Adorno-Zitat zu Heimat gesucht. Kennt jemand den Originalsatz?

2 Antworten

Stellen Adorno und Horkheimer nicht Mythos und Heimat einander entgegen? Jedenfalls wenn sie den Versuch der Nazis kritisieren, ihren Mythos zur Heimat umzudeuten. ("Daß der Begriff der Heimat dem Mythos entgegensteht, den die Faschisten zur Heimat umlügen möchten, darin ist die innerste Paradoxie der Epopöe beschlossen." Dialektik der Aufklärung, Odysseus-Kapitel)

Hingegen Ernst Bloch:

"Der Mensch lebt noch überall in der Vorgeschichte, ja alles und jedes steht noch vor Erschaffung der Welt, als einer rechten. Die wirkliche Genesis ist nicht am Anfang, sondern am Ende, und sie beginnt erst anzufangen, wenn Gesellschaft und Dasein radikal werden, das heißt sich an der Wurzel fassen. Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch. Hat er sich erfaßt und das Seine ohne Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat." (Das Prinzip Hoffnung, S. 1628)

Dein Satz kommt mir dennoch sehr bekannt vor, aber ich komm einfach nicht drauf ...

Du bist super! Der Satz, den ich suche, ist der Satz von BLOCH (Fettdruck in Deinem Zitat). Ich hörte ihn in einer Fernsehsendung, wo der Sprecher behauptete, er sei von Adorno, was ich eigenartig fand. So macht es viel mehr Sinn.... 1000 Dank!

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Es gibt mehrere Stellen: "Geschichtlich scheinhafte Gegenstände werden darin als Schein unveränderlicher Natur eingerichtet. Archaische Bilder gehen im Intérieur auf: das der Blume als des organischen Lebens; das des Orients als der namentlichen Heimat von Sehnsucht; das des Meeres als das der Ewigkeit selber. Denn der Schein, zu welchem die Dinge ihre geschichtliche Stunde verdammt, ist ewig." aus dem zweiten Teil des Kierkegaard-Buches

"Kunst habe ihre Nützlichkeit erst zu erweisen. Nachahmung ist bei ihm wie bei den Juden verfemt. Von Vernunft und Religion wird das Prinzip der Zauberei in Acht und Bann getan. Noch in der entsagenden Distanz vom Dasein, als Kunst, bleibt es unehrlich; die es praktizieren, werden zu fahrenden Leuten, überlebenden Nomaden, die unter den seßhaft Gewordenen keine Heimat finden." aus Dialektik der Aufklärung - Begriff der Aufklärung

Aber eine genau Stelle konnte ich so nicht finden, wenn ich über den Heimatbegriff suche.

Danke auch Dir! Ich habe meinen gesuchten Satz gefunden, siehe meinen Kommentar zur ersten Antwort (von Thelema). Er stammt von Bloch... :-o

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