Ich habe Ärger mit einem Juwelier. Gibt es eine kostenlose Rechtsberatung?

9 Antworten

Der Juwelier hätte Dich über die Gefahr, dass nach Verkleinerung der Ringschiene die Steine nicht mehr so festsitzen können, hinweisen und Deine Einwilligung einholen müssen. Ein anständiger Juwelier tut dies. Vergrößern ist kein Problem, aber verkleinern ist gefährlich, da die Ringschiene einen geringeren Durchmesser bekommt und die Krümmung stärker ist, so dass die Steine - egal, ob eingerieben oder mit Krappen gefasst - nicht mehr den nötigen Halt haben. Deshalb lehnen vernünftige Juweliere Verkleinerungen in dem Fall ab.

Das die Ringe krumm und schief sind, ist eine andere Sache und eine schlampige Arbeit des Juweliers, gegen die Du auf jeden Fall angehen kannst.

Gefasste  Diamanten und Edelsteine können sich bei Veränderung des Ringes immer lockern. Die Beschreibung mit dem kleineren Ringdurchmesser ist völlig richtig. Der Juwelier sollte auf dieses Risiko hinweisen und empfehlen, das nach der Verkleinerung alle Steine auf festen Sitz geprüft und nachgefasst werden sollten. Das verteuert die Änderung natürlich. Bei dem Preis von 200 Euro für drei Ringe und davon auch 2 Platinringe sind diese Mehrkosten sicher nicht enthalten gewesen.

von: Heinrich Butschal, Gutachter für Schmuck, Diamanten und Edelsteine. www.butschal.de

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Einen Wertverlust haben die Ringe allein schon dadurch erlitten dass Ihr sie gekauft und sie nicht gepasst haben. Dafür kann der Juwelier aber nichts.

Beim Verkleinern muss der Ring mit Kraft verbogen werden, erhitzt auf über 700°C zum Löten und danach abgebeizt werden. Die Bearbeitungsspuren müssen durch feilen, schleifen und polieren möglichst unsichtbar  entfernt werden. Dabei kann vieles schief gehen, das Material brechen, die gefassten Steine raus fallen oder sich verfärben.

Das ist also keine risikolose Angelegenheit. Ein geübter Goldschmied sollte die Klippen erkennen und vorsehen so weit es keine versteckten Mängel gibt. Nach der Arbeit sollte der Sitz der Steine geprüft werden und gegebenenfalls nachgefasst werden und bei der Endkontrolle sollten krumme Ringschienen oder scharfe Kanten auffallen und korrigiert werden.

Bei der Abholung beim Juwelier solltet Ihr die Ringe genau ansehen damit solche Fehler gleich reklamiert werden können. Den Sitz der Steine kann auch der Laie halbwegs kontrollieren indem er mit dem Fingernagel jeden Stein im Licht antippt und beobachtet ob die Reflexe sich bewegen.

Das habt Ihr nicht gemacht aber wenn Ihr die Ringe bald zurück bringt, kann der Juwelier meist erkennen ob die Fehler durch das tragen  oder durch die Werkstatt erfolgt sind. Die vier Stunden sind ein schwacher Hinweis, denn schließlich habt Ihr die Ringe nach der Anpassung der Größe vermutlich das erste Mal getragen und dann kann es auch ein Herstellerfehler sein für den der Juwelier nichts kann.

Wenn Ihr hingeht und die Punkte freundlich und sachlich anspricht dann sollte einer Nachbesserung nichts im Wege stehen. Vielleicht wurde auch nur  vergessen auf die Pflicht und die Kosten des Nachfassens hin zu weisen und der ausführende Goldschmied hat es dann einfach nicht gemacht. Passiert manchmal.

von: Heinrich Butschal, Goldschmiedemeister und Gutachter für Schmuck und Diamanten.

Grundsätzlich hast du die Möglichkeit Schadenersatz vom Juwelier zu verlangen, wenn die Nachbesserung nicht den gewünschten Erfolg bringt. Das dürfte in diesem Fall gegeben sein, weil eine Nachbesserung in diesem Fall unzumutbar ist (Wertverlust) und auch nicht den gewünschten Erfolg (Wiederherstellung von mangelfreien Ringen) führen wird. So kannst du nach §§ 636 i.V.m 280 Abs.1 BGB Ersatz des durch die Pflichtverletzung entstehenden Schadens verlangen. Das Problem wird hier sein nachzuweisen, dass auch der Wertverlust kausal auf die Herstellung der mangelhaften Ringe zurückzuführen ist. Dieses wird wohl durch Gutachter geklärt werden müssen.

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