Agenten aus dem Westen sind schuld?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die DDR-Verantwortlichen wollten auf diese Weise von ihrem Versagen ablenken und die Schuld auf den "Klassenfeind" im Westen schieben. Es gab keine "Agenten", sehr wohl aber eine erhebliche Unzufriedenheit der Bevölkerung in der DDR.

MfG

Arnold

Schuld war erst einmal die Normerhoehung fuer die Bauarbeiter.

Angefangen hat es mit den Leuten, die die Stalinallee gerade neu aufbauten, 1953.

Das der Rias diese Umstaende nutzte und Oel ins Feuer goss, ist nichts Neues und wird bis Heute praktiziert, ueberall auf der Welt. Wo da Agenten herkommen sollten, ist mir schleierhaft, denn dieser Streik war ein Selbstlaeufer und breitete sich ruck zuck auch auf andere Staedte der DDR aus.

Die Ereignisse um den 17. Juni 1953 sind seit damals bis heute von Ost und West propagandistisch missbraucht und äußerst einseitig dargestellt worden. Auch ich möchte Dir empfehlen, die Frage zu stellen, ob es wirklich ein "Volksaufstand" war oder ob diese Bezeichnung bloß Teil einer verzerrten Darstellung ist.

Man könnte auch andere Fragen stellen. Zum Beispiel, wie gleichzeitig (!) die Unruhen ausbrechen konnten und die selben Forderungen gestellt wurden, wenn das ganze spontan und nicht geplant gewesen sein soll. Wer hat geplant, die Kommunikation organisiert und die Forderungen ausgearbeitet? Zumal der gleichzeitige Ausbruch auch nach der Korrektur der Arbeitsnormerhöhungen stattfand.

Die Grenzen waren zudem offen und stellten kein ernstzunehmendes Hindernis dar. Egon Bahr, damals als Journalist beim RIAS, gab in einem Interview zu, dass sein Sender Katalysator dieser Ereignisse war. Wenn er das schon zugeben muss ...

http://www.deutschlandfunkkultur.de/bahr-rias-war-katalysator-des-aufstandes.945.de.html?dram:article_id=132181

1953, acht Jahre nach dem Krieg, die überwiegende Mehrzahl der jungen Leute (auch in der DDR) sind politisch im 3. Reich sozialisiert wurden. Antikommunismus und faschistisches Gedankengut steckte immer noch in vielen Köpfen.

Da war der berechtigte Protest der Arbeiter gegen die verfehlte SED-Politik der willkommene Anlass, diesem Protest eine antikommunistische und auch antisowjetische Richtung zu geben.

Denn vielen der ehemaligen Pimpfe, steckte noch die empfundenen Schmach der Niederlage und die "Schande" von "bolschewistischen Untermenschen" beherrscht zu werden in den Knochen. Von den heimgekehrten Kriegsgefangenen mal ganz zu schweigen.

Das Wesen dieser eskalierten Unruhen war antisowjetisch und antikommunistisch, notdürftig verbrämt durch im Westen formulierte Forderungen und Losungen. Der "Volksaufstand", der ein Ruf nach (bürgerlicher) Demokratie und "Freiheit" war, ist eine Legende des Kalten Krieges.

DH - wo warst Du denn so lange?

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@exFlottiLotti

ok, aber ein wenig ruhiger schon, hatte ich den eindruck?! macht ja nix, ein bisschen mehr zurückhaltung täte sicher auch mir ab und zu gut:-)

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