das tote Kind und beschließt, die Geschichte (nur die metadiegetische?) zu Ende zu bringen.

31. A's Eltern rufen an, die offenbar nichts von E's Anwesenheit
wissen. Er beschließt einen zweiten Schluss zu schreiben, der positiver
ausfällt als die erste Version. A möchte nicht, dass die Geschichte zu
Ende geschrieben wird, aber E ist schon damit fertig.

32. A leidet weiterhin unter ihrer Atemwegsinfektion, E überarbeitet zwanghaft die metadiegetische Geschichte immer wieder.

33. Mit Einverständnis der immer noch nicht genesenen A verbringt E
den Silvesterabend bei Louise. Er spricht mit deren Vater über den
Pullman-Streik (s. Kap. 23) und geht mit Louise in deren Zimmer.

34. Nachdem die beiden miteinander geschlafen haben, fährt Louise ihn
nach Hause und erfährt erst jetzt, dass A wieder bei ihm ist. Sie
stellt ihm eine Beziehung in Aussicht, wenn er will, und es zeigt sich,
dass sie vielleicht doch in ihn verliebt ist. Zu Hause bekommt E das
Schloss zu seiner Wohnung nicht auf. Absurderweise hält er es für
möglich, dass Agnes in seiner Abwesenheit das Schloss ausgetauscht habe.
Erst nach einer Weile bemerkt er, dass er eine Etage zu tief
ausgestiegen ist.

35. Als E in die Wohnung kommt, ist der Computer eingeschaltet und die Datei mit dem zweiten, neuen Schluss der metadiegetischen
Geschichte, den A zuvor nicht kannte, geöffnet. Darin erzählt E, dass A
im Winter in den Nationalpark gegangen sei, in dem sie mit E am
Columbus Day gewesen ist (s. Kap. 16), und sich bei Frost in den Schnee
legt. Es wird angedeutet, dass sie erfrieren will. A hat offenbar diesen
Schluss gelesen und die Wohnung verlassen.

36. A kommt während der Erzählergegenwart nicht mehr zurück. E sieht sich am Schluss der intradiegetischen Geschichte das anfangs erwähnte Video an, das A im Nationalpark gedreht hat.

Quelle: Wikipedia

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