Adoption, kinderwunsch etc...

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11 Antworten

Aus der Sicht des Islam :

Aus dem Koran geht das Verbot der gesetzlichen Adoption hervor. Mit Adoption ist hier die Annahme eines nicht-leiblichen Kindes, deren Eltern noch leben, gemeint. Auch die Adoption eines Kindes dessen Eltern bereits verstorben sind ist nicht erlaubt (in dem Sinne, dass man das Kind als eigenes "deklariert"). Die Aufnahme von Pflegekindern ist selbstverständlich gestattet.

Folgende Stelle bafaßt sich mit diesem Thema: (Übersetzung des Koran Adel Theodor Khoury) [33, 4]: "(..) Und Er hat eure Adoptivsöhne nicht wirklich zu euren Söhnen gemacht. Das ist eure Rede aus eurem Munde. Aber Gott sagt die Wahrheit, und Er führt den (rechten) Weg. [33:5] Nennt sie nach ihren Vätern. Das ist gerechter in den Augen Gottes. Wenn ihr ihre Väter nicht kennt, dann gelten sie als eure Brüder in der Religion und eure Schützlinge." Das bedeutet, dass Allah die Kinder, die von Menschen als adoptiert angesehen werden, nicht als deren Kinder ansieht. Damit dürfen wir dies auch nicht tun.

Die Sunna liefert weitere Informationen zu diesem Thema. Der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) hat selbst vor seiner Entsendung als Prophet einen Jungen Namens Zaid adoptiert, dessen Eltern lebten. Als Allah die Adoption verbot, deklarierte der Prophet Zaid als Sohn seines natürlichen Vaters also nicht als seinen eigenen Sohn. Um alle Zweifel über die nun nicht mehr väterliche Beziehung zu Zaid zu beheben, heiratet der Prophet (Friede sei mit ihm) die geschiedene Frau Zaids, was er als sein Schwiegervater nicht hätte machen können. Der Prophet wollte damit zeigen, dass die Adoption verboten ist, man zwar Pflegekinder nehmen kann, diese jedoch niemals den rechtlichen und gesellschaftlichen Status eines leiblichen Kindes erhalten dürfen.

Über den Grund für dieses Verbot kann nun spekuliert werden. Die Adoption wird als eine Verfälschung der natürlichen Ordnung angesehen. Das heißt, dass die Adoption die Familienordnung durcheinanderbringt. Dem Adoptivkind (ob Junge oder Mädchen) wird der vertraute Zugang zu Familienangehörigen des anderen Geschlechts ermöglicht, den er/sie nicht haben darf. Hinzu kommen mögliche Streitigkeiten hinsichtlich des Erbes. Das Adoptivkind bekäme, falls die Adoption erlaubt wäre, einen festgelegten Anteil des Erbes und nimmt damit den rechtmäßigen Erben der Eltern einen Teil des Erbes, der ihnen zusteht, weg. Dass dies oft genug zu Streit führen kann, kann man sich vorstellen.


Tut mir leid dass es so lang ist aber muss sein.

Quelle : Islam.de

Ihr habt mir gleich 2 fragen beantwortet danke=) als ich letztens ein buch über das leben unsers Propheten Mohammed(sav) gelesen habe, stand da das mit Zaid etc, den teil hatte ich nicht verstanden, jetzt habe ich ihn verstanden, danke vielmals...=)

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DH!

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@Abdelmumin

Ohh, so wusste ich das nicht, Barakallahu feeki! Aber wenn man dann einen Jungen "adoptiert" und ihn eben nicht als leiblichen Sohn ansieht, dürfte ich dann neben ihm nicht ohne Hijab rumlaufen?

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@converse00

Das weiß ich nicht so ganz. Aber dass Pflegekind entwickelt ja Gefühle für die Pflegeeltern und somit auch für die Pflegemutter und denkt ja nichts schlimmes über sie. Also dürfte das eigentlich kein Problem sein. Also damit meine ich dass das Kind die Pflegemutter nicht wie seine leibliche Mutter (denn eine leibliche Mutter kann man nicht ersetzen) sieht aber eben als eine "Mutter"

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@converse00

genau aus diesem Grund ist eine Adoption nicht erlaubt! Damit eine Frau nicht neben einem "fremden" Mann (wenn er dann erwachsen wird) ohne Hijab ist und

damit sie mit ihm nicht alleine ist usw. - solch ein Mann ist NICHT zum Mahram-Kreis (Bruder, Vater, Sohn), da er nach Allahs Wille NICHT mit ihr verwandt ist und

somit auch eine Heirat zwischen ihnen erlaubt ist....usw.!


"Ibn 'Abbas berichtete, dass der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte:

"Ein Mann darf sich nicht allein mit einer Frau zurückziehen, es sei denn, dass sie in Begleitung eines Mahram* ist!"

Darauf stand ein Mann auf und sagte:

"O Gesandter Allahs, meine Frau zog hinaus für die Pilgerfahrt (Hadschdsch), und ich habe mich für den Kampf in der Schlacht Soundso und Soundso angemeldet!"

Der Prophet sagte zu ihm:

"Geh deiner Frau nach und vollziehe mit ihr die Pilgerfahrt."

Bukhary Hadith Nr. 5232


"'A'ischa, Allahs Wohlgefallen auf ihr, berichtete: "Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, trat bei mir ein, während sich ein Mann bei mir befand.

Es sah durch sein verändertes Gesicht so aus, als ob er so etwas nicht gern hätte. Ich sagte zu ihm:

»Er ist doch mein Bruder (durch die Rada'a *).«

Der Prophet erwiderte: »Seht richtig, wer eure Brüder sind denn die Rada'a * ist nur durch stillen des Hungers (=Madscha'a **).« "

(*Auf Grund der Rada'a (=das Stillen) entsteht eine Milchgeschwisterschaft, durch welche die Heirat unter derartigen Geschwistern nicht zulässig ist.

**Die Madscha'a bedeutet, dass das Stillen den Hunger des Kindes regelmäßig beseitigt, nicht nur vorübergehend,

sondern für eine längere Dauer, so dass sein Körper davon beeinflusst wird.)

Bukhary

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Also ich würde es aufjedenfall machen! Ich habe ein eigenes Kind und es wäre wunderschön, wenn ich noch eins hätte egal ob es von mir gezeugt wäre oder adoptiert! Kinder sind die unschuldigsten Wesen und jedes Kind hat eine Chance verdient ein schönes Leben mit einer Perspektive zu haben. Das Problem ist nur, dass man wirklich ein Top geregeltes Leben vorweisen muss um überhaupt die Chance zu haben ein KIind adoptieren zu dürfen... D.h. Man sollte verheiratet sein (einige Jahre), Arbeit, Haus uvm... Mir wäre egal aus welchem Land. Natürlich würde ich lieber ein Kind aus Afrika adoptieren was nichts zu essen hat, als ein Kind aus einem deutschen Heim was wenigstens Sicherheit und alles hat...

Ich bin jenseits des Alters, in dem ich Kinder adoptieren kann (fast 56) und kann nur sagen, dass ich ganz sicher mindestens 2-3 Kinder adoptiert hätte, wenn mein Mann und ich keine hätten bekommen können. Auch so - nachdem wir unsere drei Kinder hatten, haben wir einige Jahre darüber nachgedacht, eines oder zwei Kinder aus einem der afrikanischen oder asiatischen Hungergebieten dazu adoptieren wollen, - aber irgendwie ist daraus dann nie was Gescheites geworden - immerhin bieten 3 Kinder ja auch schon reichlich Arbeit, Zeitaufwand und gelegentlich auch mal das eine oder andere Erziehungsproblem"chen", - auch wenn wir unsere Kinder niemals mehr geärgert haben, als unbedingt nötig war.

Statt dessen habe ich, als unsere Jüngste 16 war, drei Tageskinder aus der Nachbarschaft betreut - da kam noch mal so richtig Leben in die Bude und es hat erstens Spaß gemacht und 2. auch die Bestätigung gebracht, dass man mit zunehmender Übung einfach immer noch ein Stückchen gelassener und routinierter wird.

Deshalb: Kinder sind was Wunderbares, sie nehmen nicht jede Lektion an, die man ihnen bieten möchte, aber über die Jahre verteilt kann man doch sehr viel von der eigenen Lebensphilosophie an sie weitergeben, - wenn man sie als gleichgestellte Persönlichkeiten achtet und auch um Fairness und Verständnis für sie bemüht ist.

Wie das mit meinem christlichen Glauben vereinbar ist, weiß ich nicht, habe mir nie Gedanken gemacht, weil es mich nicht zufriedenstellt, in einem Buch oder von anderen Menschen zu erfahren, wie Gott darüber wohl denken möge. Ich höre in mich hinein, fühle mich und alle(s), die/was ich liebe, sicher geborgen in seiner Hand und weiß auch ohne Priester und Bibel, dass er mich immer darauf aufmerksam macht, wenn ich im Begriff bin, einen Fehltritt zu machen.

Im Lauf der Jahre habe ich gelernt, seine Zeichen zu deuten, denn in jungen Jahren, als ich noch stur und dumm war, Grenzen und Hindernisse auf dem Weg zu ignorieren, habe ich in der Folgezeit manchmal schmerzhaft lernen müssen, die Suppe auszulöffeln, die ich mir eingebrockt habe. Und heute "fließe ich weich wie Wasser, aber auch ebenso beharrlich durchs Leben, indem ich auftauchende Hindernisse umgehe und andere, gangbarere Wege suche.

Zurück zu den Adoptiv- und Pflegekindern: Mit knapp 56 Jahren bin ich also zu alt, um nochmal selbst Kinder großzuziehen, - glaube ich zumindest. Falls der Schöpfer nicht andere Pläne mit mir hat, denen ich mich niemals widersetzen würde. (eine Bekannte von uns hat leider die bittersüße Pflicht übernehmen müssen, ihr Enkelkind großzuziehen, nachdem dessen Mutter bei der Geburt verblutet ist.)

Ich gönne mir Ruhe, bis ich evtl. mal Enkelkinder habe, die mir von deren Eltern zeitweise überlassen werden, um ihnen für später mal liebevolle Erinnerungen an ihre Oma zu vermitteln.

Kürzlich habe ich im Fernsehen zufällig einen Bericht über eine junge Vietnamesin gesehen, die als Kleinstkind von einer deutschen Familie adoptiert wurde und hier in Deutschland nie wirklich Wurzeln schlagen konnte, zumal sie wusste, dass ihre vietnamesische Mutter sie nur deshalb in einem katholischen Heim abgegeben hatte, weil sie das Baby nicht hatte ernähren können.

Seither denke ich gelegentlich mal drüber nach, dass es sich vielleicht als Fehler erweisen könnte, Kinder aus so völlig unterschiedlichen Kulturkreisen zu adoptieren. Man denkt als adoptionswilliges Ehepaar vielleicht nur daran, einem der Ärmsten unter den Armen zu helfen, eine gute Bildungs- und Ausbildungschance, sowie ein Leben im Wohlstand zu bieten, und vergisst dabei allzuleicht, dass man es damit zugleich seiner Wurzeln beraubt.

Jede Medaille hat zwei Seiten. Das darf man nicht vergessen.

Wir haben es getan. Zweimal. Kolumbianische Waisenkinder ohne irgendeine Chance auf Gesundheit, Liebe und Zuwendung oder Bildung in ihrer Heimat. Ohne auch nur den Ansatz einer einigermaßen vernünftigen Perspektive für ihre Zukunft, Was die Religionen dazu sagen? Ist mir egal. Ich höre einzig allein darauf, was mein Herz mir sagt. Und das war gut so.

das finde ich super - danke

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Hallo uveysede,

ich kann dir aus islamischer Sicht beantworten, dass es sehr belohnenswert (einer der besten guten Taten) wenn man Waisenkinder/Pflegekinder aufnimmt und für für sie ausgibst. Aber Adoptieren darf man nicht, denn die Kinder müssen nach ihren Vätern benannt werden, dass bedeutet das man ihnen ihre Abstammung nicht verheimlichen darf und sie zB nicht erbberechtigt werden. Weil: sie stammen ja nicht wirklich von Ihren Pflegeeltern ab und man darf das nicht manipulieren. Im täglichen Leben muss man die Pflegekinder so gut wie eigene Kinder behandeln. Das steht alles im Koran. Auch dass Allah dafür sehr hohe Belohnung gibt wenn man Waisen/Pflegekinder aufnimmt!

Ich denke dass es in den anderen Religionen genauso ist, denn schließlich kommt alles von dem einen Gott.

Gruß und salam alaykum

Danke=)

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alaykum assalam,

genau so ist es!


" Sahl berichtete: "Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte:

»Ich und derjenige, der für eine Waise sorgt, werden zusammen im Paradies so sein

Und der Prophet zeigte dies demonstrativ mit dem Zeigefinger und dem Mittelfinger, indem er sie voneinander geringfügig spreizte. "

Bukhary


"Sa'id, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: "Ich hörte den Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagen:

»Demjenigen, der seine Zugehörigkeit zu einem anderen außer seinem eigenen Vater zulässt, während er weiß,

dass dieser nicht sein Vater ist, wird das Paradies verwehrt

(Fortsetzung folgt im Hadith Nr. 6767)

(Dieser Hadith gehört zum rechtlichen Bereich des Adoptionsverbots. Vgl. dazu Qur'an 33:5)

Bukhary

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Aus Sicht des Christentums ist zu sagen, daß wir selbst als Christen von Gott angenommen werden wie Kinder, die Bibel benutzt an dieser Stelle auch die gleichen Begrifflichkeiten wie bei einer Adoption. Wenn jemand ein Kind annehmen will, steht dem nichts entgegen, die adoptierten Kinder werden genauso behandelt wie die eigenen und können auch erben. Gruß, q.

Ja das ist ein sehr interessantes Thema.. ich denke sehr oft daran mal ein Kind zu adoptieren, wenn ich verheiratet bin. Und ich finde das natürlich vorallem den Kinder geholfen werden müssen, die in dritte Welt Ländern leben. Aber traurig ist eben, das dabei auch viele Kinder vergessen werden, die in der eigenen Heimat leben. Und vorallem ist es unfair das immer nur babys adoptiert werden.. Weil die älteren Kinder sprich 8 oder 9 haben keine Hoffnung mehr genommen zu werden, diese Kinder würden sich auch über eine Familie freuen. Ich würde am liebsten einen 8-10 jährigen Jungen adoptieren aus meinem Heimatland, der Türkei wohin ich auch ziehen will. Dieser würde mich zu schätzen wissen und dankbar sein. Es spricht bereits die selbe Sprache wie ich, es hat die selbe Religion wie ich (womit ich nicht sagen will das ich nur muslimische Kinder adoptieren würde). Und diesem Kind diese Freude zu machen, ein zu Hause, ein eigenes Zimmer, eine Mutter und ein Vater, die Möglichkeit zu lernen, Freunde und ein soziales Umfeld würde mich selber fast noch glücklicher machen. Das Gefühl geholfen zu haben und dem Kind, das immer Hoffnung auf so ein Leben hatte, den Traum erfüllen zu können.

ich weiß zwar nicht was die bibel zur adoption sagt aber ich würde es schon machen. aus welchem land ist doch eig egal hoffentlich das kind bekommt ein elternhaus :)

Im AT war es üblich das eine Witwe von Verwandten des toten Mannes geheiratet wird. Ich bin froh das das vorbei ist. Ich möchte Single bleiben und mit Kindern würde ich mich überfordert fühlen.

ab der pubertät gibt es fast immer schlimme probleme mit kindern aus einem anderen kulturkreis.

Eigentlich hat ja Josef Jesus adoptiert, weil Gott sein Vater ist ;). Zuerst hat Josef nicht geglaubt, dass das stimmt, als Maria ihm gesagt hat, dass sie von Gott schwanger ist und wollte sie verlassen. Als ihm aber im Traum gesagt wurde, dass er Maria zu sich nehmen sollte, hat er es gemacht:

"Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe er sie heimholte, daß sie schwanger war von dem heiligen Geist. Josef aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht in Schande bringen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen. Als er das noch bedachte, siehe, da erschien ihm der Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was sie empfangen hat, das ist von dem heiligen Geist. Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden. Das ist aber alles geschehen, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: »Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben«, das heißt übersetzt: Gott mit uns. Als nun Josef vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. Und er berührte sie nicht, bis sie einen Sohn gebar; und er gab ihm den Namen Jesus." (aus dem Anfang des Matthäusevangeliums)

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