ADHS Kind. Lehrer droht ihn zu schütteln! Darf er das?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Zu allererst nur auf Deine Überschrift bezogen: Nein! Der Lehrer darf Deinen Sohn nicht schütteln!

Diese Antwort ist leicht und konkret. Alles andere gestaltet sich etwas umfangreicher, vor allem auch, weil ich die genauen Umstände nicht kenne.

Die meisten Lehrer sind mit ADHS-Kindern überfordert, weil sie zum einen zu wenig darüber wissen und zum anderen es eben auch sehr leicht ist, diesen Kindern die Schuld für alles zu geben. Ich würde Dir raten, Dich nicht mit dem Lehrer zu streiten, denn wir alle wissen aus unserer eigenen Schulzeit, dass er „am längeren Hebel sitzt“ und Dein Sohn keine Chance bei einem Lehrer hat, deren Mutter er nicht mag.

Bleibe höflich und zeige Dich verständnisvoll dem Lehrer gegenüber, dass es grundsätzlich schwierig ist, so viele Kinder zu „händeln“ und es kaum möglich sein wird, in jeder Situation gerecht zu bleiben; bitte ihn aber gleichzeitig darum, fair zu bleiben und nicht zu schnell zu urteilen. Zum einen muss jeder Vorfall muss für sich betrachtet werden, eine Konsequenz erfolgen und die Chance bieten, es beim nächsten Mal besser zu machen. Im Interesse Deines Kindes solltest Du dem Lehrer sympathisch sein, dabei hilft es vielleicht, wenn Du aus der eher kampfansagenden Position „Muss ich mir das gefallen lassen“ in eine kooperative Position „ich möchte etwas tun, um sowohl Sie als auch meinen Sohn zu unterstützen“ wechselst.

Was genau Du aber „verlangen“ und wie Du Deinen Sohn und den Lehrer unterstützen kannst, hängt von vielen Fragen ab.

Ist Dein Sohn wegen ADHS in ärztlicher Behandlung? Ist er medikamentös mit Metylphenidat / Ritalin / Equasym eingestellt? Macht er begleitend eine Verhaltenstherapie / ein Verhaltenstraining? Sind die Lehrer und Mitschüler darüber informiert, dass Dein Sohn an dieser Krankheit leidet? Wissen sie überhaupt was das ist? Wieviel weißt Du selbst darüber? Weiß Dein Sohn, dass er ADHS hat und versteht er, was genau das ist? Geht Dein Sohn auf eine gewöhnliche Regelschule oder ist es integrative Klasse mit „gemeinsamen Unterricht“? Eine Förderschule scheint es ja nicht zu sein.

Dein Sohn muss ohnehin schon viel über sich ergehen lassen, weil ihm wohl allzu oft Absicht und Böswilligkeit unterstellt wird, wogegen er sich nicht wehren kann. Darunter leidet sein Selbstwertgefühl immens. Er merkt an vielen Stellen, dass die anderen Kinder irgendwie besser und liebenswerter sind und einfach besser ankommen. Er selbst wird wahrscheinlich vor allem Aufmerksamkeit bekommen, wenn er gesagt bekommt „lass dies“, „tu jenes“, „hör damit auf“… Er bekommt stets die Rückmeldung, dass er falsch ist. Wie furchtbar muss das sein!?

Ich finde es richtig, dass Du nicht alles auf ADHS schieben willst und Dein Sohn dazu stehen soll, wenn er Mist baut. Aber zeigt ihm auch jemand, wie es anders gehen kann? Es reicht nicht, Schuld einzugestehen, um beim nächsten Mal ein anderes Verhalten zu zeigen. Wenn er keine Alternative gezeigt bekommt, wie er mit seiner Unruhe, seinen Gefühlen und seiner „Unzulänglichkeit“ umgehen kann, kann er gar nichts anders machen.

„Kinder erleben nichts so scharf und bitter wie die Ungerechtigkeit.“ (Charles Dickens)

Nein, Du musst Dir das Verhalten bzw. die Äußerung des Lehrers nicht „gefallen lassen“, was genau Du aber Du tun kannst, hängt von vielen Faktoren ab. Deshalb kann ich Dir bis hierhin nichts Konkreteres raten, werde Dir aber gerne wieder antworten, wenn Du möchtest.

Erstens, mein Sohn ist in Behandlung seit seinem 6 Lebensjahr. Er nimmt Medikamente und wir sind alle 3 Monate beim Arzt. Zweitens, Wir haben schon sehr viel gemacht. Verhaltenstraining aber auch ich habe ein Training gemacht, wie ich mit ihn umgehe, mit ihm lerne.....!! Drittens, ja die Lehrer wissen Bescheid, es scheint aber nicht zu interessieren. Viertens, ich wollte natürlich ein ruhiges, vernünftiges Gespräch führen, aber der Lehrer kommt herein und raunzt mich an.

0
@Kumaline

Na, dann bist Du ja voll im Thema drin und kennst Dich aus. Hat das Verhaltenstraining Deinem Sohn etwas gebracht? Hat er gelernt, seine Impulse zu kontrollieren? Wenn dem so ist, dann ist ja schon viel erreicht. Wie lange liegt das zurück? Kannte der Lehrer Deinen Sohn schon vorher? Was sagt der Arzt zur Entwicklung Deines Sohnes? Sieht er Fortschritte oder weiteren Unterstüzungsbedarf? Was rät er Dir auf die Schule bezogen? Ist es ein Kinderarzt oder ein Facharzt? Hat Dir das Elterntraining was gebracht? Fühlst Du Dich seit dem sicherer im Umgang mit Deinem Sohn? Wenn das so ist, dann kannst Du dem Lehrer vielleicht ein paar Zusammenhänge erklären und ihm Tipps geben, wie er damit umgehen kann. So etwas meinte ich, mit „kooperativem Verhalten“. Leider weiß ich selbst, wie überfordert die Lehrer mit ihren Klassen sind, und nach Deinen Schilderungen klingt das ja auch wieder nach so einem.

Deshalb habe ich auch nach der Beschulung gefragt, normale Regelschule, gemeinsamer Unterricht o.ä. Heutzutage werden die Lehrer plötzlich mit dem neuen Konzept des „gemeinsamen Unterrichts“ konfrontiert, was aber noch an allen Enden „krankt“, meiner Meinung nach. Allerdings könntest Du in so einem Fall nochmal ganz anders auf Verständnis, Förderung und Aufklärung bestehen.

Ich bin nicht davon ausgegangen, dass du kein „vernünftiges Gespräch“ führen wolltest; ich habe Dir den Rat eher für die zukünftigen Gespräche gegeben, da ich weiß, wie sehr einen Ignoranz, Unverständnis und Machtgehabe auf die Palme bringen kann. Leider muss man sich aber mit diesen Menschen auseinandersetzen und kommt nicht daran vorbei – vor allem Dein Sohn nicht.

Handelt es sich um eine gewöhnliche Regelschulklasse, kannst Du vielleicht selbst für Aufklärung sorgen. Sicher gibt es noch andere Betroffene an der Schule, mit denen Du Dich verbünden und einen Info-Abend organisieren kannst. Sprich den Lehrer darauf an, wende Dich an die Eltern der Klassenpfegschaft oder unterbreite direkt der Schulleitung den Vorschlag.

Mach Deinen Sohn stark und selbstbewusst, mit der Krankheit umzugehen und sie erklären zu können, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Ich kann Dir bzw. Deinem Sohn das Buch „Wenn ich doch nur aufmerksam sein könnte!“ empfehlen. Auch für Lehrer oder Mitschüler empfehlenswert, weil es mal kein ellenlanges Fachchinesich ist. Ein 14-jähriger hyperaktiver Junge hat es selbst geschrieben. Es ist nicht allzu dick und alles aus der Sicht des betroffenen Jugendlichen beschrieben. Es enthält außerdem leicht verständliche Erklärungen zu den medizinischen Ursachen und gibt viele Anregungen zu möglichen Hilfen. Er schrieb dieses Buch für andere Kinder und Jugendliche um ihnen ADS zu erklären, und ich habe nur gute Erfahrungen damit gemacht, wie die Kinder das aufgenommen haben, die es gelesen haben. Es kostet nur ca. 9 €.

Du hast ja schon einen langen Weg hinter Dir, wie mir scheint, und schon vieles eingeleitet und unternommen – da hast Du den meisten Lehrern an Regelschulen einiges voraus. Die Mutter des Jungen hat übrigens auch ein Buch geschrieben – aus ihrer Sicht eben. Da findest Du Dich sicher auch oft wieder ;-) Von ihr ist auch, glaube ich, die Seite http://www.ads-hyperaktivitaet.de ins Leben gerufen worden. Da finden sich viele Eltern, denen es genau so geht wie Dir.

Wenn es tatsächlich um eine gewöhnliche Regelschulklasse geht und die Probleme oder das Unverständnis zu groß werden oder Dein Engagement abgeblockt wird, dann würde ich Dir raten, über einen Schulwechsel nachzudenken, damit Dein Sohn positiv gefördert werden kann.

0

Gezielt beim Direktor gegen den Lehrer beschweren, wenn er ein persönliches Problem mit deinem Sohn hat, hat er wohl den falschen Beruf. Denk aber auch an deinen Sohn, für ihn wird es vermutlich nicht leichter, wenn Beschwerden über den Lehrer kommen. Sprech vielleicht mal mit anderen Müttern, evtl gibt es noch andere Kinder in der Klasse, denen es genauso geht! Je mehr sich beschweren, umso eher wird es auch ernst genommen.

Klare Ansage: Nein, das musst dir das nicht gefallen lassen. Und das hat nichts mit ADHS zu tun, das würde ich an der Stelle auch nicht thematisieren.

Wichtig ist dass du einen Satz im Hinterkopf behältst: "ich in auch nur ein Mensch". Der Lehrer ist also schlicht und ergreifend mit seinem Latein am Ende und komplett überfordert. Das wird seine Reaktionen bestimmten.

Also ich würde ja ein Fass aufmachen das er einen Verweis bekommt! Ich würde mich da auch an den direktor wenden und wenn der auch nicht den Verweis dort lässt wo er ist dann würde ich sogar beim anwalt sitzen! Er sollte ja einen Verweis für das einseifen bekommen woran er überhaupt nicht beteiligt war - das schubsen kann ja nicht so schlimm gewesen sein wenn danach keien Konsequenzen folgten!Aber noch der Spruch von dem Lehrer der bringt das Fass zum überlaufen!Lass Dir das nicht gefallen!

Was möchtest Du wissen?