Ältere Nutzer hier gefragt (DDR, Pioniere, FDJ)

10 Antworten

Es musste niemand, ich war weder bei den Pionieren noch in der FDJ. In meiner Klasse waren 3 Mädchen (eines davon war ich) nicht bei den Pionieren. Teilweise konnten wir trotzdem an Pioniernachmittagen teilnehmen - es hing sehr viel von den betreffenden Lehrern ab. In dieser Zeit interessierte diese Mitgliedschaft aber lediglich, wenn zu besonderen Höhepunkten Pionierkleidung angelegt werden musste - wir hatten keine und fielen daher schon auf. Ich weiß aber aus Gesprächen von Erwachsenen, die ich mitbekam, dass diese "bearbeitet" wurden, wenn ihr Kind nicht bei den Pionieren war.

Dann gab es Schulen, an denen schon ab der 3. Klasse Russisch gelehrt wurde - eine solche habe ich noch ohne Mitgliedschaft bei den Pionieren besuchen können, ebenso etliche Pfarrerskinder (sowie die beiden Mädchen aus meiner Klasse). Ein paar Jahre später wurde jedoch die Devise herausgegeben, dass man Kinder, die nicht bei den Pionieren waren, hier nicht mehr aufnehmen sollte, um der "religiösen Tendenz" an der Schule Einhalt zu gebieten.

Schlimmer war es dann, wenn man nicht in die FDJ ging - dann bekam man eben den gewünschten Traumjob nicht (sofern es wenig Ausbildungsplätze dafür gab) oder wurde zum Abitur nicht zugelassen (so wie ich). Aber auch das kann man nicht verallgemeinern. Es gab immer Zeiten, in denen die Zügel etwas lockerer gehalten wurden, und dann kamen auch Jugendliche ohne FDJ zu Abitur und Studium, wenn auch nicht ohne Schwierigkeiten.

Wer dagegen keine Ambitionen in Bezug auf Studium oder Karriere hatte, der hatte nichts auszustehen, wenn er nicht in die FDJ ging. Trotzdem waren die meisten drin. Es hatte sich so eingebürgert, man tat es eben. Meine Eltern sind übrigens anfangs auch drin gewesen - dann kam aber Anfang der 50er Jahre das Kesseltreiben gegen die Junge Gemeinde, wo man christlich orientierte Jugendliche massenhaft aus der FDJ warf. Vorwurf: Sie würden durch ihre Kirchenmitgliedschaft gegen das Statut der FDJ verstoßen, in dem die Ausbreitung des Marxismus-Leninismus festgeschrieben war. Daher wollten meine Eltern mit diesem Verein nichts mehr zu tun haben und ließen uns auch nicht eintreten.

Hallo,

ich bin zu dieser Zeit groß geworden und war stolz darauf erst ein Jungpionier und dann ein Thälmann-Pionier zu sein. Und erst die FDJ......ja, ich war stolz drauf (man wurde ja auch irgendwie dahin erzogen - ohne es zu merken)...In meiner Klasse war ein Mädchen, deren Vater war in der Kirche aktiv, das ist die einzige gewesen die nicht bei den Pionieren und so war. Für das Mädchen war das schlimm, denn diese Nachmittage und Treffen waren toll, und sie durfte nicht teilnehmen.........auch an der Jugendweihe hat sie dann nicht teilgenommen und als es dann um eine Entscheidung ging, wie die Schullaufbahn weiterging, also sie hätte auf die Erweiterte Oberschule (EOS) gehen können, ging aber nicht wegen dem Papa...........

Wir haben das damals gar nicht so schlimm gesehen, ging eben nicht und fertig..........heute sieht man das natürlich ganz anders...............

Und nein, meine alten Andenken werde ich nicht ausleihen.............. :-)

Ältere Nutzer hier gefragt 

Das ist schon fast eine Beleidigung. Es gibt auch junge Leute, die in der DDR eingeschult wurden. Meine Tochter zum Beispiel.

Pionierorganisation und FDJ waren freiwillig.

Ich hatte einen Mitschüler, der kein Jungpionier wurde. Sein Vater war Pastor und er durfte nicht. Deswegen bekam er aber keine Sanktionen. Er war nur traurig, dass er nicht an Pionierveranstaltungen teilnehmen durfte.

Die nicht bei den Pionieren waren, wollten auch keine Jugendweihe machen.

Jugendweihe war allgemein üblich. Neben Konfirmation, für die, die es wollten. Ich hatte jedoch einen Mitschüler, der nur Konfiormation gemacht hatte, obwohl er Pionier war. Dem erwuchsen daraus Nachteile. Er durfte nicht auf die erweiterte Oberschule. Hat dann Beruf mit Abitut gemacht und später auch studiert.

Halstücher und Pionierausweise habe ich nur noch von meinen Kindern. Und das war dann der "Renner" zum letzten Schultag der 10. Klasse.

Die DDR ist über 20 Jahre her, und wer da eingeschult wurde, ist auf jeden Fall 20 Jahre alt. Alle Verwandten und Bekannten, die alle 40-50 Jahre alt sind und aus der DDR sind, konnten mir mehr sagen als jüngere. Es geht ja auch etwas um die Lebenserfahrung.

0
@FlowRian

Mindestens 29.

Aber selbst 40 - 50-jährige sind keine älteren User. Älter bezeichne ich über 75.

Ich habe zwar immer gelacht, wenn meine Mutter gesagt, ich wäre noch jung. Aber als älter würde ich mich dennoch nicht bezeichnen.

0

Was möchtest Du wissen?