AFD: Protestwahl oder ernst zu nehmende Partei Eure Meinung?

15 Antworten

Beides.

Aus Protest zu wählen oder gewählt zu werden, kann übrigens kein Vorwurf sein. Das bedeutet doch nur, dass die betreffenden Wähler ein taktisches Verhältnis zu dieser Partei haben und glauben, so die Politik der anderen Parteien am wirksamsten beeinflussen zu können.

Dass diese Überlegung bereits funktioniert hat, zeigen der Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik, die Reförmchen im Bereich der Leiharbeit, das Lostreten der Rentendebebatte und ganz allgemein  die weniger diskrete Thematisierung des Zusammenhangs von Kriminalität und Zuwanderung. 

Die Partei arbeitet aber gleichzeitig kräftig an ihrer Selbstzerstörung durch folgende Faktoren:

*überwiegend inkompetentes Führungspersonal

*einen undemokratisch organisierten Programmparteitag
(Verzicht auf gewählte Delegierte) mit schwerwiegenden inhaltlichen Folgen

*ein überladenes Programm, in das z. T. Sektierer ihre speziellen Anliegen einbringen konnten, ohne dass diese vorher oder auf dem Parteitag auch nur annähernd hinreichend diskutiert  worden wären

*andererseits das Ausklammern wichtiger Fragen sozialpolitischer wie der Beamtenversorgung

Die Partei könnte - je nach Entwicklung der wichtigsten Problemfelder - ihren Höhepunkt bereits überschritten haben. Sie orientiert sich ja mehrheitlich auf den meisten Politikfeldern rechts von der CDU - entweder behäbig konservativ (eher Süddeutschland) oder schrill national (ehemalige DDR).

Für so eine Partei gibt es keinen Rückenwind, der über 15% auf Bundesebene hinausführen könnte. Ihr fehlen einfach ein Thema oder ein geschlossenes Konzept, das das Signal zu einem positiven Aufbruch geben könnte, und ein gesellschaftliches Milieu, das ein Reservoir für dauerhafte Unterstützung bieten könnte.
Das wird besonders deutlich, wenn man es mit dem Aufschwung der Grünen
Ende der 70-er, Anfang der 80-er Jahre vergleicht.
Die Grünen hatten beides: die Themen (Umwelt/ alternative Lebensformen/
Abrüstung/ moralischere Außenpolitik im Zeichen der Menschenrechte und auf dem Hintergrund der Auflösung der Nachkriegsblöcke) und das reformbegeisterte Reservoir (die über die Bildungsreformen massenhaft produzierten akademischen Schichten).

Von einer politische Linie, die es der AfD z. B. ermögllichen würde, ins gewerkschaftliche Milieu vorzudringen (sozial, aber ohne die Flausen der akademisierten SPD-Schickeria), wie es sogenannten "populistischen" Parteien in den Nachbarstaaten z. T. gelingt, ist die Partei weit entfernt.

Also ich denke, sowohl ernst zu nehmen, als auch wieder nicht. Meiner Meinung nach ist die AfD nichts anderes als die NPD in leicht milderer Ausgabe und mit einem ganz guten Ruf, der bei der NPD ja so ziemlich am Ende ist.

Andererseits ist die die AfD eine legale und nicht zu verachtende Partei die (meiner Meinung nach beängstigend) viele Anhänger hat.

Es gibt Menschen, die konservativ eingestellt sind. Diese wählen dann vor allem die AfD, da sie in der AfD eine Antwort finden. Vieler der AfD sind ehemalige CDU-Wähler. Doch da die CDU nach Meinung vieler zu "links" geworden ist, ziehen diese die AfD vor.

Gerade durch die Flüchtilingskriese konnte die AfD Stimmen gewinnen, weil sie die einzige Partei ist, die sich direkt gegen die Aufnahme von Flüchtlingen stellt. Dazu nutzt die AfD aber fragwürdige Methoden, wie z.B. das Pauschalisieren von Einzelfällen. 

Auch sind viele gegen den Euro, da sie den Euro bzw. der EZB dien Schuld für die im Vergleich zur D-Mark hohe Inflation geben. 

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