AG will Stunden kürzen. Darf er das einfach so?

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3 Antworten

Du kannst dem AG sagen dass Du weiter Deine üblichen Stunden arbeiten willst.

Hier handelt es sich nicht um einen Kleinbetrieb mit nicht mehr al 10 ständigen Vollzeitkräften, Du bist schon länger als 6 Monate im Betrieb, es greift also das Kündigungsschutzgesetz so dass der AG Dich nicht einfach kündigen kann, wenn Du der Vertragsänderung nicht zustimmen willst.

Wenn der AG den Arbeitsvertrag einseitig ändern möchte, muss er das mit einer Änderungskündigung machen. Dann gibt es folgende Möglichkeiten:

  1. Du stimmst zu und arbeitest zu den neuen Bedingungen.
  2. Du lehnst ab und aus der Änderungskündigung wird eine Beendigungskündigung
  3. Du nimmst unter Vorbehalt an.

Bei 2. musst Du innerhalb von drei Wochen Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht einreichen.

Bei 3. reichst Du auch innerhalb von drei Wochen Klage ein. Da wird dann geprüft ob die Änderungskündigung legitim ist. Du hast aber auf alle Fälle Deinen Arbeitsplatz behalten und wenn das Arbeitsgericht die Änderungskündigung für nichtig erklärt, hast Du Deine bisherige Stundenzahl zurück.

Es spielt auch keine Rolle, dass Du nach Deiner Befristung keinen neuen schriftlichen Arbeitsvertrag erhalten hast. Es gelten weiter die vereinbarten Bedingungen.

Falls Du kein Gewerkschaftsmitglied bist und auch keine Rechtsschutzversicherung hast, kannst Du eine evtl. nötige Klage auch selbst beim Arbeitsgericht einreichen. Bei der Rechtsantragstelle hilft man Dir auch mit der Formulierung der Klage und das ist kostenlos.

Der AG muss übrigens die vereinbarte Kündigungsfrist einhalten. Er kann also nicht ab sofort alles ändern. In Deinem Fall, sollte der § 622 BGB gelten, ist das ein Monat zum Monatsende. Für Mai ist eine Verkürzung der Arbeitszeit selbst mit einer Änderungskündigung nicht mehr  möglich.

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JennaPolly 27.04.2016, 10:14

Ist es denn nicht so das jegliche Vertragsänderund bzw. Verlängerung schrftl. festgehalten werden muss? Ich kenne es so das vor Vertragsablauf ein Neuvertrag aufgesetzt werden muss, der AN muss rechtzeitig darüber informiert werden wenn kein neuer Vertrag zustande kommt, oder nicht?  Ich hatte noch 

nie einen Vertrag der sich nach Ablauf automatisch verlängert. Das war mein Problem. Aber auf was kannst du dich den berufen wenn du gegen die Kürzung vorgehen willst? Naja Vertragsänderungen müssen jedenfalls schrftl. festgehalten und unterschrieben werden. Eine Mail reicht da nicht aus. 

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PeterSchu 27.04.2016, 10:44
@JennaPolly

Ein Arbeitsvertrag muss nicht unbedingt schriftlich verfasst werden. Die Schriftform ist allerdings vor Beginn des Arbeitsverhältnisses unbedingt erforderlich, wenn der Vertrag befristet sein soll.

Teilzeit- und Befristungsgesetz §14: "(4) Die Befristung eines Arbeitsvertrages bedarf zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform."

Da dein Betrieb deine Beschäftigung fortgesetzt hat, ohne vorher einen Vertrag anzufertigen, ist damit eine unbefristete Beschäftigung entstanden.

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Hexle2 27.04.2016, 10:44
@JennaPolly

@JennaPolly,

Aber auf was kannst du dich den berufen wenn du gegen die Kürzung vorgehen willst?

Darauf dass vertraglich mehr Stunden vereinbart sind und der AG nicht einseitig andere Bestimmungen festlegen kann.

 der AN muss rechtzeitig darüber informiert werden wenn kein neuer Vertrag zustande kommt, oder nicht?

Nein, muss er nicht.

Bei kalendarisch befristeten Arbeitsverträgen ist das Ende des Vertrags ja festgelegt. Der AN muss sich spätestens drei Monate vor Ablauf deshalb bei der Arbeitsagentur melden. Der AG ist nicht verpflichtet dem AN zu sagen dass er nach Ablauf nicht mehr beschäftigt wird.

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MonaBine 29.04.2016, 06:40

Wie ist es eigentlich wenn nicht alle Angestellten Vollzeit sind? 

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Hexle2 29.04.2016, 06:45
@MonaBine

Wie ist es eigentlich wenn nicht alle Angestellten Vollzeit sind? 

Du solltest schon schreiben, was Du genau wissen willst. Sonst kann ich nur raten und gebe Dir evtl. eine falsche oder unvollständige Antwort

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Das geht nicht. Schon mal gar per Email. Hier muß eine Änderungskündigung, oder der AN und der AG müssen das schriftlich so vereinbaren und unterschreiben.

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Hallo, also erstmal klingt das komisch! Du bist seit 3 Jahren in dieser Firma beschäftigt, hast aber nur einen befristeten Vertrag von einem Jahr der aber nicht verlängert wurde? Verstehe ich das richtig? Wenn ja dann klingt das nach sehr nach Betrug, denn eigtl. hättest du ja einen neuen Vertrag bekommen müssen oder zum Mind. eine schriftl. Verlängerung. Ich bin mir zwar nicht 100% sicher aber das klingt so als wärst du jetzt ungewollter Weise Schwarzarbeiter! Demnach wärst du offiziell garnicht wirklich in diesem Unternehmen beschäftigt, dh. bei 10-14 Arbeitsstunden bezahlt dein AG auch weniger Sozialleistungen! Und da du ja keinen Vertrag hast der irgendetwas regelt, kann dein AG theoretisch natürlich auch die Stunden kürzen! Der hat dich ziemlich übers Ohr gehauen! Wenn du die Möglichkeit hast einen Anwalt aufzusuchen, würde ich das mal tun oder versuch es mal über die Arge! Eine anonyme Anzeige beim Finanzamt und der LVA könnte auch nicht schaden! Viel Glück erstmal.  

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Hexle2 27.04.2016, 08:48

@JennaPolly,

ich vermute mal stark, dass Du Dich im Arbeitsrecht nicht wirklich auskennst. Sonst hättest Du so etwas nicht geschrieben (was auch besser gewesen wäre).

Wenn ein befristeter Vertrag ausläuft und der AN dann so lange weiter beschäftigt ist, ist das keine Schwarzarbeit sondern der AN hat einen unbefristeten Arbeitsvertrag (Teilzeit- und Befristungsgesetz).

Hier hat der AG auch niemanden "übers Ohr gehauen" sondern den AN übernommen und das ist auch ohne schriftlichen Übernahmevertrag möglich.

Was soll das Arbeitsamt, die LVA oder das Finanzamt? Der AN ist beschäftigt und hier steht nirgends, dass er das Geld bar und ohne Abrechnung bekommt. Fehlt nur noch, dass Du auch die Krankenkasse aufzählst.

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MonaBine 27.04.2016, 09:51
@Hexle2

Ich und der AG zahlen weiterhin die Sozialleistungen, die KV etc. Auch zahle ich weiterhin meine Steuern und mache jedes Jahr den Lohnsteuerjahreausgleich! Mir Schwarzarbeit vorzuwerfen ist u.a.S!

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