Ändert sich das, was Sünde ist, im Lauf der Zeit?

12 Antworten

Als Katholik solltest du wissen, dass das, was vor Gott Sünde ist, auch so bleibt, denn Gott ist unwandelbar. All deine Beispiele zeigen nur auf, dass sich das Sündenbewusstsein geändert hat und ein allgemeiner Glaubensschwund festzustellen ist. Die Kirche hebt deshalb ihre Weisungen nicht auf oder macht sie ungültig. Sie bestehen nach wie vor. Aber wo Gott nicht mehr an erster Stelle steht, sondern die Meinung des Zeitgeistes, ändern sich die Menschen und sie halten sich eben nicht daran. Das müssen sie aber vor Gott und ihrem Gewissen verantworten.

Wenn es früher hieß, es sei eine Sünde, wenn man sonntags nicht in die
Kirche geht, so ist es heute ziemlich normal, dass man das nicht tut und
dass man über seinen freien Tag selbst verfügt, und niemand nennt das
noch Sünde.

Wer sonntags ohne Grund die Hl. Messe versäumt, sündigt nach wie vor, die Kirche hat die Sonntagspflicht nicht aufgehoben. Es fragt sich nur, ob jemand sündigen kann, der darüber nichts weiß und einfach nur tut, was alle machen. Die Kirche müsste das nicht nur im Katechismus schreiben, sondern auch mehr verkündigen. Das "niemand" das noch Sünde nennt, liegt nicht an der Kirche, sondern an den Leuten, die die Kirchengebote gering schätzen.

Wenn es früher hieß, es sei eine Sünde, wenn man freitags Fleisch isst,
so kauft sich heute jeder, was er mag, und nimmt sich das Recht, zu
essen, wann und was er selber will.

Die Kirche hat erkannt, dass viele Leute (wie ich z.B.) gar kein Opfer bringen durch Fleischverzicht. Sie essen die schönsten Sachen stattdessen - aber sie halten ja das Gebot. Man hat also mehr den Opfercharakter betont, indem man das Kirchengebot geändert hat. Man soll freitags ein Opfer bringen, aber es ist nicht mehr an den Fleischverzicht gebunden, was einleuchtend ist.


Wenn es früher hieß, Verhütung, Abtreibung, Ehescheidung, Homosexualität
etc seien Sünden, so ist das alles heute normal und sogar die Gesetze
sprechen von "Menschenrechten" in diesen Fällen.

Die kath. Kirche denkt über Verhütung immer noch so, seit dem 2. Vatik. Konzil gilt aber auch die Gewissensfreiheit und wir können nicht wissen, wer in dieser Sache nun sündigt oder nicht.

Abtreibung ist ganz klar eine schwere Sünde für alle Beteiligten, die sogar der Absolution durch den Bischof bedarf.

Ehescheidung war nie eine Sünde, sondern nur die Wiederheirat. Geändert hat sich auch hier nicht die Sache selbst. Die Ehe ist nach wie vor unauflöslich und die Leute in zweiter ziviler Ehe leben objektiv in schwerer Sünde. Es geht aber um die Frage der Zulassung zu den Sakramenten in Einzelfällen, auch da sind die Meinungen geteilt. Es kann etwas objektiv schwere Sünde sein, aber eben subjektiv nicht, denn Gott kennt auch ein irrendes Gewissen an, wenn der Mensch sich geprüft hat und nach seinem Gewissen nicht anders entscheiden kann.

Gelebte Homosexualität wird in der kath. Kirche nach wie vor als Sünde deklariert, dabei sollte man eher die verbindliche Aussage des Lehramtes beachten als die einiger Theologen. Aber auch hier gilt eben die Gewissensentscheidung und die muss jeder vor Gott verantworten.


 War das jetzt früher falsch oder heute falsch, oder ändert sich das, was sündhaft ist, im Lauf der Zeit?

Dass weltliche Gesetze anders denken, war ja immer schon so und wird auch so bleiben. Wenn der Zeitgeist so extrem vom Glauben und den moralischen Weisungen abrückt, bedeutet das ja nicht, dass es richtig ist, ihm zu folgen und das eigene Gewissen danach auszurichten. Wir sind Gott verpflichtet und sonst niemandem.













Hinter Gesetzen stehen Grundsätze.

Gesetze können sich jederzeit ändern — Grundsätze ändern sich nie.

Bsp.: Verkehrsgesetz — Einbahnstrasse (kann jederzeit geändert werden). Der Grundsatz dahinter ("Vorsicht u. gegenseitige Rücksichtnahme") ändert sich nie.

Bsp. aus der Bibel:

Mosaisches Gesetz: der wöchentliche Sabbat (damals der Samstag) ist einzuhalten (2. Mose 19:1). Der Grundsatz dahinter: Zeit reservieren für die Anbetung Gottes.

Mit dem Tod Jesu wurde das mosaische Gesetz (einschliesslich 10 Gebote) aufgehoben (Römer 10:4; Epheser 2:15).

Das bedeutete nicht, dass die Gebote schlecht waren. Sie haben lediglich ihren Zweck erfüllt.

Jesus führte etwas Neues ein: das "Gesetz des Christus“ (Galater 6:2).

Jesus übernahm altbewährtes aus dem mosaischen Gesetz ("Du sollst nicht töten, ...). Er schuf auch Neues (Bereitschaft, aus Liebe zum Mitmenschen in den Tod zu gehen). Und er ließ nicht mehr Benötigtes weg — wie z. B. das Sabbat-Gesetz.

Christen müssen daher nicht mehr einen speziellen Tag "ruhen". Aber der Grundsatz — dass man Zeit einräumen soll für die Anbetung Gottes — der bleibt für ewig bestehen.

Deswegen sollte es für Christen selbstverständlich sein, sich TÄGLICH mit geistigen Dingen zu befassen. Sie sind nicht mehr festgelegt auf einen bestimmten Tag. Hält jemand weiter am Sabbat fest, ist das auch kein Schaden. 

Ebenso ändern sich Gottes Grundsätze zur Sünde nie (Jak. 1:17). 

Allerdings hat sein Sohn uns keine lange "Liste" von Sünden auf den Weg gegeben, wie sie im mosaischen Gesetz enthalten waren. Jesus hat uns hauptsächlich Grundsätze gegeben, die uns helfen, Sünden zu erkennen.

Der wichtigste Grundsatz: "Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt.“ (Joh. 13:35)

Wer seinen Mitmenschen liebt, stiehlt ihm nicht das Geld oder die Frau und belügt ihn auch nicht.

Allerdings wird der eine sich einen Film ansehen, den er mit seinem Gewissen vereinbaren kann, während der andere denselben Film ablehnen würde, weil er sein Gewissen belastet.

Hier kommt die Eigenverantwortung des Einzelnen zum Tragen, die in der Bibel enthaltenen Grundsätze zu Gewalt / Unmoral anzuwenden.

In 1. Kor. 8 wird auf diese Thematik eingegangen. Der eine wird kein Fleisch essen, dass zuvor Götzen geopfert wurde. Der andere isst es ohne Bedenken, da die Götzen Menschgemachte Fantasiegestalten sind.

Paulus bringt es in den Versen 8 u. 9 auf den Punkt:

"wenn wir nicht essen, haben wir keinen Nachteil, und wenn wir essen, ist dies für uns kein Verdienst. Doch wacht beständig darüber, daß diese eure Befugnis nicht irgendwie eine Ursache zum Straucheln für die werde, die schwach sind".

Statt also anderen unser Gewissen aufzuzwingen, sollten wir lieber Rücksicht nehmen auf Gewissensentscheidungen anderer und in seiner Gegenwart nichts tun, was ihn belasten könnte.

Nein.

Es ändert sich nicht was "Sünde" ist.

Es gab nie und es gibt keine Sünde, da es keine höhere Wahrheit gibt, keine höhere Existenz und Nichts was kommt, wenn dein Fleisch verrottet.

Solange wir uns also nicht über Speagetthi Monster unterhalten wollen, nein, dann gibt es keinerlei Sünde. Daher hat sich diese auch nicht geändert.

WAS sich allerdings geändert hat, sind kirchliche Forderungen. Mit dem Voranschreiten der wissenschaft, der Aufklärung und der Gesellschaft wurde es immer schwerer für Religionsgemeinschaften veraltete Wertvorstellungen aufrecht zu erhalten. Also lässt man hier etwas nach, denn, wie jedes Grossunternehmen, will man auf keinen Fall einen zu hohen Kundenrückgang erleiden.

Peinlich genug, das die Christliche Kirche im Immobilienmarkt schon soweit eingebrochen ist, dass die von McDinalds und Starbucks geschlagen werden. Wenn man nun noch Kondome oder Homosexualität verbieten würde, hätte man ja bald garkeine Kunden mehr. Gläubige...ich meine Gläubige!


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