Ärztlicher Notdienst / Einheitliche Nr. Ist es besser geworden?

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3 Antworten

Für NRW kann ich nichts sagen, in Bayern ist der Hausärztliche Bereitschaftsdienst schon Jahrzehnte unter einer Nummer zu erreichen, früher über die Rettungsleitstellen, seit einiger Zeit über das eigene Callcenter der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB).

Beim Wechsel auf das Callcenter gab es anfangs auch Schwierigkeiten, die sich mittlerweile einigermaßen gelegt haben, vor allem nachdem mehr Qualität auf das Personal hinterm Telefon gelegt wird.

Aber die Verfügbarkeit der Ärzte hat sich drastisch verschlechtert. Kein Wunder: immer weniger Ärzte müssen die gleichen Dienste abdecken. Das führt zu längeren Wartezeiten, weil der Arzt im dümmsten Fall ständig quer durch sein Bereitschaftsgebiet fahren muss und außerdem mittlerweile voll ausgelastet ist.

Zudem rufen tendentiell mehr Leute an. Sei es, dass die sich heutzutage einfach nicht mehr mit Hausmittelchen zu helfen wissen, sei es, dass die Bevölkerung auch immer älter wird und damit die Zipperlein immer mehr werden.

Mein Eindruck ist auch, dass das Anspruchsdenken höher ist - man will geholfen werden, und das sofort. Mal einfach auskurieren oder eben mal drei Tage Schnupfen haben, wird nicht mehr akzeptiert, da muss sofort der Doktor her. Zum Teil ist das auch dem veränderten Arbeitsumfeld anzulasten - ein Ausfall oder auch nur eine Schwäche wird heute nicht mehr so toleriert, ob tatsächlich oder vermeintlich. Und flexible Arbeitszeiten passen nicht unbedingt zu den Praxisöffnungszeiten.

Zur Zeit ist aber auch der Umschwung zum Herbstwetter deutlich zu spüren, sowohl in den Praxen als auch eben im Notdienst. Das deutlich höhere Patientenaufkommen führte da bei uns plötzlich zu Wartezeiten von mehreren Stunden.

Achja, die Leute werden auch nicht schlauer: anstatt eine halbe Stunde früher Feierabend zu machen und es noch in die Praxis zu schaffen, ruft man lieber erst nach der Tagesschau (oder nach dem Abendflilm) an, weil man dann besser Zeit für den Arzt hat - tagsüber geht ja mal gaaaar nicht. Die Übelkeit hat man ja schon seit Tagen, da will man wenigstens am Wochenende weggehen können und deshalb ruft man Freitag Mitternacht eben schnell den Doc. Huch?

Weitere Klassiker: Sonntag abend, Patient will unbedingt dringend ein Schmerzmittel verschrieben bekommen, Doktor fährt quer durch den Landkreis und kommt, verschreibt das Zeug und weist auf die Notdienstapotheke im Nachbardorf hin, Patient meint das wäre ihm zu weit und er holt sich das Medikament dort dann eben Montag früh auf dem Weg in die Arbeit. Aha...!

Naja. Gute Besserung jedenfalls. Dir und dem deutschen Gesundheitssystem. :)

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Der Ärztliche Notdienst ist in jedem Landkreis anders organisiert... das solltest du berücksichtigen. Und bei den Wartezeiten: Worauf mussten die Leute warten? Auf einen Hausbesuch? Oder in den Praxen?

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Ich meinte den Raum NRW, Konkret den Raum Bochum.

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