ADHS - Ein Mythos... eure Meinung?

11 Antworten

Das stimmt definitiv nicht. ADHS ist bereits seit über 200 Jahren bekannt, hat nicht das geringste mit der Pharmaindustrie zu tun.

ADHS wird übrigens vererbt, ist mittlerweile bewiesen durch gesicherte Studien.

Du kennst doch sicher das Buch "Der Struwelpeter" Der Autor, Heinrich Hoffmann, war ein Frankfurter Kinder- und Jugendpsychiater, der 1885 dieses Buch für Eltern schrieb - nicht als Kinderbuch!

Er veröffentlichte in diesem Buch in Form von bildhafter Darstellung die Krankheitsbilder seiner Patienten, um Eltern darauf aufmerksam zu machen, welche Verhaltensauffälligkeiten es gibt, die behandelbar sind.
Es gab zu dem Zeitpunkt gar keine Medikamente, die eingesetzt hätten werden können. Diese Krankheitsbilder wurden und werden überwiegend verhaltenstherapeutisch bearbeitet.

Im Struwelpeter ist der Zappelphillipp der ADHS-ler, der Hans-guck-in die- Luft der ADS-ler.

Der Suppenkaspar die Magersucht.

Von Fehldiagnosen kann nicht die Rede sein, weil solchen Diagnosen prinzipiell eine ausgiebige Testung vorausgeht.

Eine Testung, die eine sichere Diagnose zulässt ist sowieso erst ab dem 8. Lebensjahr sinnvoll.

Testen kann man zwar auch früher, die Ergebnisse sind jedoch selten aussagekräftig.

Kinder unter 8 Jahren bekommen auch keine Medikamente. Medikamente benötigen in erster Linie die hyperaktiven Kinder, bei denen das "H" die Diagnose ADS begleitet.

Ehe Medikamente verabreicht weden erfolgt erst mal eine Verhaltenstherapie. Dabei arbeiten Kinder- und Jugendpsychiater, der Facharzt, der die Diagnose stellt und der Verhaltgenstherapeut zusammen, manchmal zusätzlich auch noch der Sozialpädagoge oder Ergotherapeut.

Kommen diese Spezialisten zum Schluß, dass eine Therapie, die in erster Linie ein Strukturtraining beinhaltet neben dem Konzentrationstraining zum momentanten Zeitpunkt sehr beeinträchtigt ist, da es an der nötigen Aufmerksamkeit fehlt, wird eine Medikamentengabe ins Gespräch gebracht, mit der die Eltern des Patienten einverstanden sein müssen.

Zitat: Dies (Ritalin) kann zu Depressionen sowie zu einer Neigung zu Drogenabhängigkeit führen.

Du vermischst hier ein bisschen viel und hast von dem Krankheitsbild offensichtlich nicht so viel Ahnung sondern informierst Dich scheinbar überwiegend bei Verschwörungstheoretikern.

Nicht das Ritalin führt zur Depression oder zur Sucht!

Vielmehr gibt es typische Begleiterscheinungen bei einer ADHS, wozu unter anderem eben auch die Depression und das Suchtverhalten gehören, und das wohlgemerkt ohne jegliche Medikamentengabe!

Wie bei allen Krankheitsbildern gilt auch hier der

"Kann-Passus", Begleitescheinungen können auftreten, müssen aber nicht.

Bei Deiner Quellenangabe wäre es nett, wenn Du noch den Vornamen angibst.

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung

Wie passt ADS in deine Theorie? Die, die träumen, sich nicht lange konzentrieren können, malen hassen aber mit Inbrunst im Matsch matschen. Die nicht pöbeln und trotzdem im System scheitern, wenn sie Aufsätze verfassen müssen? Die abends im Bett liegen und weinen: "Ich kann gar nichts!" Was nicht stimmt, dem Kind aber so vorkommt aufgrund der Rückmeldungen aus dem Umfeld.

Dann das ärztliche Angebot für das Medi. Schlaflose Nächte für uns Eltern. WILL ich das wirklich??! Nächte in Foren verbracht. Für und Wider. WAS nur tun?! Eine einzige Quälerei für uns und für das Kind. Das Umfeld voller Vorurteile.

Also alles an Alternativen versucht. Homöopathie, Kinesiologie, Ergotherapie. Nichts hilft nachhaltig.

Dann das Kind, das mit Medi auf einmal seine HA in der halben Zeit schafft. Für das der verhasste Aufsatz auf einmal möglich ist und das sogar eine gute Note dafür bekommt.

Heute mit 19, nach der Pubertät kommt er ohne Medi aus. Lernt manchmal mühsamer aber er schafft es. Hat einen Realschulabschluss und schließt im Sommer seine Wunschausbildung ab. Will studieren im Anschluss.

Ohne das Medi zur fraglichen Zeit? No way. Jetzt du.

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Komisch. Dann kommt auf einmal nichts mehr. Ist doch alles ein Mythos oder?

Der Wirkstoff Methylphenidat in u.a. Ritalin ist übrigens ein Stimulanz und kein Beruhigungsmittel. btw Auch so eine sehr verbreitete Fehlinformation.

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Du hast es hervorragend beschrieben! Nur Betroffene können urteilen, ob für sie die Behandlung der AD(H)S ein Segen ist, egal, ob mit oder ohne Medikamente.

Es verurteilen ja überwiegend die diese Medikamente, die sich den Schilderungen von Verschwöerungstheoretikern anschließen, selbst aber nie in Berührung gekommen sind mit Betroffenen.

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@Adlerblick

Danke dir! Genau so ist es. 👍

Eigentlich hätte ich mir geschworen, mich an solchen "Diskussionen" voller Vorurteile nicht mehr zu beteiligen. Es regt mich nur auf und führt zu absolut nichts.

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@Ini67

Ich danke Dir, dass Du Dich dazu geäußert hast, denn es ist enorm wichtig, dass solchen Vorurteilen mal die Realität gegenübergestellt wird. Und dafür benötigen wir dringend die Unterstützung der erwachsenen Betroffenen!

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@Adlerblick

Ds stimmt. Mein Mann ist erwachsener ADSler. Er nimmt seit Jahren Medikinet adult. Wir kamen überhaupt erst darauf, als wir die Elternbögen für unseren Sohn ausgefüllt haben. Er sah mich an und sagte, dass er das für sich genauso gut mit "ja" ankreuzen könnte. Danach hat er eine ADHS-Diagnostik machen lassen.

Er sagt, sein Leben sei um ein Vielfaches leichter jetzt. Er hat sich sein ganzes Leben lang verbogen und ein Netz aus Selbstkontrolle gebaut um nicht zu scheitern. "Jetzt ist alles einfacher und klarer", sagt er.

Aber wie du hier ja auch siehst, es besteht gar kein Interesse an echter Diskussion.

Nur Phrasen, Halbwissen und Falschwissen werden verbreitet. Echter Austausch mit Betroffenen? Fehlanzeige.

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@Ini67

Die tatsächlich Betroffenen wagen schon gar nicht mehr sich zu outen, da sie sofort von den Verschwörungstheoretikern vereinnahmt werden, die sich auch bei GF herumtreiben.

Du hast das sehr gut beschrieben wie sich Dein Mann fühlt. Sein Leben wäre sicher auch anders verlaufen, wenn er früher mal getestet und behandelt worden wäre.

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ADHS - Ein Mythos... eure Meinung?

Es braucht keine Meinung von Laien über eine neurobiologische Störung die im ICD gelistet ist und worüber sich bereits Fachärzte und die WHO den Kopf zerbrochen haben.

ADHS als Diagnose haben heißt nicht im Umkehrschluss zwingend Psychopharmaka nehmen zu müssen. Die Pharmaindustrie macht so gesehen mit jedem Geld der eine chronische Erkrankung hat, selbst mit Frauen die Menstruationsbeschwerden behandeln lassen, jemand der ein Schilddrüsenmedikament einnimmt oder ein Aspirin.

Es gibt genügend Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene mit ADHS die einen Leidensdruck haben, die aufgrund ihres Verhaltens auf Dauer Beeinträchtigungen im sozialen Miteinander haben, oft grobe Schwierigkeiten im Eltern- Kind Verhältnis vorliegen etc. So pauschal ist das Thema sicher nicht abgetan. Ich finde es schon ein bissl arg so daherzureden und damit die Probleme herunterzuspielen mit denen sich Betroffene tagtäglich auseinandersetzen müssen.

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Hey,

das ein erheblicher Leidensdruck entsteht und daraus Konsequenzen resultieren die für den Betroffenen und das nähere Umfeld ziemlich dramatisch und anstrengend sein können, ist klar. So etwas ist ernstzunehmen. ADHS ist auch eine ernstzunehmende Erkrankungen, die wissenschaftlich gut belegt ist. Ich habe mich sehr Instensiv damit beschäftigt, da ich in meiner Kindheit fehldiagnostiziert wurde und jetzt aufgrund dessen mit vielen psychischen Beschwerden zu kämpfen habe, die anderer Natur sind. Mein Fokus lag nicht darauf, das Leiden der betroffenen herunter zu spielen, sondern darauf, dass es manchmal auch zu schnell diagnostiziert wird und was anderes dahinter stecken könnte und Kinder und Jugendliche zu schnell als krank abgestempelt werden, wenn man aus der Reihe tanzt.

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@stevengrey

Da bist Du im Irrtum, es wird keineswegs zu schnell diagnostiziert.

ADHS ist ein Krankheitsbild, das sehr genau abgeklärt wird, vorausgesetzt die Betroffenen gehen auch zu dem Facharzt, der dafür zuständig ist.

Bis zum 18. Lebensjahr ist der Kinder- und Jugendpsychiater zuständigt für die Diagnose der ADHS, ab dem 18. Lebensjahr der Psychiater für Erwachsene.

Leider gehen aber so manche Erwachsene zu Psychologen zur Testung, die dafür gar nicht geeignet sind.

Beispiel: Man findet Psychologen, die sich Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten nennen.

Bei diesem Berufsbild handelt es sich in der Regel um Analytiker, die für eine Testung und Behandlung der ADHS absolut ungeeignet sind.

Wird aber aufgrund der Ähnlichkeit der Bezeichnung häufig verswechselt mit dem Kinder- und Jugendpsychiater.

Man sollte daher schon genau hinschauen und hinterfragen bei wem man die Testung macht.

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